Corona-Pandemie Antikörper-Studie der Uni Magdeburg: Weg zur Herdenimmunität noch weit

Die Universitätsmedizin Magdeburg hat die ersten Ergebnisse einer Antikörper-Studie vorgestellt. Wie die Universität mitteilte, wurden lediglich bei etwa 13 Prozent der Studien-Teilnehmenden Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen. Viele Nichgeimpfte wussten zudem nichts von ihrer Infektion.

Eine Blutkonserve liegt im Blutspendezentrum des Deutschen Roten Kreuzes auf einer Blutwaage und wird während einer Spende gefüllt
Mithilfe von Blutproben aus Blutspenden wird in Magdeburg eine Antikörperstudie durchgeführt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Universitätsmedizin Magdeburg hat die ersten Ergebnisse einer Antikörper-Studie vorgestellt. Wie die Universität mitteilte, wurden lediglich bei etwa 13 Prozent der Studien-Teilnehmenden Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen. Im Frühjahr war bei insgesamt 2.138 Blutspendern aus dem Großraum Magdeburg eine Blutprobe entnommen und auf Antikörper gegen das Virus untersucht worden. Antikörper bildet der menschliche Körper erst dann, wenn er mit dem Virus infiziert war oder eine Impfung erhalten hat.

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Ziel der Studie ist es, die Dunkelziffer der mit dem Coronavirus infizierten Personen etwas genauer darzustellen. Der Leiter des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB), Achim Kaasch, erklärte: "Unsere Studie zeigt, dass wir noch weit entfernt von einer breiten Immunität in der Bevölkerung sind. Das bedeutet, dass das Virus nach wie vor viele Möglichkeiten hat, sich weiter auszubreiten." Er hält aus diesem Grund konsequentes Testen und die Einhaltung der AHA-Regeln auch mit Blick auf den Herbst weiterhin für notwendig.

Hälfte der Coronafälle wusste nichts von eigener Infektion

Von den 2.138 Blutspendern hätten 1.895 angegeben, noch keine Impfung gegen das Virus bekommen zu haben. Allerdings konnte auch in den Blutproben von sechs Prozent der ungeimpften Spendern Antikörper nachgewiesen werden. Das sei ein Zeichen für eine Infektion und liefere Erkenntnisse zur Dunkelziffer für den Raum Magdeburg, so die Universität.

Knapp die Hälfte der ungeimpften Blutspender mit Antikörpern im Blut wusste nichts von einer überstandenen Corona-Infektion in der Vergangenheit. Diese Fälle sind damit auch nicht in die offizielle Statistik des Robert Koch-Instituts eingegangen.

Wissenschaftsministerium unterstützt Studie

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) unterstrich im Rahmen der Vorstellung der Studienergebnisse die Notwendigkeit solcher Studien: "Nur die Kombination aus weitreichender Immunität und hinreichender Kenntnis über angemessenen Infektionsschutz wird dazu beitragen, dass sich unser Leben wieder vollends normalisieren kann. Deshalb haben wir bei der Forschungsförderung schnell und unbürokratisch einen Schwerpunkt auf Corona gelegt."

Die Studie der Universität Magdeburg wird mit 240.000 Euro vom Wissenschaftsministerium gefördert und soll noch bis Oktober 2022 fortgesetzt werden. Die Studienteilnehmenden waren zwischen 18 und 84 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der nicht repräsentativen Studie lag bei 44 Jahren.

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas. 3 min
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MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Juni 2021 | 12:00 Uhr

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