Illegale Datenabfrage Ermittlungen im linksextremen Milieu führen zu Uniklinik Magdeburg

Eine frühere Mitarbeiterin der Uniklinik Magdeburg spielt in Ermittlungen gegen Linksextreme eine Rolle. Die Frau soll als Klinik-Beschäftigte Daten des Einwohnermeldeamts abgefragt und an Gewalttäter gegeben haben. Die Grünen im Landtag fordern Aufklärung über die Frage, ob und wie die Uniklinik den Datenschutz einhält.

Die Notaufnahme der Uniklinik in Magdeburg.
Eine frühere Mitarbeiterin des Uniklinikums in Magdeburg soll illegal Daten abgefragt haben. (Archivbild) Bildrechte: MDR/ André Plaul

Nach Untersuchungen zu einer mutmaßlich linksextremen Straftat in Sachsen ermittelt das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt gegen eine ehemalige Angestellte der Uniklinik Magdeburg. Sie soll Datenbestände des Einwohnermeldeamtes unberechtigt abgerufen haben, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg am Mittwoch.

Laut einem Bericht der "Volksstimme", die zuerst über die Ermittlungen berichtete, stehen diese Datenabfragen im Zusammenhang mit Straftaten aus dem linksextremen Spektrum. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich auf Nachfrage nicht zu dem Fall.

Uniklinik Magdeburg bestätigt Zugriff auf Daten

Das Uniklinikum in Magdeburg bestätigte am Mittwoch, dass eine Person aus der Klinik "aus dienstlichen Gründen berechtigten Zugriff auf Daten aus dem Einwohnermeldeamt" hatte. Diesen habe sie nach aktuellen Erkenntnissen gezielt und mit krimineller Energie missbräuchlich genutzt, sagte ein Sprecher der Klinik. Nach dem Beginn des Ermittlungsverfahrens sei die Person freigestellt worden.

Frau soll Adresse für linksextremen Angriff rausgesucht haben

Nach einem Übergriff gegen eine Beschäftigte eines Leipziger Immobilienunternehmens hatten polizeiliche Ermittlungen laut "Volksstimme" zu der Spur nach Magdeburg geführt. Das Opfer war demnach 2019 im Gesicht verletzt worden. In einem Schreiben auf einer linken Plattform bekannte sich eine linksextreme Gruppe zu dem Angriff. Ermittlungen, wie die Angreifer zu der Adresse der Mitarbeiterin gelangen konnten, hätten schließlich zur Angestellten des Uniklinikums geführt.

AfD-Politiker von Datenmissbrauch betroffen

Wie die AfD mitteilte, sind von dem Datenmissbrauch auch zwei Politiker der Partei betroffen. Es handelt sich dabei um den Magdeburger Stadtrat Ronny Kumpf und den Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Oliver Kirchner. Beide seien vom Landeskriminalamt befragt worden. Mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung wolle die AfD das Ausmaß dieser Vorgänge und die Verbindungen in die linksextreme Szene aufklären.

Auch die Grünen wollen den Fall im Landtag diskutieren. Der parlamentarische Geschäftsführer und innenpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Striegel, hat bei Twitter angekündigt, dass der Innenausschuss des Landtages die Regierung zu den Schutzvorkehrungen befragen werde. Außerdem soll der Datenschutzbeauftragte angehört werden.

Die Uniklinik Magdeburg war in den vergangenen Monaten bereits wegen eines fragwürdigen Großeinkaufs von Atemschutzmasken in die Kritik geraten.

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 06. Oktober 2021 | 15:00 Uhr

19 Kommentare

Rotti vor 7 Wochen

Das ist ein schwerer Schlag gegen den demokratischen Rechtsstaat. Und es ist ein untrüglicher Beweis dafür, wie gefährlich Linke und Antifa sein könnten.

Denkschnecke vor 7 Wochen

Moment: Nur weil sich eine einzelne Angestellte eines Unternehmens offenbar falsch verhält - und gegen eindeutige Vorgaben ihres Arbeitgebers (nämlich zur Nutzung der Dienst-IT) verstößt, ist das noch lange kein Skandal des Unternehmens. Auch wenn die Volksstimme das mit ihrer Überschrift reißerisch vorgegeben hat.

Denkschnecke vor 7 Wochen

Vielleicht lesen Sie einfach mal die verfügbaren Informationen, bevor Sie hier Sachen in den Raum stellen? Wie Sie dem verlinkten Artikel der Volksstimme hätten entnehmen können, ist die Mitarbeiterin "mittlerweile freigestellt". Was ist jetzt mit dem "Spektrum"?

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