Verein und Bahnhofsmission kooperieren Magdeburg hat jetzt einen Kältebus für Obdachlose

Ein Kältebus soll obdachlose Menschen ab sofort von der Magdeburger Bahnhofsmission in eine Unterkunft bringen. Der Transport wird von einem Verein organisiert. In den Unterkünften erhalten die wohnungslosen Menschen ein Bett, eine Mahlzeit und ein Paket für die Körperpflege.

Vier Menschen stehen vor einem Kleinbus
Dennis Brandt (Hilfe für Helfer in Not), Bürgermeisterin Simone Borris, Heike Schulz (Leiterin Sozial- und Wohnungsamt) und Stefan Perlbach (Vorsitzender Hilfe für Helfer in Not) vor dem neuen Kältebus (v.l.) Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

In Magdeburg gibt es ab sofort einen Kältebus, der Obdachlose von der Bahnhofsmission in eine warme Unterkunft bringt. "Wir möchten damit insbesondere jene Menschen erreichen, die von außerhalb nach Magdeburg kommen, die Bahnhofsmission als erste Anlaufstelle nutzen und eine Übernachtungsmöglichkeit benötigen", erklärte Bürgermeisterin Simone Borris am Freitag.

Obdachlose können zwischen zwei Unterkünften wählen

Kleines Paket mit Produkten zur Körperpflege
In den sozialen Einrichtungen erhalten die wohnungslosen Menschen auch ein kleines Paket mit Produkten zur Körperpflege sowie ein paar Snacks. Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

Der Bus steuere zwei Unterkünfte an. Dort bekämen die Obdachlosen ein Bett, eine Mahlzeit und ein kleines Paket mit Körperpflege-Produkten. Den Transport übernehme der Verein Hilfe für Helfer in Not. Obdachlose könnten wählen, ob sie in eine soziale Wohneinrichtung in der Basedowstraße oder in eine Unterkunft in der Bahnikstraße gebracht werden wollen.

"Mein Dank gilt der Magdeburger Stadtmission als Träger der Bahnhofsmission und dem Verein Hilfe für Helfer in Not, die mit uns gemeinsam das neue Angebot realisieren", sagte die Leiterin des Magdeburger Sozial- und Wohnungsamtes, Heike Schulz. Es handele sich um eine Ergänzung bereits bestehender Angebote in der Landeshauptstadt.

Nachrichten

Ein Mann im grünen Shirt von hinten. 19 min
Guido lebte monatelang bei jedem Wetter auf der Straße. Bildrechte: MDR/Theresa Liebig

dpa, epd, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. Dezember 2021 | 20:00 Uhr

10 Kommentare

Matthi vor 6 Wochen

Obdachlos kann man schnell werden, wenn man aus seiner Wohnung raus muss (Eigenbedarf, Vollsanierung des Hauses oder Abriss) und Bezieher von Sozialleistungen ist. Gerade bei der angespannten Wohnungslage in den Städten suchen sich natürlich die Vermieter meistens Leute aus mit gutem Einkommen. Es ist beschämend das ein Reiches Land wie Deutschland das jedes Jahr Milliarden an Wirtschaftshilfe, Entwicklungshilfe ins Ausland gibt es im eigenen Land nicht schafft Obdachlosigkeit zu verhindern.

Hawk1978 vor 6 Wochen

Hallöchen...
Ich selbst hab in Halle an der Saale ein Projekt ins Leben gerufen, welches genau, Weltenbummler und Menschen mit Nachteilen (Sozialschwäche, Altersarmut oder sogar Kontaktdefizit) unterstützt und sich kümmert.
Die pauschalen Aussagen, dass man alles kann wenn man möchte, bestätige ich nur zu Teilen.
Unser System ist vollends überlastet und für kurzfristige Lösungen viel zu unflexibel.
Meine Frau, unsere Helfer und ich geben wöchentlich ca. 150 Essen aus, verteilen ausreichend Kleidung, Kosmetika und geben einen Raum für Gespräche. ( Wir reden hier nicht ausschließlich über Erwachsene!)
Wer denn genau diese Situation beenden möchte und auf Ämter geht kommt nunmal zwangsläufig nicht um die Obdachlosigkeit drumherum, bzw. der Unterbringung und einer Notunterkunft (ausgelastet), da diese Mühlen nur sehr langsam mahlen und hier keine kurzfristigen Lösungen gefunden werden können.
Auch spreche ich nicht von den Bearbeitern, sonder eher von deren Möglichkeiten

Grüsse, David.

O.B. vor 6 Wochen

Naja das ist nicht schön aber Tatsache ist auch das der Staat nicht dem einzelnen Bürger hinterher läuft bzw laufen kann. Es gibt auch in der abgelegensten Provinz Ämter die man aufsuchen kann. Dort findet man ja die Hilfe. In ihrem Fall mit mietrückstanden oder halt Konkurs der Firma spielschulden ... was auch immer. Schuldnerberatung beispielsweise unterstützt einen. Die schreiben Briefe oder kommen zu Terminen mit Gläubigern mit udgl. Also alles ist machbar nur man muss auch selber gewillt sein die Probleme aus der Welt zu schaffen. Da fehlt aber halt einigen der sprichwörtliche tritt in den Hintern oder sie meinen es ist so arg das man da eh nicht wieder raus kommt. Wir hatten hier beispielsweise einen Obdachlosen im ländlichen Bereich der ca 40 km Landstraße sein eigen nannte. Zu Kinderzeiten war das der schwarze Mann wenn es hieß nach Hause zu kommen 🤣. Der hatte sich bewusst dafür entschieden und ist dann erst im hohen Alter ins Heim gegangen.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt