Umstrittenes Bauvorhaben Stadtrat Magdeburg gibt grünes Licht für 600 Parkplätze im Stadtpark

In Magdeburg werden derzeit die Stadthalle und die Hyparschale saniert. Zwischen den beiden markanten Gebäuden im Stadtpark sollen nun 600 Parkplätze entstehen. Dem Vorhaben hat der Stadtrat am Donnerstag zugestimmt. Der Bau ist umstritten. Kritiker hatten im Vorfeld gegen die weitere Bebauung des Parks demonstriert.

Stadthalle Magdeburg
Die Stadthalle im Magdeburger Stadtpark wird derzeit saniert. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Im Magdeburger Stadtpark sollen im Zuge der Sanierung der Stadthalle und der Hyparschale fast 600 neue Parkplätze entstehen. Der Stadtrat stimmte am Donnerstag für einen entsprechenden Antrag, der den Neubau der Parkplätze vorsieht. Zudem wird der Umbau der Außenanlagen deutlich teurer als geplant. Die Kosten steigen von knapp 15 Millionen Euro auf rund 24,5 Millionen Euro.

Parkplätze umstritten: Kritiker befürchten Zubetonierung des Stadtparks

Vor allem der Bau der Parkplätze, die zwischen Stadthalle und Hyparschale entstehen sollen, ist höchst umstritten. Im Vorfeld hatte eine Bürgerinitiative bereits gegen die weitere Bebauung des Stadtparks protestiert. In einer rund zweistündigen, emotionalen Debatte im Stadtrat warf die Fraktion Grüne/future! Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) vor, nicht über die genauen Pläne informiert zu haben und Grünflächen zuzubetonieren.

Anträge zur Rücküberweisung in den Umweltausschuss oder zur Verringerung der Stellplätze fanden aber keine Mehrheit. Der Umweltausschuss hatte vergangene Woche mit einer Stimme Mehrheit für den Bau gestimmt.

Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass de facto keine neuen Parkplätze entstehen würden, sondern lediglich vorhandene Parkplätze zwischen Stadthalle und Hyparschale an einem Ort konzentriert würden. Da es sich um keine Neubaumaßnahme, sondern um eine Sanierung handele, sei auch keine Bürgerbeteiligung nötig. Zudem sei bereits vor drei Jahren über die Gestaltung der Anlagen im Stadtpark entschieden worden.

Sachsen-Anhalt

Stützturm abgebaut Sanierung der Hyparschale schreitet voran

Ein Stahlturm in der Mitte einer leeren, grauen Messehalle
Dieser Stahlturm schützte das Betondach vor dem Einsturz. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Ein Stahlturm in der Mitte einer leeren, grauen Messehalle
Dieser Stahlturm schützte das Betondach vor dem Einsturz. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Bauarbeiter stehen im Inneren einer alten Messehalle
Der Abbau der Stütze wird genau überwacht. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Zwei Männer knien neben einem Stahlturm
Dafür ist eine Spezialfirma aus Zwickau angereist. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Zwei Männer knien unter einem Stahlturm
Zunächst wird die Konstruktion Zentimeter für Zentimeter angehoben. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
ein großer Maulschlüssel
Dann kann die große Mutter vorsichtig gelöst werden. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
ein blauer Hubwagen in einer leere, grauen Messehalle
Und das Dach der Hyparschale "schwebt" wieder. Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Ein Baugerüst außen an einer grauen Messehalle
Außen tragen vier schräge Stützen das Dach.

Quelle: MDR/Fabienne von der Eltz
Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein
Alle (7) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. August 2021 | 19:00 Uhr

Sachsen-Anhalt

Ein gelber Bagger vor einem Baugerüst
Bildrechte: MDR/Stefan Bernschein

Plaza zum Flanieren, E-Ladesäulen und Toiletten geplant

Mit der Sanierung der beiden markanten Magdeburger Gebäude geht auch eine umfangreiche Umgestaltung der Grünflächen dazwischen einher. Unter anderem ist auch eine größere Festival Plaza zum Flanieren geplant.

Der Stadtrat sprach sich zudem mehrheitlich dafür aus, die Errichtung von E-Ladesäulen zu prüfen und eine Toilettenanlage für Besucher und Busreisende zu bauen.

MDR/Sören Thümler, Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Oktober 2021 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

FK85 vor 7 Wochen

Unfassbar schlecht!

Ich frage mich bei solchen Entscheidungen des Stadtrats ob hier über Folgen und die Zukunft nachgedacht wird.

Zudem frage ich mich ob der Wille der Menschen, die hier regelmäßig spazieren, die Natur genießen/ beobachten, Sport treiben oder ähnliches berücksichtigt wird oder eher nach wirtschaftlichen Interessen geschaut wird.

Mehr Fläche versiegeln, statt die Chance zu nutzen, dass nicht gebrauchte abgerissene Gebäude mehr Grünfläche freigeben und diese für Freizeitaktivitäten umzugestalten, z.B. eine Kletterwand, ein begrünter Freilufttheaterplatz oder einfach an dieser Stelle den abnehmenden Baumbestand durch Bauprojekte ausgleichen und Pflanzen was das Zeug hält.

Was spricht gegen Park and Ride? Am Elbbahnhofwohnviertel sind ständig Plätze frei, der Schandfleck des Schleinuferparkhauses ist eh kaum genutzt und eine hochfrequentierte Buslinie zu Veranstaltungen oder unser Fahrrad kann uns überall aus der Stadt in den (noch) schönen Stadtpark bringen.

Schande

August vor 7 Wochen

Alles für das Auto scheinbar ist Böhmermannns Lehrstunde völlig zutreffend wenns ums Auto geht steht Klimawandel und Natur hinten an. Am Besten noch ein parr Windräder und Solarzellen für den Grünen Strom für die kommende Generation von E- Autos.

MarioS vor 7 Wochen

Und wieder ein Parkplatz. "Wie schön!" Über das Vorhaben wurde schon vor 3 Jahren entschieden? Lieber Stadtrat von Magdeburg, seitdem hat sich einiges getan! Wacht mal langsam auf! Die Welt dreht sich weiter. So erreicht man keine Verkehrswende.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt