Stundenlange Sperrung Nach tödlichen Unfällen auf A2: Ortsumfahrung soll Burg entlasten

Die Autobahn 2 Fahrtrichtung Hannover ist nach zwei tödlichen Unfällen nahe Burg wieder frei. Große Probleme gab es wegen langer Staus auch auf den Umleitungen. Nun soll eine Ortsumfahrung für Entlastung sorgen.

Eine Rettungsgasse auf der Autobahn
Schon am Dienstag standen auf der A2 viele Lkw-Fahrer im Stau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach den beiden tödlichen Auffahrunfällen am Dienstag bei Burg rollt der Verkehr auf der Autobahn 2 wieder. Nach Angaben der Autobahnpolizei konnte der Abschnitt zwischen Burg-Ost und Burg-Zentrum am Vormittag nach 21 Stunden wieder freigegeben werden. Die zweite Unfallstelle bei Theeßen war nach einer erneuten kurzeitigen Sperrung etwas später wieder befahrbar.

Am Dienstag hatten sich gleich zwei tödliche Auffahrunfälle auf der Autobahn A2 in Höhe Burg ereignet. Zunächst war ein Tanklastzug zwischen Burg-Ost und Burg ungebremst auf ein Stauende gefahren. Durch den Aufprall wurden drei weitere Lastwagen zusammengeschoben. Der Fahrer des Gefahrguttransporters starb noch an der Unfallstelle.

Zwei Tote, vier Verletzte

Kurze Zeit später fuhr bei Theeßen ein weiterer Lkw ungebremst in den Stau. Zwei Lastwagen wurden zusammengeschoben. Auch bei diesem Unfall kam der auffahrende Lkw-Fahrer ums Leben. Neben den zwei Toten hat es insgesamt vier Verletzte gegeben. Die Ladung des Gefahrguttransporters, eine flüssige Chemikalie, ist bei dem Unfall laut Polizei aber nicht ausgelaufen. Sie wurde in der Nacht umgepumpt.

In Burg selbst sorgte am Abend dann noch ein weiterer Unfall für zusätzliche Behinderungen auf der Umleitungsstrecke. Dabei gab es laut Polizei aber keine Verletzten.

Am Morgen war die A2 zwischen Burg-Ost und Burg-Zentrum wegen Bergungsarbeiten noch immer teilweise gesperrt. Wie die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, war die Autobahn zwischenzeitlich in beiden Richtungen voll gesperrt. Erst am Morgen konnte die Fahrbahn in Richtung Berlin wieder freigegeben werden, einige Stunden später dann auch in Richtung Hannover.

Der Polizei zufolge könnte es sein, dass die Autobahn in Richtung Hannover zwischen Burg-Zentrum und Burg-Ost im Tagesverlauf nochmal für wenige Minuten gesperrt werden muss. Die Beamten wollen mit Drohnen Übersichtsaufnahmen der Unfallstelle aufzeichnen.

Ortsumfahrung für Burg kommt – aber erst 2030

Verkehrsschilder Umleitung und Einfahrt verboten an einer Straße
Noch bis 2030 wird der Umleitungsverkehr der A2 durch Burg rollen müssen. Bildrechte: imago/imagebroker

Inzwischen hat das Verkehrsministerium angekündigt, dass Burg vom Umleitungsverkehr der A2 entlastet werden soll. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wird mit den Planungen für eine Ortsumfahrung im kommenden Jahr begonnen. Bis spätestens 2030 solle sie fertig sein.

Demnach ist das Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan mittlerweile im vordringlichen Bedarf verankert, es hat also höchste Priorität. Die Umgehung werde 9,7 Kilometer lang sein und nach derzeitigem Stand 32 Millionen Euro kosten.

Feuerwehr fordert Beschleunigung der Planungen

Die Feuerwehren im Jerichower Land reagierten verhalten auf die Ankündigung der Ortsumfahrung. Die Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Daniela Quenstedt, forderte im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT, die Planungen eher noch weiter zu beschleunigen. Die Straßen in Burg seien in Folge von Staus auf der A2 zu oft verstopft. Das erschwere es den Kameraden, zum Einsatzort zu gelangen, unabhängig davon, wo der sich befinde.

Die Stadt Burg selbst zeigte sich über die Pläne für die Umgehungsstraße erfreut. Rathaussprecher Bernhard Ruth sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch, die Aufenthaltsqualität werde erhöht: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch diese Ortsumgehung der innerstädtische Verkehr so reduziert wird, dass das zum Nachteil der Innenstadthändler ausfallen würde."

MDR/dpa/Kevin Poweska/Christoph Dziedo/ThomasTasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. März 2021 | 10:30 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 9 Wochen

Dabei gibt es da wohl inzwischen technische Vorrichtungen, die sowas verhindern können. Aber fehlt wohl die Kontrolle und/oder die Strafen sind lächerlich gering. Vielleicht sollte man da mal ansetzen und kann sich dann auch die Umleitungsstrecke sparen. Ist mir in der Tat schleierhaft, wie lange man da auf der A2 hinten Kaffee kocht oder sonstwas macht und nicht auf die Straße schaut. Das hat nichts mit Augenblicksversagen oder Sekundenschlaf zu tun.

Kritische vor 9 Wochen

Man fragt sich schon, ob hier auf die Handys geschaut wurde, anstatt nach vorne. Gruselig, es werden immer mehr LKW und immer mehr Unfälle mit ihnen. Übermüdete Fahrer, keine Winterreifen, Elefantenrennen zwischen ihnen, wenn man in die Führerhäuser reinschaut, packt einen oft das nackte Grauen. Essen, unterhalten, im Netz surfen, die Beine oben... alles schon gesehen.

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