"7 vs. Wild" Sieben Tage in der Wildnis: Youtube-Serie von Influencer geht viral

Sieben YouTuber verbringen sieben Tage allein in der schwedischen Pampa. Mitnehmen darf jeder nur sieben Gegenstände. Das ist das Erfolgsrezept der Youtube-Serie "7 vs. Wild" des Magdeburger Influencers Fritz Meinecke. Im MDR-Interview erzählt Meinecke von Herausforderungen während des Drehs – und davon, wie es mit "7 vs. Wild" nun weitergehen soll.

Sieben Männer schauen in die Kamera
Für die Serie "7 vs. Wild" haben sich sieben Youtuber der schwedischen Wildnis gestellt. Bildrechte: MDR/Fritz Meinecke

Die Idee für die Youtube-Serie "7 vs. Wild" habe schon seit Jahren in seinem Kopf geschlummert, sagt der Magdeburger Influencer Fritz Meinecke. Dieses Jahr habe er es endlich wagen wollen. Und wurde belohnt: Die Folgen der Serie hatten mit bis zu fünf Millionen Aufrufen bei Youtube überdurchschnittlich großen Erfolg.

In seiner Youtube-Serie stellen Meinecke und sechs andere Teilnehmer sich einer ungewöhnlichen Aufgabe: Sieben Tage sollen sie allein in der Wildnis verbringen – mit jeweils nur sieben Gegenständen. In Challenges können die Teilnehmer – alle mehr oder weniger bekannte Outdoor-Influencer – Punkte sammeln. Wer bis zum Schluss durchhält und die meisten Punkte hat, gewinnt 10.000 Euro. Diese müssen allerdings für einen guten Zweck gespendet werden.

Der Youtuber Fritz Meinecke sitzt mit Kopfhörern vor einem Mikro in seinem Studio. 1 min
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Fr 17.12.2021 16:29Uhr 00:55 min

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Gedreht wurde "7 vs. Wild" an einem einsamen See in Mittelschweden – "Ende Sommer, Anfang Herbst", sagt Fritz Meinecke, "damit das Wetter auch etwas unbeständig ist, sonst wäre es zu langweilig". Neben der Kleidung am Körper durften die Teilnehmer nur sieben selbst gewählte Gegenstände wie Schlafsack, Feuerzeug und Messer dabeihaben. Mit Kameras filmen sie, was sie erleben und wie sie überleben.

Die Regeln sind streng: Für Notfälle hat jeder ein Handy dabei, ein Sanitäter ist 24 Stunden erreichbar – wer sein Handy aber benutzt, ist raus.

Wer ist Fritz Meinecke?

Der YouTuber und Urban Explorer Fritz Meinecke posiert am 11.10.2016 in Köln beim Screening des neuen Doku Formats des TV Senders History Wigald + Fritz - Die Geschichtenjäger beim Film Festival Cologne. (vormals: Cologne Conference) ein internationales Film- und Fernsehfestival in Köln.
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Fritz Meinecke wurde 1989 in Magdeburg geboren. Nach seiner Ausbildung als Bankkaufmann war er bei der Bundeswehr und studierte im Anschluss 3D-Graphik. Mit der Outdoorwelt kam er zuerst vor etwa zehn Jahren übers Geocaching in Berührung. Mittlerweile hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, ist in sein als Camper ausgebautes Auto gezogen und hat auf seinem Youtube-Kanal 1,74 Millionen Abonnenten. Er finanziert sich vor allem über Youtube-Werbeeinnahmen und den Verkauf von eigenen Merchandise-Produkten.

Auf Youtube lässt sich beobachten, wie die Teilnehmenden sich selbst Betten und Unterschlüpfe aus Holz und Ästen bauen, Blaubeeren sammeln, Feuer machen, Fische fangen und versuchen, mit der Einsamkeit und Kälte klarzukommen. Die ersten 13 Folgen von "7 vs. Wild" sind schon online, insgesamt werden 16 Folgen veröffentlicht.

Ende Dezember geht die Serie damit vorerst zu Ende. MDR SACHSEN-ANHALT hat Meinecke zu der Abenteuer-Serie und seinen weiteren Plänen befragt.

MDR SACHSEN-ANHALT: Fritz Meinecke, gab es während des Drehs der Serie Situationen, in denen es für dich oder andere brenzlig wurde?

Fritz Meinecke: Die Frage ist immer, wie man die Situation einschätzt. Wir sind da ein bisschen verblendet von Actionfilmen. Vom Sofa aus sieht das anders aus, da will man den Bären sehen, der sich zwei Meter hoch auftürmt. Aber in der Realität kann auch eine Platzwunde am Kopf schon eine echte Gefahr sein oder ein schleichender Prozess wie Unterkühlung. Man darf nicht vergessen, da draußen dauert es eine Weile, bis man überhaupt erstmal eine Erstversorgung bekommt.

Was ist das Schwierigste daran, sieben Tage mit nur sieben Gegenständen in der Wildnis zu überleben?

Am Anfang dachte ich, mein Problem wäre der Hunger und etwas zu essen zu finden. Aber der Körper hat sich umgestellt, das war dann nicht mehr so das Problem. Das Schwierigste waren tatsächlich die Einsamkeit und Isolation. Du bist komplett alleine im Ausland in der Wildnis, allein mit den Gedanken und dir, der Tag dauert gefühlt 48 Stunden.

Wenn man einen Rucksack mithätte, wäre das etwas ganz anderes. Dann hast du vielleicht ein Buch mit zum Lesen, du musst ab und an Geschirr abwaschen. Aber wenn du nichts hast, kannst du auch nichts machen. Ich hab gemerkt, ich bin ein Typ, ich brauche Projekte. Klar kann ich auch mal zwei Stunden auf dem Stein liegen und nichts machen, aber dann ist auch Schluss. Dann will ich wenigstens ein Feuer machen.

Der Youtuber Fritz Meinecke sitzt mit Kopfhörern vor einem Mikro in seinem Studio. 1 min
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Fr 17.12.2021 16:28Uhr 00:14 min

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Du hast dich unter anderem beim Pinkeln gefilmt. Das ist ja schon ein privater Moment. Wo ziehst du da die Grenze?

Ich habe da nicht wirklich eine Grenze. Ich bin da ein bisschen schmerzfrei mittlerweile. Aber ich zeige das ja nicht einfach so, das hat ja einen Hintergrund. Ich zeige das, um den Leuten zu erklären, an eurer Urinfarbe könnt ihr sehen, ob ihr dehydriert seid. Und auch das große Geschäft – ich kriege immer wieder Nachrichten dazu, wie man das in der Wildnis eigentlich macht. Ist ja auch klar, das zeigt einem ja keiner. Deswegen versuche ich, das mit ein bisschen Humor zu erklären.

Du hast da draußen auch eine Menge Müll gefunden. Zwar habt ihr alle nicht viel mitgenommen, was ihr hättet liegenlassen können. Aber allein sich einen Unterschlupf zu bauen ist ja ein Eingriff in die Natur.

Ich finde, die Frage ist immer, wie man sich in der Natur benimmt – natürlich ist ein Besäufnis mit 20 Mann mit riesigem Lagerfeuer im Naturschutzgebiet blöd. Wenn ich in der Natur bin und da Sachen entnehme, Feuer mache, was auch immer, gebe ich mir Mühe, so wenig Schaden wie möglich anzurichten und das ein bisschen clever zu machen.

So nehme ich fürs Feuer zum Beispiel Totholz. Wenn ich lebendes Material entnehmen muss, zum Beispiel Tannenzweige für ein Bett, dann mache ich nicht einen Baum ratzekahl, sondern mache von mehreren ein bisschen was ab, sodass es ihnen nicht schadet. Ich finde es aber auch wichtig, dass man rausgehen und so einen Bezug zur Natur finden kann.

Ein Mann liegt in einer Felsspalte, neben sich ein Feuer
In seinem Unterschlupf zwischen zwei großen Felsen hat Fritz Meinecke sich oft an einem Feuer gewärmt. Bildrechte: MDR/Fritz Meinecke

Wie wurde "7 vs. Wild" finanziert?

"7 vs. Wild" ist im Vergleich zu meinen Youtube-Videos, wo ich maximal mit drei Leuten unterwegs bin, ja schon ein sehr großes Projekt. Jetzt haben noch zwei Leute bei der Orga geholfen, wir hatten einen Bootsfahrer, ein Sanitäter musste 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen.

Wir haben im Frühjahr schon angefangen, das alles zu planen. Alleine die Kamerasets für die Teilnehmer zusammenzustellen, war ein riesiger Aufwand. Eine Zeitlang sah es in meinem Wohnzimmer aus wie in einem Fotoladen – wir haben allein 98 Speicherkarten für die Kameras der Teilnehmer gebraucht. Die Firma Rhinoshield ist der Sponsor für das Projekt und hat dafür gesorgt, dass diese ganzen Kosten gedeckt wurden und wir erstmal bei Null herausgekommen sind. Verdient habe ich auf Youtube dann über die Werbeeinnahmen.

Der Youtuber Fritz Meinecke sitzt mit Kopfhörern vor einem Mikro in seinem Studio. 1 min
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Fr 17.12.2021 16:29Uhr 00:46 min

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Hat sich das Projekt für dich gelohnt?

Ja, es hat sich für mich extrem gelohnt. Als Teilnehmer, aber auch als Youtuber. Finanziell gesehen, auch aus jeglicher Sicht. Wir konnten damit zeigen, was auf Youtube überhaupt möglich ist, auch reichweitenmäßig. Das Ding ist ja komplett durch die Decke gegangen, alle bisherigen Folgen sind viral gegangen. So habe ich echt gutes Geld verdient. Das war vorher gar nicht abzusehen.

Ein Mann schaut in die Kamera und hält einen Fisch an einer Angelschnur hoch
Mit seinem minimalistischen Angelequipment hat Fritz Meinecke mehrere kleine Barsche gefangen. Bildrechte: MDR/Fritz Meinecke

Wie geht es mit "7 vs. Wild" und für dich jetzt weiter?

Wenn es eine zweite Staffel geben sollte – was noch nicht offiziell ist – dann müsste die natürlich ganz anders sein als die erste Staffel. Noch krasser, sonst wird es ja langweilig. Es ist, als hätte mich der Erfolg von "7 vs. Wild" angestachelt, mehr als je zuvor zu eskalieren. Ich habe im nächsten Jahr gefühlt mehr Projekte, als ich je hatte.

Der Youtuber Fritz Meinecke sitzt mit Kopfhörern vor einem Mikro in seinem Studio. 1 min
Bildrechte: MDR/Fritz Meinecke
1 min

Fr 17.12.2021 16:29Uhr 00:41 min

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MDR (Alisa Sonntag, Celine Schmock, Viktoria Schackow)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Dezember 2021 | 09:30 Uhr

3 Kommentare

Janes vor 5 Wochen

Ist der Schluss, dass es am Ende viele gibt, die keine Wert auf gehaltvollen Medienkonsum legen?
Ist schon im TV eine alte Weisheit: "Im seichten Wasser kann man nicht ertrinken."

Gero von Eisenwald vor 5 Wochen

Ich gehe selber viel raus und bin auch schon in kritischen Situationen gewesen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Fritz Meinecke, weil er Dinge zeigt, die man besser nicht macht. Aber aus der Vorbildfunktion heraus hat er sich mit 7vswild Verdienste erworben. Denn er zeigt worauf es ankommt ( Fabio - Wärmeerhalt ist wichtiger als essen), wie man es nicht macht (Niklas -am Totholz rütteln und anschließend den Kopf verlieren). Er zeigt den Leuten wie es wirklich ist. Jedes Jahr sterben draußen an Unterkühlung Leute, da ist sehr begrüßenswert wenn jemand mit Reichweite so eine Serie macht. Besser als all der Fake wie z.B. Survival Duo.

Hobby-Viruloge007 vor 5 Wochen

Da hat der Fritz sogar noch Rhinoshield in den Text bekommen. :-) Respekt dafür und für das tolle Projekt.
Fritz produziert mit sehr geringen Kosten Unmengen von Wiedergabestunden in sehr ordentlicher Qualität. Youtube macht den Erfog meß- und vergleichbar. Die Schlüsse daraus mag jeder selbst ziehen,,,, Frohen Advent !

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