Handwerk Weiter zu wenige Auszubildende im Land

Handwerksbetriebe in Sachsen-Anhalt kämpfen nach wie vor um Auszubildende. Gründe sind unter anderem die Corona-Pandemie, unbekannte Ausbildungsberufe und sinkende Schülerzahlen. Doch die Unternehmen sind auf Azubis angewiesen, denn der Markt an Fachkräften ist leergefegt.

Das Handwerk in Sachsen-Anhalt hat weiterhin große Probleme, genügend Auszubildende zu finden. Wie Burghard Grope von der Handwerkskammer Magdeburg MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, beschäftigt im Bezirk Magdeburg zurzeit nur etwa jeder zehnte Betrieb einen oder mehrere Auszubildende. Im vergangenen Jahr seien rund 1.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Azubis einziger Ausweg aus Fachkräftemangel

Nach Darstellung der Handwerkskammer ist daran nicht allein die Pandemie schuld. "Wir haben 153 Ausbildungsberufe, viele kennt man gar nicht – wie Glockengießer, Kürschner oder Stuckateur. Da bleiben viele Aufträge liegen", erklärt Grope. Man wünsche, dass verstärkt Praktika angeboten werden, auch am Gymnasium. "Die Betriebe müssen ausbilden, weil schlicht einfach keine fertig ausgebildeten Kräfte auf dem Markt zu finden sind."

Sinkende Schülerzahlen verschärfen das Problem

Die Pandemie erschwere vor allem Bewerbungsgespräche vor Ort, räumt Georg Haberland von der Agentur für Arbeit ein. Auch die Frage nach Alternativen, falls die Ausbildung wegen Corona nicht angetreten werden könne, nehme zu. Neben Corona führe aber auch die bereits seit Jahren sinkende Zahl an Schülern zu fehlenden Auszubildenden.

Quelle: MDR/Johanna Honsberg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 08. Juni 2021 | 11:00 Uhr

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