Magdeburgs Oberbürgermeister fordert mehr Corona-Tests Trümper zu möglicher Gastro-Öffnung: "Das erste Gedeck ist ein Schnelltest"

Magdeburg setzt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in nächster Zeit auf deutlich mehr Impftermine und die Ausweitung von Schnelltests. Oberbürgermeister Trümper hofft auf kostenlose Tests für zuhause für alle.

 Coronavirus-Schnelltest
Mit Hilfe von einfachen Schnelltests könnte auch die Gastronomie vielleicht wieder öffnen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/photonews.at

Eine deutliche Ausweitung der Impfungen sowie mehr und kostenlose Schnelltests für alle, darauf will die Stadt Magdeburg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in der nächsten Zeit setzen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) forderte auf einer Pressekonferenz am Montag, dass die Menschen die Schnelltests zuhause machen sollen könnten. Die Kommunen könnten das nicht mehr leisten. Trümper hofft darauf, dass am Mittwoch bei den Beratungen des Bundes mit den Ländern kostenlose Schnelltests für alle beschlossen werden. Dann müsse den Menschen nur noch erklärt werden, wann und wie oft sie sich testen müssen.

Danach hält der Oberbürgermeister auch eine Öffnung des Handels und der Gastronomie für möglich. Trümper sagte dazu: "Das erste Gedeck ist dann ein Schnelltest." Er machte aber auch deutlich, dass der Handel wieder öffnen müsse. Wenn kleine Läden nicht öffnen dürfen, hätte das laut Trümper schwere Folgen für die Innenstädte. Dabei hat Magdeburg gute Voraussetzungen für Lockerungen. Darauf hat Amtsarzt Eike Hennig hingewiesen. Bei der Inzidenz schwankt die Landeshauptstadt demnach in diesen Tagen um 50. Fünf Prozent der Intensivbetten in den Krankenhäusern sind von Corona-Patienten belegt.

Zahl der Impfungen wird erhöht

Impzentrum Magdeburg gestartet
Das Impfzentrum in Magdeburg wurde vor einem Monat eröffnet. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Hinzu kommt, dass in Magdeburg das Impfen deutlich ausgeweitet wird. War das Impfzentrum vor einem Monat mit rund 250 Dosen pro Tag gestartet, werden ab dem 8. März wöchentlich 4.720 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Das hat die Sozialbeigeordnete der Stadt, Simone Borris, am Montag erklärt. Das Impfzentrum wird deswegen ausgebaut. Es wird zwei Impfstrecken geben, eine für den Impfstoff von BioNtech-Pfizer und eine für AstraZeneca. Vorerst können dort nur Personen geimpft werden, die über 80 oder unter 65 Jahre alte sind.

Impfzentrum arbeitet in zwei Schichten

Das Zentrum soll künftig von acht bis 20 Uhr geöffnet sein und es soll im Zwei-Schicht-System gearbeitet werden. Außerdem will die Stadt künftig häufiger Termine fürs Impfen freischalten. Das nächste Mal soll es online neue Termine am kommenden Mittwoch geben. Mittelfristig sollen nach dem Wunsch von Oberbürgermeister Trümper auch die Hausärzte gegen Corona impfen. Trümper sagte am Montag: "Wir werden das in den Impfzentren nicht schaffen, wenn der Impfstoff vermehrt kommt."

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MDR, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. März 2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

nasowasaberauch vor 9 Wochen

Sie können einfach das Gängelband nicht ablegen. 2 x Schnelltest kostenlos pro Woche in der Apotheke von "geschulten" Personal. Wer will sich denn da anstellen?
Sie (die Politik) begreift es einfach nicht und schnell sind sie obendrein auch nicht. Schnelltest für zu Hause für 1...2€ ist wohl Geschichte. Im mdr wurde gerade ein Preis zwischen 5...10€ aufgerufen. Dieser Schuss geht wieder nach hinten los. Große Ankündigung und dann entpuppt sich dieses Getöse als heiße Luft. In Österreich wird ganz selbständig gegurgelt und bei uns wird noch geschult wie Gurgeln zu funktionieren hat.

Critica vor 9 Wochen

Diese Forderung grenzt schon an "Nötigung".
Nicht auszudenken, wenn es tatsächlich umgesetzt wird. Folgendes Szenario: In aller Öffentlichkeit hat jemand einen falsch-positiven Test - und steht am Pranger. Man sollte dann schon zum Schutz der positiv Getesteten einen Polizisten vor Ort haben.

Jana vor 9 Wochen

Warum sollte jemand in einem hochdynamischen System versuchen kramphaft irgendwelche Zahlen in Übereinklang zu bringen, die sowieso nur minimal voneinander abweichen? Es liegt in der Natur der Sache, dass Daten mit Verzug gemeldet werden und erst mit weiterem Verzug vom RKI veröffentlich werden können. Bis die Daten beim RKI gemeldet werden haben sich längst neue Zahlen und Korrekturfaktoren bei den Kommunen und den dazwischen geschalteten Ländern ergeben.

Die Zahlen sind doch so ähnlich, dass die daraus abgeleiteten Maßnahmen immer identsich wären.

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