"Magdeburger Erklärung" Behindertenbeauftragte fordern bessere Teilhabe in Sport, Freizeit, Kultur

Menschen mit Behinderungen müssen stärker als bislang an Sport-, Freizeit-, Kultur- und Tourismusangeboten teilhaben können. Das haben die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern am Ende ihres zweitägigen Treffens in der Landeshauptstadt in einer am Freitag verabschiedeten "Magdeburger Erklärung" gefordert.

Rollstuhlfahrerin am Bahnsteig
Behindertenbeauftragte fordern mehr Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Bildrechte: Colourbox.de

Die Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen haben eine "Magdeburger Erklärung" verabschiedet. Darin fordern sie eine gleichberechtigte Teilhabe an Sport, Freizeit, Kultur und Tourismus.

Barrierefreiheit sei stets auch eine Frage der Qualität, erklärte Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung. Dazu müssten sich Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar bekennen.

Christian Walbrach, Landes-Behindertenbeauftragter von Sachsen-Anhalt
Christian Walbrach, Landes-Behindertenbeauftragter von Sachsen-Anhalt: Menschen mit Behinderung stehen in der Mitte der Gesellschaft. Bildrechte: Sozialministerium Sachsen-Anhalt

In der "Magdeburger Erklärung" fordern die Beauftragten, auch die Teilhabe von behinderten Menschen am kulturell-künstlerischen Leben zu verbessern. So seien eine Reduzierung oder Abschaffung von Barrieren in kulturellen Orten und weitere barrierefreie Kultur- und Kunstangebote nötig. Außerdem müssten barrierefreie Kommunikationsangebote in Museen geschaffen oder verbessert werden. Die Beauftragten wünschten sich unter anderem mehr Informationen in Leichter Sprache, Brailleschrift und Gebärdensprache.

Sachsen-Anhalts Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Christian Walbrach, machte deutlich, dass Menschen mit Behinderung keine Randgruppe seien, die man vernachlässigen könne: "Das ist ein Riesenirrtum. Wir haben allein in Sachsen-Anhalt rund 180.000 Menschen von 2,2 Millionen Einwohnern, die eine Schwerbehinderung haben. Wir müssen klar machen, dass diese Menschen in der Mitte der Gesellschaft stehen." Verbesserungspotential sehen die Beauftragten von Bund und Ländern auch in den touristischen Angeboten. So fordern sie mehr barrierefreie Reisen und Reiseketten sowie bessere Informationen darüber.

MDR (Thomas Tasler, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 25. März 2022 | 17:00 Uhr

1 Kommentar

Wolfgang 17 vor 26 Wochen

Im Jerichower Land passiert genau für mich das Gegenteil.Vor 2 Jahren konnte ich vom persönlichen Budget einen Teil für Thermalbadbesuche mit meiner Begleitung als Vater und Betreuer durchführen.Heute dürfen das nur Betreuer der Sozialdienste,die das leider nicht nicht bewerkstelligen können.Ergebnis,ich kann es mir finanziell nicht leisten und mein schwer behinderter Sohn kann nicht mehr ins Thermalbad was er so gerne mit Freude genießen konnte.Jetzt fehlt ein großer Gesundheits fördernde Faktor und der Kontakt zur Öffentlichkeit was eigentlich der Sinn des persönlichen Budget ist

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