Stadtpolitik Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper will Mitte 2021 zurücktreten

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper will vor Ende seiner Amtszeit im Sommer 2021 in den Ruhestand gehen. Das kündigte der Politiker am Montag während einer Stadtratssitzung an.

Magdeburgs parteiloser Oberbürgermeister Lutz Trümper steht am 08.01.2016 nach seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz vor dem Rathaus in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Seit 2001 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg: Lutz Trümper Bildrechte: dpa

Der Oberbürgermeister von Magdeburg, Lutz Trümper, wird 2022 nicht mehr als Oberbürgermeister antreten. Das kündigte er am Montagnachmittag während einer Stadtratssitzung an.

Trümper will demnach schon im Sommer 2021 – also vor dem Ende seiner Amtszeit – in den Ruhestand gehen.

Trümper spricht von Fehlern

Er sagte er habe zwei Fehler gemacht. 2017 als er wieder in die SPD eingetreten sei und 2018, als er gesagt habe, er würde eventuell 2022 doch noch einmal als Oberbürgermeisterkandidat antreten. "Das war nie ein Thema", so Trümper. Er habe das damals aber öffentlich gesagt, um nicht drei Jahre lang auf Abschiedstour zu sein.

In seiner persönlichen Erklärung äußerte er sich sehr emotional und enttäuscht über die aktuelle Situation im Magdeburger Stadtrat. Trümper sagte, er habe in 26 Jahren niemanden belogen, keine Intrige gesponnen. Wenn er jetzt aber zu hören bekomme, einige Stadträte würden ihm nicht vertrauen, dann sei das unverschämt.

Außerdem stellte Trümper die Frage, wie er einen Rat mit so vielen unterschiedlichen Lagern koordinieren solle. Wenn es Beschlüsse gebe, die durch die Mehrheit von Linken, Grünen und AfD zustande kämen, "dann gibt es im Stadtrat keine Brandmauern mehr". Bei genanntem Beschluss hatte der Stadtrat im Mai ein umstrittenes Bauprojekt abgelehnt.

Wünscht sich mehr Respekt im Umgang miteinander

OB Trümper kündigte an, sich zwischen dem 1. Juni und 1. August in den Ruhestand versetzen zu lassen, und wünschte sich zum Schluss im Ratssaal: "dass wir mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen". Der SPD-Politiker ist seit dem 1. Juli 2001 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg. 2015 wurde er für eine dritte siebenjährige Amtszeit bis zum Jahr 2022 wiedergewählt.

Quelle: MDR/mp/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Dezember 2020 | 17:30 Uhr

21 Kommentare

Steffen1978 vor 28 Wochen

Oberbürgermeister Lutz Trümper wird fehlen, war und ist ja noch handelnde Institution. Seine Bürgernähe erreichen die wechselwilligen Opotunisten nie.

de facto vor 28 Wochen

Der Oberbürgermeister ist doch klar in die Offensive gegangen und hat somit der Öffentlichkeit "Roß und Reiter" benannt. Auch der klare Hinweis auf die Verwaltung, speziell des Dezernats 1 zeigt doch, wo die Strippen gezogen wurden. Nun ist für jeden nachvollziehbar, wer im Dezernat 1 (noch) die Verantwortung trägt.
War der Verantwortliche in den zurückliegenden Jahren nicht einst ein Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters in Magdeburg?

de facto vor 28 Wochen

die rot-grünen Parteien scheinen immer mehr zum Intrigen-Stadel zu verkommen.
Der Magdeburger Oberbürgermeister ist ein integrer aufrichtiger Kommunalpolitiker und die Magdeburger wissen ihn zu schätzen.
Ich gehe davon aus, dass sich das erneute Intrigenspiel von rot-grün, sowohl in der Landes- als auch Kommunalpolitik im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt im Wählerwillen widerspiegeln wird und auch in der drauffolgenden Bundestagswahl.
Dem Magdeburger Oberbürgersmeister ist zu wünschen, dass er sein gerades Rückgrat behält. Gute und zugleich entlarvende Rede im Stadtrat über die Vorgänge in Politik und Verwaltung. Dossiers über Personen, egal aus welcher Ebene anzulegen, sollte nach dem Untergang der DDR eigentlich auf den Müllhaufen der Geschichte gehören. Man kann sich nur angewidert abwenden.

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