Uniklinikum Magdeburg Aufsichtsrat zum Datenskandal: "Bislang kein Fehlverhalten des Vorstands"

Thomas Vorreyer
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Der Aufsichtsrat des Uniklinikums Magdeburg hat sich am Montag erstmals mit dem Datenskandal und Ermittlungen gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Klinikums befasst. Der Vorstand wurde in der Sache vorerst entlastet, soll aber Änderungen der Verwaltung prüfen. Eine Entscheidung zu einem umstrittenen Großeinkauf von Atemschutzmasken wurde vertagt.

Uniklinikum Magdeburg
Beschäftigte den Aufsichtsrat erneut: das Uniklinikum Magdeburg Bildrechte: dpa

Im Fall des Datenskandals am Uniklinikum Magdeburg hat der Aufsichtsrat den Klinikumsvorstand vorerst entlastet. "Der Aufsichtsrat kann bislang kein Fehlverhalten des Klinikumsvorstandes im Umgang mit diesem Vorgang erkennen", teilte der Aufsichtsratsvorsitzende, Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD), nach einer Sondersitzung des Gremiums am Montag mit.

Allerdings wolle man die laufenden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft abwarten und sich vorerst nicht weiter äußern. Gegen eine ehemalige Mitarbeiterin der Verwaltung des Uniklinikums wird ermittelt, weil sie illegal Einwohnermeldedaten abgefragt und mutmaßlich an gewaltbereite Linksextremisten weitergegeben haben soll.

Der Aufsichtsrat trug dem Klinikumsvorstand jedoch auf, Anpassungen im Rechnungswesen und beim Zugriff auf Meldedaten durch das Uniklinikum zu prüfen. Der Vorgang soll erneut Thema bei der nächsten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 29. November sein.

Umstrittener Maskenkauf Ende November erneut Thema

Auf der Tagesordnung dieser Sitzung soll dann zum wiederholten Male auch ein umstrittener Großeinkauf von Atemschutzmasken durch das Uniklinikum stehen. Der Landesrechnungshof prüft den Vorgang, seitdem ihn der Aufsichtsrat darum im April gebeten hatte. Der fertige Bericht wird für November erwartet.

Der Klinikumsvorstand musste sich am Montag allerdings zu einem ursprünglich internen Zwischenbericht der Prüfer äußern, der mehre Zweifel an einer korrekten Vergabe des Auftrags listete. Außerdem steht der Vorwurf der Vertuschung im Raum. Der Klinikumsvorstand hatte das öffentlich zurückgewiesen. Wissenschaftsminister Willingmann nannte dazu am Montag keine weiteren Details.

Bei der Vergabe hatte eine Firma, deren Miteigentümer und -gründer ein Sohn des Ärztlichen Direktors ist, einen Auftrag über 654.000 Euro netto erhalten. Das LKA ermittelt in der Sache unter anderem gegen vier Mitarbeitende des Uniklinikums.

Mitarbeiterbefragung nach Wutbriefen kommt 2022

Nach mehreren Unmutsbekundungen und anonymen Wutbriefen aus der Belegschaft soll zudem im ersten Quartal 2022 eine Mitarbeiterbefragung am Uniklinikum stattfinden. Ein externer Dienstleister wurde nun damit beauftragt. Mitarbeitende hatten der Ärztlichen Direktor und der Kaufmännischen Direktorin unter anderem ein "Klima des Misstrauens" und mehrfaches Führungsversagen angelastet.

MDR/Thomas Vorreyer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Oktober 2021 | 05:00 Uhr

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