Nachfolger bereits gefunden Uniklinikum Magdeburg: Kaufmännische Direktorin geht sofort

Thomas Vorreyer
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Nach monatelanger Kritik und Problemen unterschiedlichster Art verlässt Kerstin Stachel das Uniklinikum Magdeburg. Die umstrittene Managerin und der Aufsichtsrat trennten sich am Mittwoch "einvernehmlich", heißt es. Stachels Nachfolger wird Marco Bohn werden. Er führt bereits die Geschäfte des Uniklinikums Halle.

Der Schriftzug "Universitätsmedizin Magdeburg" steht an der Fassade der Universitätsklinik in Magdeburg.
Am Uniklinikum Magdeburg gibt es eine personelle Veränderung: Die Kaufmännische Direktorin Kerstin Stachel geht sofort. Bildrechte: dpa

Die umstrittene Kaufmännische Direktorin des Uniklinikums Magdeburg, Kerstin Stachel, verlässt dieses mit sofortiger Wirkung. Darauf hätten sich Stachel und der Aufsichtsrat des Hauses am Mittwoch einvernehmlich geeinigt. Das teilte das Wissenschaftsministerium mit. Minister Armin Willingmann (SPD) sitzt dem Aufsichtsrat vor.

Das Gremium habe "übereinstimmend" festgestellt, dass in Magdeburg "neue Impulse und eine verlässliche Planung in der personellen Führung" gebraucht würden. Offenbar traute man Stachel nicht mehr zu, die wirtschaftlichen Probleme des Uniklinikums in den Griff zu kriegen. Dennoch dankte man ihr für den gemeinsam eingeschlagenen Weg der Konsolidierung. Vertragliche Details müssten nun kurfristig geklärt werden, so das Wissenschaftsministerium.

Kaufmännischer Direktor aus Halle übernimmt auch in Magdeburg

Kerstin Stachel war 2015 vom Uniklinikum Bonn nach Magdeburg gekommen. Sie war mitverantwortlich dafür, dass die Landesregierung in den vergangenen Jahren der Investitionsstau an den Uniklinika abzubauen begann. Seit 2019 bildete sie ein nach außen enges Team mit dem Ärztlichen Direktor, Hans-Jochen Heinze. Beide standen seit einigen Monaten wiederholt intern wie öffentlich in der Kritik, etwa wegen eines Großeinkaufs von Masken und ihren Umgang mit Leitungspersonen und der medizinischen Fakultät. Stachel hatte die Vorwürfe zumeist zurückgewiesen. Der Aufsichtsrat hatte mehrfach Auflagen verteilt und Stachel auch wegen Impfdrängelei gerügt.

Der Kaufmännische Direktor des Uniklinikums Halle und des Uniklinikums Magdeburg, Marco Bohn, steht im Anzug vor einer weißen Wand.
Der neue Kaufmännische Direktor des Uniklinikums Magdeburg: Marco Bohn Bildrechte: Uniklinikum Halle

Ihr Nachfolger steht unterdessen bereits fest: Der Kaufmännische Direktor des Uniklinikums Halle, Marco Bohn, übernimmt bis auf Weiteres die wirtschaftlichen Geschäfte beider Häuser. Der gebürtige Tangermünder hatte den Job in Halle im Herbst 2020 angetreten. Zuvor arbeitete Bohn für die Sana-Kliniken Berlin-Brandenburg und das Uniklinikum Leipzig.

Sondersitzung des Aufsichtsrats war nötig geworden

Offenbar auch wegen Stachels Zukunft hatte sich der Aufsichtsrat des Uniklinikums Magdeburg Ende April nach langer Sitzung ohne Ergebnis vertagt. Diese wurde nun am Mittwoch ebenfalls über mehrere Stunden fortgesetzt. Zwischenzeitlich hatte Stachel überraschend verkündet, sie wolle ihren Vertrag nach 2023 nicht verlängern.

Durch die Personaldebatte wurden andere Entscheidungen erneut vertagt. Der Aufsichtsrat fasste keinen Beschluss zum Fortgang der Fusionsgespräche mit dem Klinikum Magdeburg. Ein entsprechender Grundlagenvertrag beider Klinika für weitere Verhandlungen liegt den Aufsichtsräten seit einigen Wochen vor, wurde bislang aber noch nicht verabschiedet.

Update vom 12. Mai 2022, 17:50 Uhr: Wir haben den Beitrag um weitere Informationen zur Sitzung ergänzt.

MDR (Thomas Vorreyer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Mai 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

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