Computerchips Chipfabrik von Intel soll nach Magdeburg kommen

Intel will in Europa eine riesige Chipfabrik bauen. Zuvor hatte sich das Unternehmen drei Standorte in Deutschland angeschaut: Magdeburg, Dresden und die bayrische Kleinstadt Penzing. Jetzt hat der Chiphersteller sich offenbar für die Neuansiedlung in Magdeburg entschieden.

Intel Chip
In der neuen Chipfabrik in Magdeburg könnten mehr als 1.000 neue Jobs entstehen. Bildrechte: IMAGO

Der US-Chiphersteller Intel hat sich offenbar endgültig für eine Neuansiedlung in Magdeburg entschieden. Die Entscheidung über den Bau einer Giga-Fabrik solle in der nächsten Woche offiziell bekanntgegeben werden, wie der MDR erfuhr.

Damit hätte der US-Halbleiterhersteller der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt den Vorzug vor anderen Standorten in Deutschland und Europa gegeben. Über eine mögliche Ansiedlung wird bereits seit Monaten heftig spekuliert.

Intel will mehr in Europa produzieren

Sachsen-Anhalts Arbeitgeberpräsident Marco Langhof hatte zuvor für Magdeburg als Standort geworben. Magdeburg eigne sich für die Chipfabrik wegen seiner attraktiven Gewerbegebiete und weil die Hochschule neue IT-Nachwuchskräfte ausbilde.

Mit der Ansiedlung in dem ostdeutschen Bundesland könnte Intel die bereits früher angekündigte deutliche Expansion seiner Fertigungskapazitäten auch in Europa vorantreiben.

Entscheidung gegen Dresden

Neben Standorten in Frankreich und Italien war auch immer wieder ein Standort in Ostdeutschland im Gespräch: Dresden hatte sich Hoffnungen auf die neue Fabrik gemacht. Auch Hubert Lakner, der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme, hatte gehofft, dass Intel die neue Chipfabrik in Dresden ansiedeln würde. Die Stadt habe die nötige Infrastruktur: "Dieses Ökosystem existiert bereits hier in Dresden. Das kann Magdeburg nicht bieten."

Trotzdem habe sich Intel jetzt für Magdeburg entschieden. In den vergangenen Wochen wurde schon über eine Produktionsstätte mit über 1.000 Jobs berichtet. Bei der Investition geht es dem Vernehmen nach um einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Förderung durch die EU

Die Ansiedlung steht im Zusammenhang mit dem EU Chips Act. Damit will die EU-Kommission mehr als 30 Milliarden Euro zur Förderung der europäischen Chipindustrie mobilisieren. Die Investitionen sollen für mehr technologische Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der EU im Chipbereich sorgen. Europa will im Jahr 2030 einen Marktanteil in der globalen Chipindustrie von 20 Prozent haben.

Intel erlöste im vergangenen Jahr 73 Milliarden Dollar und hat einen weltweiten Marktanteil von 12,5 Prozent. Wie der MDR erfuhr, könnte die Ansiedlung in Magdeburg am Freitag der kommenden Woche öffentlich gemacht werden.

#MDRklärt Daher kommt der Begriff Giga-Fabrik

Der Chip-Fabrikant Intel plant, in Magdeburg eine Giga-Fabrik zu bauen. Woher dieser seltsame Name stammt, zeigt #MDRklärt.

Daher kommt der Begriff Giga-Fabrik
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Daher kommt der Begriff Giga-Fabrik
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Magdeburg hat gute Chancen, Standort der neuen Giga-Fabrik des Chip-Riesen Intel zu werden.
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Erfunden hat den Begriff "Giga-Fabrik" Elon Musk für seine Batteriefabrik in Nevada. (tesla + bild)  Der Name hat hier zweierlei Bedeutung:
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Giga bedeutet riesig. Nach Angaben von Tesla soll die Fabrik in Nevada die größte der Welt werden. Auch Intel bekäme in Magdeburg eine Fläche von 380 Hektar bereitgestellt.
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Giga steht bei Tesla auch für die Einheit Gigawattstunden. Denn Tesla muss für den Speicher der Fahrzeuge viel Strom produzieren.  (Vergleich: Keine Kilo- oder Megawattstunden, sondern Gigawattstunden.) Bei Intel ginge es dann aber eher um Gigabyte – die Speicherkapazität von Daten.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Dezember 2021 | 20:00 Uhr

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