Quedlinburg Rentner von hinten erschossen – Täter muss in Psychiatrie

Nachdem er im Sommer vergangenen Jahres einen Rentner in Quedlinburg den Rücken geschossen und getötet hat, muss der Täter dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat das Landgericht Magdeburg entschieden. Experten zufolge ist der Mann nicht schuldfähig. Er leide an Wahnvorstellungen und stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Blick auf das Schild am Eingangsbereich des Landgerichts Magdeburg.
Mord in Quedlinburg: Der Prozess am Landgreicht Magdeburg hatte im Juli 2021 begonnen. Bildrechte: dpa

Ein Mann, der im Sommer vorigen Jahres einen Rentner in Quedlinburg hinterrücks erschossen hat, wird dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. Das Landgericht Magdeburg stufte ihn am Freitag als nicht schuldfähig ein, weil Gutachter bei dem Mann eine paranoide Schizophrenie feststellten. Unter dieser Krankheit habe der 49-Jährige seit vielen Jahren gelitten. Er lebt bereits seit Januar in einer Psychiatrie.

Gutachten: Täter litt an Wahnvorstellungen

Der Beschuldigte habe sich eingeredet, von der polnischen Mafia und den Bandidos verfolgt und verstrahlt zu werden, hieß es in der Urteilsbegründung. Sein späteres Opfer, das lange Jahre im Geschäft seiner Eltern arbeitete, habe er für ein Mitglied der polnischen Mafia gehalten.

Der Beschuldigte habe vermutet, dass der Rentner ihm bei einer Berührung an der Hand Nadeln implantiert habe. Er habe mehrere Anzeigen bei der Polizei erstattet, weil er mutmaßte, aus einer Nachbarwohnung verstrahlt zu werden. Der 49-Jährige habe Petitionen an die Vereinten Nationen und an die Bundesregierung verfasst, die polnische Grenze zu schließen. Als keine Reaktion kam, beschloss er, die Sache selbst in die Hand zu nehmen – so die Feststellungen des Gerichts.

Rentner aufgelauert und in den Rücken geschossen

Suchkommando in weißen Schutzanzügen in Quedlinburg
Der Rentner war am Abend des 31. August 2020 in Quedlinburg auf der Straße gefunden worden. Bildrechte: TNN

Ihm sei bekannt gewesen, dass sein 73 Jahre altes Opfer jede Woche einen bestimmten Weg durch die Stadt ging. Dort habe er den Mann abgepasst, ihm mit einer Pistole in den Rücken geschossen. Als der Rentner am Boden gelegen habe, habe er weitere Male auf Schulter und Nacken gezielt. Trotz sofortiger Hilfe einer Ärztin sei der Mann verblutet.

Das Landgericht Magdeburg geht davon aus, dass der Beschuldigte auch weiter unter Verfolgungswahn leidet und dadurch für die Allgemeinheit gefährlich ist. Darum ordnete es eine weitere Unterbringung und Behandlung in der Psychiatrie an. Solange die Krankheit besteht, müsse er dort bleiben.

MDR/Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. November 2021 | 13:00 Uhr

3 Kommentare

Klocke vor 1 Wochen

Einfach unfassbar !
Ein liebenswerter Mensch wird hinterhältig erschossen.
Der Mord wurde geplant und war vorsätzlich!
Der Waffenbesitz war illegal , Rechtswidrig und Gesetzwidrig !!
Psychisch krank oder nicht.
Mörder gehören ins Gefängnis !!!
Da sollten Sie lebenslänglich bleiben!!!

Tim Taler vor 1 Wochen

Ist immer eine gute Ausrede... :/

augu vor 1 Wochen

Wieso hat so ein gemeingefährlicher Mensch, zumindest wegen psychischer Störungen schon vorher aufgefallen, einen Revolver ?

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