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Die Hubbrücke in Magdeburg ist fast 200 Jahre alt. (Archivbild) Bildrechte: imago images/Norbert Neetz

Neue StelenMagdeburger Hubbrücke soll teilsaniert werden

14. Juli 2023, 19:25 Uhr

Die Stelen der Hubbrücke in Magdeburg sollen erneuert werden. Dafür will der Besitzer wie beim Bodenbelag vor rund 15 Jahren die Bevölkerung einspannen. Die Stelen an der Brücke sollen im Gegenzug für eine Spende individuell beschriftet werden können. Die Brücke steht unter Denkmalschutz und wurde zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg repariert.

Wer über die Hubbrücke in Magdeburg läuft, sieht neben dem schönen Ausblick auf den Dom und die Elbe auch, wie die Brücke inzwischen in die Jahre gekommen ist: Ein paar Holzbohlen sind gebrochen, einige wurden bereits ausgetauscht. Vor allem aber fällt der Rost an den Balken, Stelen und dem Geländer auf. Der soll jetzt verschwinden – und alle können mitmachen.

Mehr als 50 Stelen befinden sich an beiden Seiten der 215 Meter langen Brücke. Die Hubbrücke in Magdeburg ist eine der ältesten und größten Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Mit ihren 175 Jahren hat sie nicht nur einiges erlebt – sie hat auch Sanierungsbedarf. Hubbrücken sind bewegliche Brücken, bei denen der Mittelteil nach oben gefahren werden kann, um Schiffe passieren zu lassen.

Letzte Reparatur nach dem Zweiten Weltkrieg

Eine Stele an der Brücke wurde schon erneuert. Sie ist rostfrei und in strahlendem Rot gestrichen. Rostfrei und grau-grün wie der Originalanstrich sollen bald alle Stelen aussehen. Das Rot dient derzeit nur der besonderen Aufmerksamkeit. "Es wird auch langsam Zeit mit der Sanierung, damit die Brücke noch lange erhalten bleibt.", sagt Eigentümer Rolf Onnen. Die letzte Reparatur sei durch den Zweiten Weltkrieg bedingt gewesen. Außerdem müsse jedes Haus, jedes Bauwerk permanent instand gehalten werden. "Das ist hier seit 70 Jahren überhaupt nicht mehr gemacht worden, wohlwissend, dass die Brücke irgendwann mal einen neuen Anstrich braucht", so Onnen.

Magdeburger finanzieren neuen Bodenbelag

Und dieses Irgendwann ist jetzt gekommen. Onnen hatte 2009 ein Grundstück der Bahn, den "Elbbahnhof" in Magdeburg gekauft. Als Voraussetzung für den Kauf musste er unter anderem auch die Hubbrücke erwerben und instand halten. Damals musste der Bodenbelag der Brücke dringend erneuert werden. Zur Finanzierung wurden die 1.500 Eichenbohlen gegen Spenden mit individuellen Botschaften versehen. Vier Jahre später, 2013, konnte die Brücke für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden.

Nun folgt die nächste Finanzierungsaktion. Denn die Magdeburger ins Boot holen für die Kosten ihrer Brücke hält Rolf Onnen auch heute noch für die beste Möglichkeit.

Individuelle Gestaltung der Stelen geplant

"Ich versuche jetzt die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass wir die Stelen einzeln verkaufen. Das heißt, jeder soll einen Obulus dafür bezahlen, dass ich Stele für Stele die Brücke neu streiche", erklärt Onnen die Aktion. Genau wie beim Bodenbelag kann man dann einen individuellen Spruch, ein Firmenlogo oder einen Gruß auf die Stele auftragen lassen. Die Worte werden dann mit einer Schablone an die Stelen gesprüht und versiegelt.

In bunt wird es die Stelen am Ende aber wohl nicht geben. Das verhindert der Denkmalschutz. Fürs Erste sind Preise ab 500 Euro pro Stele angedacht – je nach Lage und Größe. Wer möchte, kann auch beim Malern der Brücke helfen. Schwierig wird es, ein Gerüst für die Malerarbeiten zu finden, sagt Onnen, denn die Brückengeländer sind bis zu zwölf Meter hoch. Für die Stelen anmelden kann man sich direkt in Onnens Immobilienbüro. Einen Zeitplan gibt es bisher jedoch nicht. Am Ende entscheidet der Erfolg der Spendenaktion, wie lange die Sanierung der Magdeburger Hubbrücke dauert.

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MDR (Nadine Hampel, Annekathrin Queck)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. Juli 2023 | 12:40 Uhr

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