Großprojekt der MVB Startschuss für Magdeburgs neuen Straßenbahn-Betriebshof

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe bekommen einen neuen Straßenbahn-Betriebshof. Der alte wurde beim Hochwasser 2013 stark beschädigt. 110 Millionen Euro werden für den Neubau im Stadtteil Rothensee investiert. Laut Oberbürgermeister Trümper ein klares Bekenntnis der Stadt zum Verkehrsmittel.

eine Tafel
Am Montag fand der symbolische Spatenstich statt. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

In Magdeburg hat es am Montag den offiziellen Spatenstich für ein neues Großprojekt der Verkehrsbetriebe gegeben. Im Norden der Stadt entsteht ein neuer Straßenbahn-Betriebshof der MVB.

Der Betriebshof wird direkt neben dem alten in Rothensee gebaut. Der MVB zufolge werden eine Abstellhalle, eine Werkstatt für die Straßenbahnfahrzeugflotte inklusive Verwaltungs- und Fahrdienstgebäude, ein zentraler Recyclinghof sowie Verkehrsanlagen gebaut. MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel bezeichnete das Vorhaben als eines der größten Projekte der MVB und als enorm wichtig für die Zukunft des städtischen Nahverkehrs in Magdeburg.

eine Tafel
So soll der neue Betriebshof aussehen. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Betriebshof durch Hochwasser 2013 beschädigt

Der alte Betriebshof aus dem Jahr 1970 war nicht nur in die Jahre gekommen, sondern durch das Hochwasser 2013 auch stark beschädigt worden. Der neue Betriebshof soll laut MVB hochwassersicher gebaut werden und künftigen Naturereignissen gewachsen sein. Dafür muss das gesamte Gelände um durchschnittlich zwei Meter angehoben werden.

Aber auch andere Herausforderungen lagen vor Projektleiter Frank Rathsack. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass man sich auch schon mit der nächsten Straßenbahn-Generation für Magdeburg beschäftigt habe, mit Fahrzeugen, die man quasi noch gar nicht kenne.

Trümper: "Zukunft für Straßenbahnbetrieb gesichert"

Lutz Trümper, OBM Magdeburg, an einer Baustelle während eines Interviews.
Lutz Trümper, OB Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper ist der Neubau ein klares Bekenntnis der Stadt zum Verkehrsmittel. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir müssen erreichen, dass – wenn wir ökologisch nicht immer nur Sonntagsreden halten wollen – die Menschen Schritt für Schritt auf die Straßenbahn umsteigen. Dann muss sie eben öfter fahren, dann brauchst du mehr Fahrzeuge, dann brauchst du einen größeren Aufwand an Technik und auch an Unterhaltung von Mitarbeitern."  

Das alles seien Investitionen in die Zukunft, die lange dauern. In Deutschland habe man extrem lange Planungsprozesse. "Wir werden das hier jetzt in fünf Jahren realisieren. Ich glaube, damit ist in Magdeburg die Zukunft für den Straßenbahnbetrieb gesichert."

Betriebshof soll 2026 fertig sein

Der neue Betriebshof Nord wird der MVB zufolge Heimat für 59 Niederflurstraßenbahnen sein. Die Hauptwerkstatt ist für 117 Fahrzeuge ausgelegt.

Die Kosten liegen insgesamt bei 110 Millionen Euro. Der Bund fördert den Neubau mit 24 Millionen Euro aus dem Hochwasserfonds Aufbauhilfe. Das Land Sachsen-Anhalt steuert 16,5 Millionen Euro Fördermittel bei, die Stadt Magdeburg gibt ebenfalls 10 Millionen Euro Fördermittel dazu. 2026 soll der neue Betriebshof fertig sein.

MDR/Sören Thümler, Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. September 2021 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

sachsenanhalter vor 12 Wochen

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll:
- Jeder der dort mal vorbei fährt, sieht das der alte Betriebshof kurz vor dem Zusammenfallen ist. Ähnlich sieht es in der Hauptwerkstatt in der Herrenkrugstraße aus, die in den Neubau integriert wird. Wie mir zu Ohren gekommen ist, sind die Arbeitsbedingungen der Schlosser derzeit unter aller Sau. Klar muss man denen keine besseren Arbeitsbedingungen gönnen. Aber dann ist man halt kacke...
- Im Artikel steht klipp und klar, dass es Fördermittel gibt. Die Fahrpreise haben daher nur am Rande damit zu tun. Zumal: Auch ohne Neubau müsste der bestehende Betriebshof saniert werden und - oh Wunder - das kostet auch Geld.
- Ein Stadtratsmandat ist ein Ehrenamt, alle Stadträte und Stadträtinnen haben noch einen richtigen Job und bekommen nur eine Aufwandentschädigung für das Mandat. Davon auszugehen, dass Stadträte ein Dienstauto haben ist dermaßen absurd und zeugt von Ahnunhslosigkeit, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Altmagdeburger vor 12 Wochen

Und das alles auf die Kosten, die mit der Straßenbahn und Busse fahren, nennt man Preiserhöhung. Macht so weiter, dann gibt es mehr Fahrradfahrer und dann dürft ihr auf euere Kosten sitzen bleiben, aber dann wird es in Magdeburg die erste Stadt sein, die eine Fahrradbenutzungsteuer einführen wird und Parkuhren für Radfahrer, damit die Kosten wieder rein kommen. Und alle die zu Fuß gehen gilt dann das gleiche, nur für unsere Stadträte nicht, die kommen sowieso mit den Dienstauto.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Das Krankenhaus Stendal innen: Die Wände wurden von dem Stendaler Graffiti-Künstler Michael Bräune gestaltet. mit Audio
Das Krankenhaus Stendal von innen: Die Wände wurden von dem Stendaler Graffiti-Künstler Michael Bräune gestaltet. Bildrechte: MDR/Bernd-Volker Brahms