Erst Bus, dann Bahn Verkehr: Wie das Intel-Werk an Magdeburg angeschlossen werden soll

Verkehrsministerin Hüskens hat erste Pläne vorgestellt, wie die Menschen künftig zum Intel-Werk bei Magdeburg kommen sollen. Zunächst wohl mit dem Bus und später mit der Bahn. Bei ihrem Ortstermin wurde auch für die Wiederbelebung der umliegenden Gemeinden geworben.

Mehrere Politiker, darunter Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens, beugen sich über Pläne.
Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Hüskens hat am Mittwoch den Standort des künftigen Intel-Werks besucht. Bildrechte: MDR/Ronald Neuschulz

Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) hat erste Pläne zum Anschluss des künftigen Intel-Fabrikgeländes an das umliegende Verkehrsnetz vorgestellt. Die Ministerin hatte am Mittwoch an einer Begehung des künftigen Fabrikgeländes an der südwestlichen Stadtgrenze Magdeburgs teilgenommen. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT:

Das Gebiet wird wahrscheinlich erst einmal mit dem Bus erschlossen. Gleichzeitig wird geprüft, ob wir mit der Straßenbahn hierher kommen können. Dazu könnte man die Linie, die momentan in Magdeburg in der Halberstädter Straße endet, über Ottersleben rausziehen.

Lydia Hüskens

Der dritte Punkt wäre dann der Anschluss über eine S-Bahn- oder Bahn-Linie. Bei der gehe es um die Strecke zwischen Magdeburg und Halberstadt, so Hüskens.

Gleise in Wanzleben liegen noch

Der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer warb in diesem Zusammenhang für eine Neuanbindung der Stadt Wanzleben-Börde an den Bahnbetrieb. Die nötigen Gleisanlagen seien noch vorhanden.

Angesichts des erwarteten Zuzugs in der Umgebung der Intel-Ansiedlung pochte Heuer zudem auf eine Wiederbelebung der Ortskerne in den umliegenden Gemeinden. Dazu brauche es Anreize, damit nicht nur um die Ortschaften herum Neubaugebiete entstünden, während Dörfer und Ortskerne sterben würden.

Hüskens: "Müssen Wohnraum nicht schaffen, sondern aufwerten"

Hüskens sagte dazu, sie werde prüfen, ob der Bund mit Zuschüssen oder Darlehen helfen könne. Zum Beispiel um alte Gehöfte in Ortskernen wieder flott zu machen. Sachsen-Anhalt brauche Wohnungsbau-Fördermittel nicht, um zusätzlichen Mietwohnraum zu schaffen, so die FDP-Ministerin, sondern um Wohnraum qualitativ wieder aufzuwerten.

Baubeginn auf dem 450 Hektar großen Gebiet der neuen Intel-Fabriken soll bereits im kommenden Jahr sein. 2027 soll die Produktion starten. Magdeburg und sein Umland rechnen mit 30.000 bis 40.000 neuen Einwohnern. 17 Milliarden Euro will das Chip-Unternehmen in den neuen Standort investieren.

MDR (Ronald Neuschulz, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. April 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

steka vor 8 Wochen

das Bauen ist die eine Seite, aber woher sollen die Arbeitskräfte kommen ?
So schon Lehrermangel, Alten-und Krankenplegermangel, Lokfüherer. und Kraftfaherermangel, Handwerker bekommen keinen Nachwuchs aber huderte neue Arbeitsplätze schaffen und Arbeitskräfte abwerben für Dinge, die nicht lebensnotwendig sind. Die bezahlung wird sicher wesentlich höher sein als in den Mangelberufen. Autos sind früher auch ohne Chips gefahren. Und für Lensmittel ist nunmal auch Acker notwendig. Chips kann man nicht essen.

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