Folgen des Ukraine-Kriegs "Sehr schmerzliche Auswirkungen": Gaspreise könnten deutlich steigen

Gaskunden in Sachsen-Anhalt müssen sich möglicherweise auf deutlich höhere Kosten einstellen. Davon gehen zumindest die Magdeburger Stadtwerke aus. Geschäftsführer Pietsch sagte, nur eine politische Lösung im Ukraine-Krieg könne Preisspitzen verhindern.

Ein Gasherd mit zwei Flammen.
Auf die Verbraucher kommen möglicherweise enorm steigende Gaspreise zu. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / photothek

Die Magdeburger Stadtwerke (SWM) stimmen ihre Kunden auf massive Preisanstiege beim Gas ein. SWM-Geschäftsführer Thomas Pietsch sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von "sehr, sehr schmerzlichen Preisauswirkungen" als Folge des russischen Kriegs in der Ukraine. Pietsch sagte weiter: "Erdgas ist da und wird auch im nächsten Winter da sein."

Der Endverbraucherpreis wird sich aber mindestens verdoppeln, möglicherweise auch vervierfachen.

Thomas Pietsch Geschäftsführer Magdeburger Stadtwerke

Experte: Börsenpreise haben sich verzehnfacht

Das hänge davon ab, wie sich die Lage in der Ukraine entwickle. Sollte sich eine politische Lösung finden, werde es diese Preisspitzen nicht geben. Pietsch gab aber zu bedenken: "Aktuell sehen wir eine Verzehnfachung des Börsenhandelspreises."

Minister will an russischem Gas festhalten

Zuletzt hatte Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) trotz des russischen Kriegs in der Ukraine weiter auf Öl und Gas aus Russland gesetzt. Ein Lieferstopp wäre eine fatale Entwicklung, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Die Versorgung mit Gas und Öl aus Russland sei für die Wirtschaft im Land zwingend. Sie sichere an vielen Stellen das Überleben von Betrieben. Deshalb unterstütze er Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der ein Lieferembargo ablehnt.

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MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 10. März 2022 | 08:00 Uhr

6 Kommentare

maranatha vor 21 Wochen

Die Energiepreise gehen durch die Decke.
Sanktionen gegen Russland treffen die Menschen hierzulande.
Die Politiker, die diese Sanktionen beschließen, 'verdienen' so viel, daß sie nicht auf den Spritpreis achten brauchen (Interview mit Olaf Scholz lässt sich im Netz finden).
Gauck meint, das wir auch mal frieren können für den Frieden...sagt's und geht nach Hause in seine warm beheizte Luxusvilla.
Deutlicher kann man die Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Volk nicht ausdrücken.

ElBuffo vor 21 Wochen

Letztlich alles eine Frage des Preises. Eventuell war es ein Fehler hier auf rationale Entscheidungen zu vertrauen und ansonsten sämtliche beobachteten Entwicklungen zu ignorieren.
Ohne entwickelte Volkswirtschaften, die diese Rohstoffe gegen Hartgeld abnehmen, kann sich Russland ebenfalls wünschen Weltmacht zu sein. Wer wird sich denn jetzt auf Jahrzehnte wirtschaftlich an diese politische Führung binden wollen? Weißrussland vielleicht. Aber die zahlen eben nur einen Freundschaftspreis, der die Kosten nicht deckt. China? Sicher auch nicht zu Fantasiepreisen, die die eigene wackelige Volkswirtschaft in die Knie zwingen würde. Der chinesische Präsident kotzt jetzt schon angesichts seines faktischen Gesichtsverlustes.

faultier vor 21 Wochen

Also eine Verdoppelung des Erdgaspreises bedeutet etwa 16 cent für die Kilowattstunde zu bezahlen eine vervierfachung heisst 32cent ein Durschnittliches Eigenheim verbraucht ca 15.000 kw im Jahr das heisst bei 16 cent 2400 ,- im Jahr bei 32 cent 4800 .- Euro ,das ist kalte Enteignung der Bevölkerung und der Staat beteiligt sich wegen CO2 Steuer und Mehrwertsteuer mit daran ich werde das nicht vergessen.

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