Angst vor Kundenabwanderung Magdeburger Händler fordern Abschaffung der Maskenpflicht

Während vielerorts die Corona-Zahlen steigen, macht eine Interessengemeinschaft der Magdeburger Innenstadt gegen die geltende Maskenpflicht mobil. Die Händlerinnen und Händler fürchten die Abwanderung von Kunden – und attackieren Sozialministerin Grimm-Benne scharf.

Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt
Die Magdeburger Innenstadtgemeinschaft fordert, dass die Maskenpflicht in in Geschäften gekippt werden soll. Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Die Maskenpflicht für Geschäfte in Sachsen-Anhalt soll fallen. Das fordert die Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt in Magdeburg in einer Pressemitteilung. Die Forderung verbindet die Gemeinschaft mit scharfer Kritik an Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

So heißt es vom Sprecher der Citygemeinschaft, Arno Fromhagen: "Obwohl in den meisten Boutiquen beileibe kein Massenauflauf zu befürchten ist, bleibt Ministerin Grimm-Benne extrem vorsichtig und verhindert damit eine Erholung der gebeutelten Branche. Die Händlerschaft kann diesen Hardliner-Kurs angesichts der niedrigsten Inzidenzzahlen von ganz Deutschland nicht mehr verstehen."

Was ist die IG Innenstadt? Die Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt ist ein Zusammenschluss von Unternehmern, Händlern und Gastronomen in Magdeburgs Zentrum. Sie hat nach eigenen Angaben 250 Mitglieder und vertritt die Interessen von 565 Unternehmen. Ziel der IG ist eine lebendige Innenstadt.

Damit bezieht sich Frommhagen auf die aktuell gültige 14. Corona-Eindämmungsverordnung des Landes. Diese war Anfang der Woche bis Ende August verlängert worden. Sie besagt, dass Besucher und Kundinnen in geschlossenen Räumen von Geschäften und Einkaufszentren einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen.

Kunden-Abwanderung nach Sachsen befürchtet

Mit der Forderung, die Maskenpflicht abzuschaffen, verbindet die Interessengemeinschaft auch einen Blick nach Sachsen. Dort sei Einkaufen seit Wochen ohne Maske möglich und würde zu gut frequentierten Innenstädten führen. Sogar eine Abwanderung von Kundinnen und Kunden ins Nachbarbundesland sei schon zu beobachten, wird in der Pressemitteilung behauptet.

Belege dafür werden nicht geliefert. Der Vorstoß der IG kommt auch deshalb überraschend, weil in den beiden größten Städten Sachsens, Leipzig und Dresden, die Maskenpflicht in Geschäften gerade wieder eingeführt wurde.

In beiden Städten lag die Inzidenzzahl vorher mehrere Tage über dem Grenzwert von 10. Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass Maskenpflicht und Abstandsregeln wohl bis ins Frühjahr 2022 nötig sein werden.

MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. August 2021 | 07:30 Uhr

37 Kommentare

Denkschnecke vor 7 Wochen

So ein Ober-Unfug. Niemand enthält Ihnen etwas vor. Sie müssen nur selber recherchieren. Z. B. Hemmer et al., Dt. Ärzteblatt 2021, ein Übersichtsartikel auf Deutsch zu den ganzen Evidenzen, dass und wie FFP2- und OP-Masken Infektionen vermeiden.
Um zur Versachlichung beizutragen, könnten Sie ja mal den "wissenschaftlichen Beweis" zur "Abhärtung des Immunsystems" bei COVID-19 beibringen. (Wobei es "Beweise" sowieso nur in der Mathematik gibt; in der medizinischen Forschung höchstens Evidenzen. )

Elbbewohner vor 7 Wochen

Die Einzelhandels-Verbände in Sachsen-Anhalt fallen schon seit langem mit Vorstößen gegen die Beschränkungen auf, die Maskenpflicht ist immer wieder dabei. Mal abgesehen davon, dass ich wenig Verständnis für Leute habe, denen in der aktuellen Entwicklung schon der Mundschutz zuviel ist: Ob die Händler auch mal was zu Ende gedacht haben?
Ich jedenfalls stelle mich auch weiterhin nicht in die Warteschlange mir unbekannter Kunden bspw. an der Kasse bei Karstadt & Co., wenn dort nicht konsequent Masken getragen werden, und fast alle in meinem Umfeld tun das auch nicht. Das jetzige Argument mit Sachsen ist doch mehr als hanebüchen, als wenn die Magdeburger wegen des Mundschutzes in Scharen 100 km zum Einkauf nach Leipzig fahren und dadurch eigene Geschäfte zu kurz kommen. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.
Wenn der Handel das so will, kann er das gern haben: Dann wird eben nur noch online bei Amazon & Co. gekauft. Wenn das nicht umgekehrt wird, kommt des Ende der bisherigen Innenstadt.

REXt vor 7 Wochen

Peter, neben dem wissenschaftlichen Beweis den man uns schuldig ist, schon mal was von Abhärtung des Immunsystems gehört? Das trifft auch auf Corona zu. Wegen mir können sich die Maskenfettischisten ihre Maske antackern!

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