Vorschlag der Landesregierung Schiffshebewerk Rothensee soll Weltkulturerbe werden

Das Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee soll nach dem Willen der Landesregierung von Sachsen-Anhalt UNESCO-Weltkulturerbe werden. Auch das Pretziener Wehr wurde für die Aufnahme vorgeschlagen. Eine Expertenkommission überprüft die Erfolgsaussichten.

Rainer Robra steht im Schiffshebewerk Rothensee.
Kulturminister Rainer Robra würdigt das Schiffshebewerk als ingenieurtechnische Meisterleistung. Bildrechte: dpa

Das Schiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee soll UNESCO-Weltkulturerbe werden. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat nach eigenen Angaben beschlossen, das Hebewerk als Kandidat für die deutsche Vorschlagliste bei der UNESCO einzureichen.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) fügte hinzu: "Dass das Rothenseer Schiffshebewerk im 83. Jahr seines Bestehens die Chance erhält, sich um den Titel UNESCO-Weltkulturerbe zu bewerben, erfüllt mich und alle Magdeburgerinnen und Magdeburger mit viel Freude und großem Stolz."

Kulturminister: Rothensee technische Meisterleistung

"Das Hebewerk Rothensee ist für die Magdeburger mit ihrer großen Tradition als Industriestadt ein Ausdruck von Stolz und Können dieser Region", sagte Kulturminister Rainer Robra (CDU) bei einem Pressetermin am Dienstag. Das 1938 in Dienst gestellte Bauwerk sei eine besondere ingenieurtechnische Meisterleistung.

Das Schiffshebewerk Rothensee ist das einzige noch in Nutzung befindliche Auftriebs- beziehungsweise Schwimmerhebewerk. Es wurde 1938 in Dienst gestellt. 2013 konnte das Hebewerk dank der Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern nach jahrelangem Stillstand wieder in Betrieb genommen werden. Seit 2009 ist Rothensee Teil der Europäischen Route der Industriekultur.

Unesco-Liste Weltkulturerbestätten in Sachsen-Anhalt

Der Marktplatz von Eisleben mit dem Rathaus, dem Luther-Denkmal und der Sankt Andreas Kirche
Sachsen-Anhalt ist reich an Unesco-Welterbestätten. Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben gehören genauso dazu, ... Bildrechte: dpa
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Schlosskirche Wittenberg
... wie die Schlosskirche ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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.... und das Lutherhaus in Wittenberg. Gemeinsam sind diese Orte als Luthergedenkstätten bekannt. Bildrechte: imago images / Rainer Weisflog
Die Stiftskirche in Quedlinburg
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Blick über die Stadt Naumburg (Sachsen-Anhalt) auf den Dom St. Peter und Paul
Als nächstes wird nun der Naumburger Dom auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Antragsprozess. Bildrechte: dpa
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Fünf Weltkulturerbestätten im Land

Sachsen-Anhalt hat aktuell fünf Weltkulturerbestätten der UNESCO: das Bauhaus, die Welterbestadt Quedlinburg, die Luthergedenkstätten, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und den Naumburger Dom. Um Welterbe zu werden, muss ein Denkmal nach der Welterbekonvention der UNESCO einen "außergewöhnlichen universellen Wert" aufweisen.

Jedes Bundesland kann zwei Vorschläge für die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe einreichen. Eine entsprechende Liste wird aktuell von der Kultusministerkonferenz erarbeitet. Die gesammelten Vorschläge aller Bundesländer werden anschließend hinsichtlich ihrer Erfolgsaussichten von einer Expertenkommission geprüft. Sachsen-Anhalts zweiter Vorschlag ist der Pretziener Wehr.

MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Mai 2021 | 17:30 Uhr

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