Sanierung schreitet voran Hyparschale in Magdeburg feiert Richtfest

Die Hyparschale im Magdeburger Stadtpark hat nach der Wende jahrelang ein trauriges Dasein gefristet. Das Gebäude stand einige Jahre lang leer und galt als einer der Schandflecke Magdeburgs. Zeitweise drohte sogar der Abriss. Seit inzwischen zwei Jahren wird das Gebäude aufwendig saniert. Nun wurde Richtfest gefeiert.

Die Hyparschale in Magdeburg
Die Magdeburger Hyparschale soll nach ihrer Sanierung als Veranstaltungsort wiederbelebt werden. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Einst war sie eines der beliebtesten Gebäude der Stadt. Seit zwei Jahren wird die denkmalgeschützte Hyparschale nun für rund 17 Millionen Euro saniert. Nun gab es mit dem Richtfest einen wichtigen Meilenstein zu Feiern.

Aufwendige Dachsanierung

Zuvor sind die Arbeiten erst Ende August einen großen Schritt vorangekommen, als ein Stahlturm abgebaut wurde, der das Betondach vor dem Einstürzen bewahrte. Seitdem "schwebt" das Dach wieder. Der Turm musste nach dem Hochwasser 2013 in der Mitte der Hyparschale errichtet werden, um die Konstruktion abzustützen. Die Stützen waren notwendig geworden, weil das Dach durch Korrosion einsturzgefährdet war.

Richtfest Hyparschale
Neben Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) war auch Landesinfrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) vor Ort. Bildrechte: Pressematerial der Stadt Magdeburg

Inzwischen hält das aus vier doppelt gekrümmten Quadraten bestehende Dach also wieder stützfrei. Um die Decke zu stabilisieren, wurden bei den Sanierungen zwei Zentimeter dünne Bahnen aus Carbonfasern aufgebracht. Sie stützen das dünne Dach wie ein unsichtbares Außenskelett und sind im Vergleich zu Stahl oder Beton deutlich leichter.

Wenn 2023 alles fertig ist, soll das Magdeburger Architekturjuwel als multifunktionaler Veranstaltungs- und Ausstellungsort wiederbelebt werden.

Erbaut wurde die Hyparschale nach einem Entwurf von Ulrich Müther. Sein Markenzeichen waren kühne Dachkonstruktionen, die wohl jeder in der DDR kannte. Mehr als 70 Schalenbauten hat der Architekt entworfen. Die Hyparschale ist die größte von den rund fünfzig noch bestehenden Werken.

Jahrelanger Leerstand und Verfall

Zu DDR-Zeiten wurde die Hyparschale rege genutzt: für Messen, Konzerte und Partys. Seit 1997 war sie wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt und ist nur knapp dem Abriss entgangen. 1998 wurde sie schließlich unter Denkmalschutz gestellt.

Allerdings haben am Rande des Richtfests rund 50 Klima-Aktivisten gegen den geplanten Bau von 600 Parkplätze im Stadtpark demonstrieren. Die Stellplätze sollen auf dem Areal zwischen Stadthalle und Hyparschale entstehen. Derzeit befinden sich auf dem übergroßen Teil Blühwiesen und Bäume.

Stadtrat hat Parkplatzbau bereits beschlossen

Dem höchst umstrittenen Bau der Parkplätze wurde erst vorige Woche vom Stadtradt zugestimmt. In der Debatte im Stadtrat musste sich Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper gegen Vorwürfe wehren, die Ratsmitglieder nicht über die genauen Pläne informiert zu haben und Grünflächen zuzubetonieren.

Anträge zur Rücküberweisung in den Umweltausschuss oder zur Verringerung der Stellplätze fanden aber keine Mehrheit.

MDR, Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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