Härtefallkommission vertagt sich Neue Hoffnung für Roma-Familie aus Magdeburg

Der Fall der Familie Barjamovic aus Magdeburg hat in den vergangenen Wochen viele Gemüter bewegt. Nun ist klar: Die Familie darf vorerst bleiben, die Härtefallkommission von Sachsen-Anhalt hat ihre Entscheidung auf September verschoben.

Ein Transparent
Für die Familie gab es im Vorfeld viel Unterstützung. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Beratung der Härtefallkommission von Sachsen-Anhalt gibt es neue Hoffnung für die Familie Barjamovic aus Magdeburg. Nach einer zweistündigen Debatte beschloss die Härtefallkommission, den Fall der Roma-Familie erst im September zu entscheiden. Grund war laut Vorsitzender Monika Schwenke, dass es neue Erkenntnisse gibt, die eine neue Prüfung erforderlich machen.

Bleiberecht war entzogen worden

Monika Schwenke in ihrem Büro.
Monika Schwenke ist Vorsitzende der Härtefallkommission. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

"Es ist ein Strohhalm", sagte Monika Schwenke MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage. "Wir suchen nach einer Möglichkeit, damit die gesamte Familie ein Bleiberecht erhält." Allerdings war der Familie schon vor Jahren ein Bleiberecht aus humanitären Gründen erteilt worden. Wegen fehlenden Integrationswillens war der Familie dieses Recht wieder entzogen worden.

"Wir haben wirklich gerungen"

Monika Schwenke lobte ausdrücklich das Engagement der Unterstützerinnen und Unterstützer. Allerdings müsse der Fall in seiner gesamten Komplexität betrachtet werden. Positiv wertete sie, dass alle Mitglieder der Kommission bereit waren, nach dem Strohhalm der Hoffnung zu greifen und den Fall nochmals zu prüfen. "Wir haben wirklich gerungen", versichert Monika Schwenke. "Es zeigt, dass sich niemand die Entscheidung leicht macht."

MDR/Annette Schneider-Solis, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. Juli 2021 | 17:30 Uhr

13 Kommentare

Britta.Weber vor 9 Wochen

Eine Entscheidung bei dieser klaren Faktelage, die mich sprachlos macht und die Akzeptanz der Asyl- und Migrationspolitik in der Bevölkerung ungeheuer erschwert. Die Härtefallkommission und Frau Schwenke haben dem Anliegen und unserem Land einen Bärendienst erwiesen.

Eulenspiegel vor 9 Wochen

„Allerdings war der Familie schon vor Jahren ein Bleiberecht aus humanitären Gründen erteilt worden. Wegen fehlenden Integrationswillens war der Familie dieses Recht wieder entzogen worden.“
Diese Familie hatte ein Bleiberecht aus humanitären Gründen. Und dafür gab es sicher gute Gründe. Und ihr destruktives Verhalten ist sicher in ihrer, vorsichtig ausgedrückt, unschönen Vergangenheit begründet.
Trotzdem muss dies Familie auch irgendwie gefordert werden. Denn ganz ohne Integrationswillen funktioniert das alle einfach nicht. Denn das ganze ist keine Einbandstraße.
Es gibt mehr als genug Menschen die sagen dort wo wir herkommen können wir nicht mehr leben. Wir möchten hier leben, uns eine Existenz aufbauen und ein Teil dieser Gesellschaft werden und uns einbringen.

Benutzer vor 9 Wochen

"Doch bis heute, so die Stadt Magdeburg auf Anfrage, sprechen die Eltern kein Deutsch, gehen keiner Arbeit nach, leben von Sozialleistungen. Die Kinder haben in der Schule eine horrende Zahl an Fehlstunden angesammelt"

ohne Worte. Man lässt sich auf die Nase rumtanzen.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt