Wahl im Stadtrat Bürgermeister von Burg wird neuer Bau- und Verkehrschef für Magdeburg

Es gibt viel zu tun für den neu gewählten Bau- und Verkehrsamtschef in Magdeburg. Der überteuerte City-Tunnel muss fertig werden, ein neuer Brückenzug soll über der Elbe entstehen und eine neue Straßenbahnlinie soll bald bis ganz in den Norden der Stadt fahren. Dazu kommt eine verödende Innenstadt und aufstrebende Stadtteile. Keine leichten Aufgaben – aber der bisherige Bürgermeister von Burg, Jörg Rehbaum will es wagen.

Der bisherige Bürgermeister von Burg, Jörg Rehbaum (SPD), ist neuer Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr in Magdeburg. Der Stadtrat hat ihn am Donnerstag im ersten Wahlgang gewählt. Rehbaum sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er freue sich auf seine neue Aufgabe. Als erstes wolle er sich die zehn wichtigsten Bauprojekte zeigen lassen und im Hinblick auf Zeit- und Kostenpläne kontrollieren.

Keine leichte Aufgabe, immerhin gleicht Magdeburg vielerorts einer einzigen Baustelle. Zwei Mammutaufgaben stehen sofort auf der Tagesordnung. So muss Rehbaum den City-Tunnel im Stadtzentrum zu Ende führen, am besten, ohne dass neue Kosten auftreten und der Bau des neuen Strombrückenzuges über die Elbe hat bereits in Teilen begonnen und wird planerisch und organisatorisch eine Herausforderung.

Blick in einen breiten Tunnelschacht, in dem ein Bagger Arbeiten verrichtet
Der Tunnel in der Magdeburger Innenstadt soll Ende 2022 fertig sein. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Was die Stadträte vom neuen Chef im Amt erwarten

Die Stadträte haben viele Wünsche an den neuen Magdeburger "Bau- und Verkehrsminister" der Stadt. Die Grünen plädieren etwa für eine attraktive, grüne Innenstadt, in der sich die Magdeburger und Magdeburgerinnen wohl fühlen und gerne aufhalten wollen. Außerdem setzen sie auf mehr Radverkehr und wollen die Dächer begrünen, um dem Klimaschutz gerecht zu werden.

Die AfD hat Sorge, dass wegen der angespannten Haushaltslage und der Corona-Pandemie weniger Geld für städtebauliche Investitionen zur Verfügung steht.

Die Linke hat genau wie die Grünen den Klimawandel im Blick und warnt vor einer Überhitzung der Stadt im Sommer. Außerdem sehen sie den sozialen Wohnungsbau als wichtigste Aufgabe des kommenden Jahrzehnts an, damit sich alle Magdeburger Wohnungen auch weiterhin leisten können.

Das ist auch der Wunsch der Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz. Sie fordern, dass weniger hochpreisige Wohnungen gebaut werden sollten.

Der bisherige Chef im Bauamt

Seit 2008 hatte Dieter Scheidemann das Dezernat geleitet. Viele Stadträte bescheinigen ihm Sachlichkeit und sprechen von guter Kooperation. Viele wünschen sich vom neuen Chef im Amt aber noch mehr Durchsetzungskraft.

Wigbert Schwenke von der CDU-Fraktion im Stadtrat etwa sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es bräuchte jemanden mit besonders großer Sachkompetenz, der sich schnell in alles einarbeiten müsse. Gefragt sei aber vor allem Führungsstärke. Schwenke habe den Eindruck, dass im Bauamt einige Mitarbeitende versuchten, private Haltungen durchzusetzen. Alle sollten aber im Sinne der Stadtratsbeschlüsse handeln.

Zusammenarbeit mit Radfahrer-Community

In Magdeburg gibt es eine engagierte Community von Radfahrern. Sie setzt sich vehement für bessere Radwege und autofreie Zonen ein. Mit dem bisherigen Bauamtschef Scheidemann waren sie oft nicht einer Meinung.

2019 hatte sich eine Gruppe der Radfahrenden über die Äußerungen Scheidemanns lustig gemacht. Der Baumtschef hatte einige Radwege als verkehrssicher bezeichnet, was viele Radfahrer offenbar anders bewertet hatten.

Burg verliert seinen Bürgermeister


Der neue Amtschef Rehbaum wird seinen Job am 1. Mai beginnen. Burg verliert dann einen beliebten Bürgermeister. Rehbaum bleibt ihnen aber erhalten, denn er kündigte an, weiter in Burg wohnen zu wollen. Außerdem wolle er sich weiter ehrenamtlich in Burg engagieren.

Ermittlungen der Polizei

Gegen Rehbaum ermittelt derzeit die Polizei nach Sex-Vorwürfen eines jungen Mädchens. So soll Rehbaum dem Mädchen intime Bilder geschickt und versucht haben, ein Treffen zu vereinbaren. Dazu sagte Rehbaum MDR SACHSEN-ANHALT, er habe nichts mit diesem Chat zu tun, sei nie auf der Plattform gewesen, die genannt wurde und kenne die Person nicht. Er distanziere sich von dem Vorwurf und ist der Meinung, dass damit lediglich seine Person beschmutzt und sein Ruf geschädigt werden solle.

Rehbaum hofft, dass auch durch die Ermittlungsarbeit der Polizei seine Unschuld bestätigt wird. Dennoch sei es eine schwierige Situation für ihn und die Vorwürfe lasteten schwer auf ihm.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Januar 2021 | 09:30 Uhr

1 Kommentar

Erichs Rache vor 16 Wochen

na klar doch

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