Stellvertretung für Trümper Das ist Magdeburgs neue Bürgermeisterin Simone Borris

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat eine neue Bürgermeisterin: Anfang Oktober wurde die Sozialbeigeordnete Simone Borris vom Stadtrat in das Amt gewählt – als erste Frau überhaupt. Sie vertritt Oberbürgermeister Trümper. Ein Porträt.

Blonde Frau mit schwarzer Brille vor einem bunten Gemälde
Simone Borris wurde für sieben Jahre zur Bürgermeisterin gewählt. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Simone Borris ist seit Anfang Oktober Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Magdeburg. Bei der Wahl im Stadtrat, bei der es keinen Gegenkandidaten gab, bekam sie 44 Ja-Stimmen und ist nun neue Stellvertreterin des Oberbürgermeisters – als erste Frau in diesem Amt. Sie tritt die Nachfolge von Klaus Zimmermann an, der als Staatssekretär ins Innenministerium des Landes berufen wurde.

Glückwünsche und Blumen gab es von allen Fraktionen. Die parteilose Simone Borris ist bei den Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat und der Stadtverwaltung anerkannt und respektiert. Simone Borris wurde 1962 geboren und arbeitet seit 1990 bei der Stadt Magdeburg. Die Diplomkauffrau wurde 2003 Leiterin des Sozial-und Wohnungsamtes, 2013 übernahm sie das Jugendamt. Seit 2014 ist sie Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit.

Erprobte Krisenmanagerin

Borris gilt in der Stadt als ausgesprochene Krisenmanagerin und musste das ab 2015 bei der hohen Zahl an Zugezogenen und deren Unterbringung beweisen. Zu Beginn der Corona-Krise musste das Sozialdezernat hunderte Menschen, die im Stadtgebiet Neustadt unter Quarantäne standen, versorgen. Auch das lief relativ problemlos. Zudem war Borris bei der Errichtung und beim Betrieb des Impfzentrums gefordert.

Ich kann führen. Man muss Spaß am Führen haben und wenn man dann noch die richtigen Leute an der Seite hat, dann kann das gut funktionieren.

Simone Borris

Sozialer Frieden in der Stadt als Herausforderung

Als Bürgermeisterin kommen nun neue Aufgaben auf sie zu. Parallel wird sie sich auch in Zukunft um ihr Ressort kümmern. Stadtentwicklung verstehe sie nicht als reine bauliche Entwicklung, sie werde auch immer die soziale Frage stellen. "Sozialpolitik ist aus meiner Sicht ein Thema, das alle Bereiche betrifft", sagt Simone Borris. Den sozialen Frieden in der Stadt zu erhalten sei eine ihrer Aufgaben.

Zusammenarbeit ab 2022 mit neuem Oberbürgermeister

Im kommenden Jahr endet die Amtszeit von Oberbürgermeister Lutz Trümper, mit dem Simone Borris ein langes Vertrauensverhältnis pflegt. Auf den Neuen oder die Neue freue sie sich, so Borris, die für sieben Jahre gewählt wurde. Das neue Stadtoberhaupt kann dann vom reichen Erfahrungsschatz seiner Stellvertreterin profitieren.

Trotz des neuen Amtes soll ihr Engagement in diversen Gremien nicht zu kurz kommen. Simone Borris, die bis 2019 selbst noch Fußball gespielt hat, ist heute auch Präsidiumsmitglied beim 1. FC Magdeburg, ebenfalls als erste Frau. Außerdem ist sie unter anderem Aufsichtsratsvorsitzende der "Wohnen und Pflegen gGmbH" und der "Klinikum Magdeburg gGmbH", Vorstandsmitglied im Verein PIA e.V. und Mitglied im Förderverein Kinderförderwerk Magdeburg.

Die Zeit für die Familie und Freunde wird also noch knapper. Aber das wird funktionieren, ist sich Simone Borris sicher: "Ich bin stresserprobt und arbeite gern unter Druck. Aber ich werde sehen, dass ich Familie, Hobby und Beruf gut miteinander verbinden kann."

MDR/Sören Thümler, Lucas Riemer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Oktober 2021 | 18:00 Uhr

3 Kommentare

MDR-Team vor 2 Wochen

Hallo Schrecki, sie wurde in Gardelegen geboren und wohnt seit ihrem 7. Lebensjahr in Magdeburg. Sie erhielt von 51 abgegebenen Stimmen 44 Ja-Stimmen. Außerdem gab es drei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

Rotti vor 2 Wochen

Keine Quotenfrau, sondern eine Fachfrau, gegen die keiner antreten konnte, weil sie die Anforderungen erfüllte für den Job...
So sollte es immer sein. Keine Quote, sondern der Beste.

Schrecki vor 2 Wochen

Hallo MDR,
wo wurde denn Simone Borris geboren. Und wie viele Gegenstimmen gab es denn?

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