Digitialisierungsoffensive geplant Polizei soll neue Smartphones und Bodycams bekommen

Innenministerin Tamara Zieschang plant eine Digitalisierungsoffensive für die Polizei in Sachsen-Anhalt. Die Beamtinnen und Beamten sollen unter anderem neue Smartphones mit einem sicheren Messengerdienst und Bodycams bekommen. Außerdem soll die Polizei personell aufgestockt werden.

Ein Mann und eine Frau in Uniformen der Polizei Sachsen-Anhalt unterhalten sich
Polizistinnen und Polizisten in Sachsen-Anhalt sollen unter anderem neue Smartphones mit einem sicheren Messengerdienst bekommen. Bildrechte: imago images / ecomedia/robert fishman

Polizistinnen und Polizisten in Sachsen-Anhalt sollen mehr digitale Geräte bekommen. "Bis Ende des Jahres 2023 wollen wir jeden Polizeibeamten mit einem Smartphone ausstatten", sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). Darauf sollen die Beamtinnen und Beamten im Dienst mehrere Apps nutzen: Geplant seien beispielsweise ein sicherer Messengerdienst und gemeinsame Anwendungen mit anderen Bundesländern, um sich in Einsätzen abzustimmen.

Polizei soll mehr Personal bekommen

Das Projekt soll mehrere Millionen Euro kosten und aus dem Sondervermögen finanziert werden, mit dem die neue schwarz-rot-gelbe Landesregierung die Folgen der Corona-Pandemie abmildern will. Dieses Sondervermögen ist auch für die Digitalisierung vorgesehen. Neben weiteren digitalen Projekten, wie der Anschaffung von Bodycams, will Zieschang die Polizei auch personell aufstocken.

Tamara Zieschang
Innenministerin Tamara Zienschang will Sachsen-Anhalts Polizei personell aufstocken. Bildrechte: dpa

Bei der Personalstärke der Polizei haben wir 2019 die Talsohle durchschritten. Seitdem gibt es einen echten Zuwachs.

Tamara Zieschang, CDU

"Aktuell haben wir knapp 6.300 Vollzugsbeamte im Land", sagte sie. Damit sei die Polizeistrukturreform aufgegangen, "das Konzept war von Anfang an auf 7.000 Vollzugsbeamte ausgerichtet". Auf diese Zahl haben sich CDU, SPD und FDP als Zielmarke bis zum Jahr 2026 verständigt.

Anreize für Ausbildung und Studium

Ein weiterer Schwerpunkt werde in den nächsten Jahren die Ausbildung sein. "Bei Ausbildung und Studium wollen wir zusehen, dass wir ein bisschen mehr Anwärter einstellen, damit wir am Ende unsere geplante Personalstärke erreichen", sagte Zieschang mit Blick darauf, dass zwischen sechs und neun Prozent der Polizeianwärterinnen und -anwärter die Ausbildung abbrechen. 2022 und 2023 sollen jeweils mindestens 440 Frauen und Männer an der Fachhochschule beginnen.

Frauenanteil gestiegen

In den vergangenen Jahren ist die Landespolizei bereits deutlich weiblicher geworden. Während im Jahr 2010 noch 16,7 Prozent der Vollzugsbeamten Frauen waren, sind es in diesem Jahr 28 Prozent. "Wir haben einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils in der Polizei. Das ist eine erfreuliche Entwicklung", sagte Zieschang. Dabei gehe es ihr jedoch nicht um eine "starre Quote", so die CDU-Politikerin. "Ich setze grundsätzlich auf gemischte Teams."

Aktuell sind in der Landespolizei insgesamt knapp 4.500 männliche und mehr als 1.700 weibliche Polizeivollzugsbeamte tätig. Von 46 gehobenen Führungspositionen im Polizeivollzug waren Ende 2020 insgesamt sechs mit Frauen und 40 mit Männern besetzt. In der Polizeiverwaltung waren dagegen von 21 gehobenen Führungspositionen 13 an Frauen und acht an Männer vergeben.

MDR/Fabienne von der Eltz; dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

Gustaf vor 4 Wochen

Die Zeit ist aber auch schnelllebig. Nach dem wir uns an unsere schönen Doro 1370 Rentnertelefone gewöhnt haben wieder neue. Und dann auch noch ein Smartphone. Wahnsinn. Aber gut. Mit Messenger. Hat den Vorteil, dass wenn ein Streifenwagen wieder eine Fehlermeldung abgibt man die gleich per Messenger an den Kfz-Verantwortlichen schicken kann. Bei 200- 270 000 km Laufleistung passiert das nun mal öfter.

ugo vor 4 Wochen

Was hat denn bitte die Digitalisierung der Polizei mit dem Sondervermögen zur Abmilderung der Corona-Folgen zu tun? Dies ist sicher notwendig und längst überfällig aber es sind keine Verluste aus den Pandemiemaßnahmen , da gibt es sicher andere Bedürftige!!!

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