200 Millionen Investition Müllheizkraftwerk Magdeburg in Rothensee wächst

Das Müllheizkraftwerk Magdeburg wird für 200 Millionen Euro um einen neuen Block erweitert. Damit sollen weitere zehntausende Haushalte in Magdeburg mit Strom und Fernwärme versorgt werden können. Der Ausbau erfolgt weitgehend ohne Proteste von Anwohnern. Aufkommende Probleme mit Anwohnern konnten bisher besprochen und gelöst werden.

Arbeiter stehen vor der Kesselstütze von Block drei des Müllheizkraftwerks Rothensee (MHKW) der sich in Bau befindet.
Das Müllkraftwerk Magdeburg in Rothensee bekommt einen neuen Block. Bildrechte: dpa

Der Ausbau des Müllheizkraftwerks (MHKW) Magdeburg in Rothensee schreitet voran. Für rund 200 Millionen Euro bekommt das Kraftwerk einen neuen Block. In dem sollen ab 2024 jährlich 270.000 Tonnen Abfälle sowie 55.000 Tonnen Klärschamm verbrannt werden können. Nach Angaben der Betreiber können dadurch weitere zehntausende Haushalte und viele Unternehmen mit Strom und Fernwärme versorgt werden.

Am Montag hat der neue Block die erste Kesselstütze bekommen. Die Betreiber sagten, damit sei ein wichtiger Meilenstein im Ausbau des Kraftwerks erreicht. Damit hätten die Stahlbauarbeiten begonnen. Wenn der neue Block eröffnet wird, steigt die Gesamtkapazität des MHKW auf fast eine Million Tonnen pro Jahr.

Arbeiter stehen vor der Kesselstütze von Block drei des Müllheizkraftwerks Rothensee (MHKW) zwischen deren Stahlträgern bereits die Entschlacker zu sehen sind.
Den Einbau der ersten Kesselstütze bezeichneten die Betreiber als Meilenstein. Bildrechte: dpa

Mehr Strom, Fernwärme und Ressourcen-Rückgewinn

Geschäftsführer Ralf Borghardt freut sich auf die Inbetriebnahme. Neben dem zusätzlichen Strom und der zusätzlichen Fernwärme habe der neue Block viele weitere Vorteile. Man könne dort Klärschlamm so verbrennen, dass sich der wichtige Rohstoff Phosphor zurückgewinnen lasse. Zudem soll der Block Prozessdampf zur Energieerzeugung für Industrieunternehmen produzieren.

Kaum Proteste gegen das MHKW

Von den Anwohnern gibt es trotz anfänglicher Skepsis kaum Proteste gegen die Erweiterung des MHKWs. Laut MHKW-Geschäftsführer Rolf Oesterhoff liegt das auch daran, dass die Rothenseer frühzeitig in die Planungen einbezogen wurden. Weil diese Sorge vor einer Zunahme des Lkw-Verkehrs und von Stau hatten, wurde für das Kraftwerk eine neue Verkehrsspur gebaut.

Wolfgang Ortlepp gehört zur Interessengemeinschaft Rothenseer Bürger, die sich zunächst gegen das Kraftwerk wehren wollten. Er zeigt sich zufrieden über die Kommunikation mit den Geschäftsführern. Aufkommende Probleme könnten in der Regel auf kurzem Weg geklärt werden. Außerdem profitiere man in Rothensee, wie im Rest Magdeburgs, von Steuereinnahmen durch das Kraftwerk.

MDR (Leonard Schubert, Sören Thümler, Uli Wittstock)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Dezember 2022 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 9 Wochen

Wie sind die denn dort drauf? Erst darf Intel bauen, wie es mag, nun auch noch eine Vergrößerung der Müllverbrennungsanlage. Da hat man doch erstmal grundsätzlich dagegen zu sein und wenigstens sinkende Immobilienpreise und niedrige Einkommen zu beklagen.

Tim Taler vor 9 Wochen

Da würde bestimmt auch noch ein bisschen Platz für den Star Park 2 zu finden sein. ;)

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