Bedenken in Ottersleben Intel-Manager wollen auf Anwohner der neuen Chipfabrik zugehen

Eine Intel-Delegation war am Montag im Magdeburger Stadtteil Ottersleben unterwegs. Die Manager wollten mit den Anwohnern ins Gespräch kommen, die künftig in unmittelbarer Nachbarschaft zur neuen Chipfabrik leben müssen. Vor allem der Baustellen- und Pendlerverkehr treibt die Ottersleber um.

Gruppe von Menschen steht an Sportplatz und unterhält sich
Todd Brady von Intel (Mitte) beim Gespräch mit Anwohnern von Ottersleben Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei

Der US-amerikanische Chiphersteller Intel kommt nach Magdeburg und geht vorab auf die Anwohner zu. Am Montag waren Manager des Konzerns im Stadtteil Ottersleben unterwegs, um mit Menschen in Kontakt zu treten, die künftig in unmittelbarer Nähe zum Produktionsstandort leben werden.

Zum Auftakt der Gespräche traf sich die Intel-Delegation mit dem Verein "Bürger für Ottersleben". Der Verein ist skeptisch, zum Beispiel was den zu erwartenden Straßenverkehr angeht.


Bedenken gegen Intel-Ansiedlung

Der Vereinsvorsitzende Ronni Krug sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstag: "Wir haben Bedenken, dass der Baustellen-Verkehr, die Anlieferung und später einmal der Pendelverkehr von den jetzt bestehenden Straßen nicht aufgefangen werden kann. Wir setzen uns dafür ein, dass die Straßen und der öffentliche Nahverkehr an die neuen Gegebenheiten angepasst werden."

Eine Verkehrs-Entlastung könne unter anderem durch einen Lückenschluss der Ottersleber Ortsumgehung umgesetzt werden, so Ronni Krug. Ottersleben liegt unmittelbar an der künftigen Intel-Baustelle.

Intel-Sprecher Todd Brady sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Der Grund, warum ich hier in die Region gekommen bin, ist, dass wir mit den Gemeinden kooperieren wollen." Man wolle direkte Gespräche führen und Teil der Gemeinschaft werden. "Nur so können wir auf Dauer erfolgreich sein, indem Intel und die Gemeinde partnerschaftlich zusammenarbeiten", erklärte Brady.

Gruppenbild mit zwei Männern in weißen Poloshirts, dazwischen ein Mann im Anzug
Von links: Ronni Krug, Bürgerverein Bürger für Ottersleben, Intel-Sprecher und jetzt auch Mitglied des Ottersleber Fußballclubs Todd Brady und Wiegbert Schwenke vom Bürgerverein Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei

Intel-Sprecher: "Hatten tolles Treffen"

Die Zusammenkunft mit den Anwohnern aus Magdeburg-Ottersleben bewertet der Intel-Sprecher positiv:

Wir hatten ein tolles Treffen und wurden wunderbar aufgenommen.

Todd Brady Intel-Sprecher

Der US-Konzern schätze die "großartige Unterstützung hier", so Brady weiter. "Wir haben besprochen, wie wir künftig zusammenarbeiten können. Jetzt bin ich sogar ein offizielles Mitglied des Fußballclubs, besser geht’s nicht!"


An Giga-Fabrik entzündet sich auch Kritik

Intel will 2023 mit dem Bau der Produktionshallen vor den Toren Magdeburgs beginnen. Der US-Konzern will insgesamt 17 Milliarden Euro investieren. Der Produktions-Start ist für 2027 geplant.

Neben aller Freude über die Hightech-Ansiedlung gibt es auch kritische Stimmen. Bedenken ruft etwa der Umstand hervor, dass die Chipfabriken am Eulenberg bei Magdeburg große Mengen Wasser benötigen werden. Intel will dafür die Elbe anzapfen. Kritiker halten die Gegend dafür zu trocken.

Der Landesbauernverband bemängelte zudem, dass der Landwirtschaft für den neuen Intel-Standort Ackerflächen von hoher Qualität verloren gingen.

MDR (Sebastian Mantei, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Juni 2022 | 16:30 Uhr

13 Kommentare

hilflos vor 23 Wochen

Klar geht es um die Förderung. Kohle sonst nichts; zum Schluss gibt es dann einen Aufschrei, wie "Gas zu teuer, Strom zu teuer, Leute rassistisch und böse" irgend etwas

DanielSBK vor 23 Wochen

Lieber nilux = so ne' Auto ist richtig & wichtig! Sieht man ja an der Grafik der Firma Intel, wo der Parkplatz ca. Dreiviertel größer wie das Werk ist.
"Think Bigger" = typisch USA halt, die haben ja auch begehbare Kühlschranke.

DanielSBK vor 23 Wochen

" Ich glaube eher an einen, für uns teuren Flop,"

Dieser "Flop" bringt Intel aber EU-Fördergeldeinnahmen von ca. 7 Milliarden Euro ... dafür muss die Oma ganz schön lange stricken. Bemerkenswert nur, dass jetzt scheinbar alle nur auf "Inte-City" (=Klein Chicago in der Börde) schauen. Die "anderen" Unternehmern zählen nix mehr ...

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