Als erste Schule in Sachsen-Anhalt: Domgymnasium Magdeburg testet alle Schülerinnen und Schüler auf Corona

Als erste Schule Sachsen-Anhalts testet das Magdeburger Domgymnasium seit Montag alle Schülerinnen und Schüler täglich vor Unterrichtsbeginn auf Corona. Das Bildungsministerium des Landes erwartet, dass noch im März auch die anderen Schulen mit Testmaterial versorgt werden können. Am Domgymnasium wird bei den Tests eine neue App getestet.

Eine Schülerin nimmt in einer Turnhalle Schnelltests von einer Frau mit Atemschutzsmaske entgegen.
Schülerinnen und Schüler am Domgymnasium testen sich in der Turnhalle der Schule vor Unterrichtsbeginn auf Corona. Bildrechte: MDR/Hagen Tober

In den Schulen in Sachsen-Anhalt findet seit Montag wieder Präsenzunterricht statt. Während an allen Schulen im Land bislang nur das Schulpersonal regelmäßig mit Corona-Schnelltests getestet wird, ist das private Domgymnasium in Magdeburg schon einen Schritt weiter. Als erste Schule in Sachsen-Anhalt testen sich hier nun auch alle Schülerinnen und Schüler vor Unterrichtsbeginn selbst.

Das Magdeburger Domgymnasium konnte als private Schule das Testverfahren selber organisieren. Laut Sachsen-Anhalts Bildungsministerium kann für die anderen Schulen erst ab Mitte bis Ende März Testmaterial bereitgestellt werden. Die nötigen Tests wurden in der vergangenen Woche zwar schon zugelassen, doch nun muss das Bundessozialministerium erst noch mit den Herstellern verhandeln sowie die Lieferungen organisieren.

Domgymnasium nutzt als Vorreiter neue App

In der Turnhalle erhalten die Schülerinnen und Schüler des Domgymnasiums einen Schnelltest, mit dem sie sich selber testen. 15 Minuten später ist das Testergebnis da. Bei einem positiven Ergebnis wird zur Kontrolle ein PCR-Test durchgeführt, der ein genaueres Ergebnis als die Schnelltests bietet. Bei einem negativen Ergebnis dürfen die Schülerinnen und Schüler die Schule betreten.

Dabei haben fünf Schülerinnen und Schülern ein neues Appsystem ausprobiert, das als eine Art digitaler Testausweis auch andernorts zum Einsatz kommen könnte. Die digitale Infrastruktur, die beim Testbetrieb am Domgymnasium genutzt wurde, hat das Halberstädter Unternehmen “Spieß Netzwerk” entwickelt. Laut Geschäftsführer Andreas Richter könnte das digitale System, das aus drei Apps besteht, zum Beispiel auch in Fabriken, Kinos oder Gaststätten zum Einsatz kommen.

Ein Mann mit Brille und Mütze steht auf einem Schulhof.
Andreas Richter vom Unternehmen "Spieß Netzwerk" erklärte seine Apps auf dem Schulhof des Domgymnasiums. Bildrechte: MDR/Hagen Tober

So funktionieren die drei Apps, die im Domgymnasium getestet wurden:

In der "Corona Test-App" registriert sich eine Schülerin mit ihren Personendaten. Daraufhin wird ein QR-Code erstellt, mit dem sie sich in der Teststation, in diesem Fall in der Turnhalle der Schule, anmelden kann. Bei der Anmeldung erfasst ein Mitarbeiter mit der App "Corona Teststation" den QR-Code. Die Schülerin führt einen Selbsttest durch und bekommt das Ergebnis 15 Minuten später auf ihrem Handy angezeigt. Bei einem positiven Ergebnis soll das Gesundheitsamt informiert werden und ein PCR-Test wird durchgeführt. Bei einem negativen Ergebnis wird ein neuer QR-Code erstellt, der 24 bzw. 48 Stunden lang gültig ist. Am Einlasspunkt, in diesem Fall am Schuleingang, wird dieser Code mit der App "Corona Einlasspunkt" gescannt und die Schülerin kann das Schulgebäude betreten.

Eine Schaugrafik, in der spezielle Coronatestapps erklärt werden.
Bildrechte: MDR/Hagen Tober

Der Schuldirektor des Domgymnasiums, Dietrich Lührs, glaubt, dass die Apps auch in anderen Bereichen dazu beitragen können, das öffentliche Leben sicherer zu gestalten. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wenn wir dieses Instrument richtig einführen, denke ich, ist das sehr hilfreich und wäre auch ein Vorreiter für andere Schulen und Institutionen". Dies könne zu einer schnelleren Erfassung von Infektionen und einem sichereren Alltag beitragen.

Ob die Apps, die nun am Domgymnasium getestet wurden, auch an anderen Schulen zum Einsatz kommen werden, ist laut Landesbildungsministerium noch unklar. Eventuell könne über eine Zusammenarbeit nachgedacht werden, heißt es auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Das hänge aber zum Beispiel davon ab, welche Tests zum Einsatz kommen.

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MDR/Niko Nowak/Leonard Schubert

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 01. März 2021 | 11:00 Uhr

3 Kommentare

wolter108 vor 29 Wochen

Jugendärzte warnen vor Schüler-Schnelltests

Deutschlands Jugendärzte und medizinische Fachgesellschaften warnen eindringlich vor Corona-Massentests an Schulen. Flächendeckende Schnell- beziehungsweise Selbsttests bei Schülerinnen und Schülern ohne Symptome wären „weder gerechtfertigt noch angemessen“, schreiben vier führende Organisationen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die zu erwartende hohe Zahl an falsch negativen und falsch positiven Ergebnissen würde mehr Schaden anrichten als nutzen, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Häufige Testungen wären gerade für junge Schulkinder sehr belastend, fürchten die unterzeichnenden Fachgesellschaften. Quelle: Bild-Zeitung

peterhau vor 29 Wochen

Meine Kids lehnen dieses ab und ich werde es auch nicht zulassen. Lassen wir doch endlich mal die Kirche im Dorfe!

wolter108 vor 29 Wochen

...leider ist es mit dem Datenschutz dieser App nicht komplett gewährleistet,
daher vorsicht!!!

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