Vor OB-Wahl MDR-Umfrage: Magdeburger wünschen sich mehr bezahlbaren Wohnraum

Am 24. April wählt Magdeburg ein neues Stadtoberhaupt. Eine MDR-Umfrage zeigt, dass er oder sie sich zuerst um bezahlbaren Wohnraum kümmern sollte. Die Magdeburger haben aber noch mehr Wünsche an Trümpers Nachfolger. Ihre Wahl-Entscheidung machen die meisten von dem Kandidaten oder der Kandidatin abhängig.

Blick auf den Magdeburger Dom, die Hubbrücke und die Hyparschale.
Kurz vor der Wahl eines neuen Oberbürgermeisters haben Magdeburger ihre Wünsche an das neue Stadtoberhaupt formuliert. Bildrechte: dpa

Der zukünftige Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin von Magdeburg sollte sich zuerst um das Thema "wohnen" beziehungsweise bezahlbaren Wohnraum kümmern. In einer Umfrage von MDRfragt, dem Meinungs-Barometer für Mitteldeutschland, sehen 71 Prozent der befragten Magdeburgerinnen und Magdeburger dieses Thema als drängendstes Problem in der Landeshauptstadt.

Außerdem ist den Teilnehmenden der Bürokratieabbau (57 Prozent), die Schaffung von Zukunftsperspektiven für junge Menschen (56 Prozent) und eine größere Sicherheit in Brennpunkten (54 Prozent) wichtig. Die Mehrheit wünscht sich außerdem einen stärkeren Einsatz gegen die Verödung der Innenstadt (52 Prozent).

Viele Wünsche an neues Stadtoberhaupt

Als weitere Aufgaben für das neue Stadtoberhaupt nannten die Befragten den Breitbandausbau und die Digitalisierung (49 Prozent), bessere Bahnanbindungen (45 Prozent) sowie den Ausbau des Nahverkehrs (45 Prozent) und mehr beziehungsweise bessere Radwege (44 Prozent).

Durch Bildung und Integration die Spaltung in der Gesellschaft auch in dieser Stadt und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen verringern.

Gabriele E. Teilnehmerin der Befragung

Andere Themen, die die Magdeburgerinnen und Magdeburger beschäftigen, sind:

  • mehr Einsatz für Sauberkeit in der Stadt,
  • weitere Ansiedlungen von Unternehmen vorantreiben,
  • Straßen-Ausbau und Innenstadt-Verkehr,
  • touristische Angebote Magdeburgs besser fördern/bewerben,
  • Förderung kultureller Angebote,
  • Hilfe und Integration von geflüchteten Menschen

Bei der Befragung waren Mehrfach-Nennungen möglich.

Hinweise zur Befragung 1.289 Menschen aus Magdeburg haben online an der Befragung von MDRfragt teilgenommen.

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Sie wurden aber nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet.

Es sollten wieder die Belange der Stadt-Bürger und nicht nur wirtschaftliche Belange im Vordergrund stehen.

Jan G. Teilnehmer der Befragung

Magdeburgs Interessen in der Landespolitik vertreten

Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wünscht sich zudem, dass der neue Oberbürgermeister oder die neue Oberbürgermeisterin Magdeburgs Interessen stärker gegenüber der Landesregierung vertritt. Ebenfalls 47 Prozent möchten, dass die Interessen so wie bisher vertreten werden sollen. Die übrigen zwei Prozent der Teilnehmenden machten hierzu keine Angaben.

Ich wünsche mir, dass der kommende Bürgermeister das Wohl aller Bürger im Auge hat.

Regina K. Teilnehmerin der Befragung

Person beeinflusst Wahl-Entscheidung

Zudem wurden die Magdeburgerinnen und Magdeburger gefragt, wonach sie ihre Wahl-Entscheidung treffen wollen. Die meisten (48 Prozent) nannten den Kandidaten oder die Kandidatin als wichtigstes Entscheidungs-Kriterium. Für ein gutes Drittel (34 Prozent) sind die Themen im Wahlkampf entscheidend. Neun Prozent orientieren sich an der Partei, zwei Prozent wollen ihre Wahl-Entscheidung aus Protest fällen.

Überwiegende Mehrheit zufrieden mit Trümpers Arbeit

Die Befragten haben auch eine Bilanz zur Amtszeit von Oberbürgermeister Lutz Trümper gezogen (SPD). Er hat 21 Jahre die Geschäfte der Stadt geführt und tritt nun nicht mehr zur Wahl an. 84 Prozent der befragten Magdeburgerinnen und Magdeburger sind mit Trümpers Arbeit zufrieden beziehungsweise eher zufrieden. Nur elf Prozent sind eher oder komplett unzufrieden.

Er hat einfach einen guten Job für seine Stadt gemacht und hat notwendigenfalls auch mal Gegenwind erzeugt.

Markus S. Teilnehmer der Befragung

Im Video ziehen Magdeburgerinnen und Magdeburger sowie Trümper selbst Bilanz:

Corona-Politik und Intel-Ansiedlung gelobt

In Trümpers Amtszeit fällt mit der Corona-Pandemie auch eine große Herausforderung, die das scheidende Stadtoberhaupt nach Ansicht der Befragten gut gemeistert hat. Mehr als zwei Drittel (79 Prozent) sind zufrieden mit Trümpers Krisenpolitik. 16 Prozent sind eher unzufrieden.

Besonders in der Corona-Krise hat Herr Trümper meist besonnener reagiert als unsere gesamte Bundesregierung.

Karsten K. Teilnehmer der Befragung

Kurz bevor Trümper das Rathaus verlässt, hat der US-amerikanische Chip-Hersteller Intel bekannt gegeben, eine Giga-Fabrik mit bis zu 10.000 neuen Arbeitsplätzen in Magdeburg bauen zu wollen. Auch das kommt bei der Mehrheit der Befragten gut an. 86 Prozent finden die Intel-Ansiedlung positiv.

MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. April 2022 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

geradeaus vor 33 Wochen

Ich weiß nicht mehr in welcher Stadt, welchem Land das war, da versucht man wirklich die Mischung hinzubekommen. So verhindert man die Verwahrlosung eines Stadtteils. Zumindest war das der Plan. Keine Ahnung ob das funktioniert. Ich denke jedoch das es klappen kann.

hilflos vor 33 Wochen

Bezahlbarer Wohnraum? Was soll das sein? Es gibt tatsächlich Leute, die attraktiven Wohnraum in City Lage quasi für lau wollen und denen preiswerter Wohnraum im Block unzumutbar ist. Ich habe für meinen Wohnraum Jahrzehnte gespart, gezahlt und verzichtet. Das können die Fördernde sicher auch

ElBuffo vor 34 Wochen

Ich sehe da eher einen Zielkonflikt. Je attraktiver, desto teurer. Ist wahrscheinlich wie bei Umfragen zur Rente. Weniger Beitrag, mehr Rente. Beides natürlich gleichzeitig mit möglichst 60 Jahren Eintrittsalter.

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