Justiz Landgericht Magdeburg: Lange Haftstrafen im "Encro-Chat"-Prozess

Wegen Handels mit mehreren Kilo Drogen sind zwei Männer in Magdeburg zu Haftstrafen verurteilt worden. Auslöser war die Entschlüsselung von Kryptohandys des Anbieters "Encro-Chat" durch die französische Polizei.

Blick auf das Schild am Eingangsbereich des Landgerichts Magdeburg.
Die Angeklagten wurden vom Landgericht Magdeburg zu neun Jahren beziehungsweise sieben Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Bildrechte: dpa

Wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes sind am Magdeburger Landgericht zwei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sie müssen für neun Jahre beziehungsweise für sieben Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Das Gericht ordnete zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Die beiden Angeklagten waren aufgeflogen, als es der französischen Polizei gelang, verschlüsselte Handys vom Anbieter "Encro-Chat" zu knacken und die Chats mitzulesen.

Verwertung der "Encro-Chat"-Daten umstritten

Gerichtssprecher Christian Löffler sagte MDR SACHSEN-ANHALT, "Encro-Chat" sei quasi ein Messengerdienst von Kriminellen. Den Behörden in Frankreich sei es aber gelungen, die Nachrichten zu entschlüsseln. Es habe eine Vielzahl von Ermittlungsansätzen gegeben.

Innerhalb weniger Monate wurde den beiden Angeklagten der Handel mit 20 Kilogramm Haschisch, 81 Kilogramm Marihuana sowie mit weiteren Drogen nachgewiesen. Die Verwertung der Daten ist umstritten. Etliche Gerichte hatten in der Vergangenheit jedoch festgestellt, dass die Verwendung legitim ist.

Was ist "Encro-Chat"? "Encrochat" war ein Dienstleister, der sogenannte Kryptohandys und einen Nachrichtendienst angeboten hatte, die beide abhörsicher sein sollten. Genutzt wurden die Geräte vor allem von der organisierten Kriminalität. Mit den Telefonen konnten beispielsweise keine Mails versendet werden und sie verfügten über kein GPS, um nicht geortet werden zu können. Durch die Infiltration von Schadsoftware konnten französische Ermittlungsbehören 2020 die Geräte hacken und so die Kommunikation mitverfolgen.

MDR/Annett Schneider

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 03. Juli 2021 | 07:00 Uhr

5 Kommentare

Denkschnecke vor 22 Wochen

Wenn Sie auf die Herkunft der Verurteilten anspielen, sagen Sie das doch klar.
Laut Magdeburger Volksstimme stammt einer aus Bosnien und einer aus Sachsen-Anhalt. Was lernen wir nun daraus?

Volker S. vor 22 Wochen

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL - außer dieser Beleidigung von Ihnen bin ich nun kein Deut weiter.

WER DENKEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL, denn wer mitdenkt, weiß was ich mit meinem Kommentar meine.

Steffen1978 vor 22 Wochen

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL

Volker im o.g. Bericht steht es doch: "Innerhalb weniger Monate wurde den beiden Angeklagten der Handel mit 20 Kilogramm Haschisch, 81 Kilogramm Marihuana sowie mit weiteren Drogen nachgewiesen."

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