Vivien Schacke, Assistenzärztin der Chirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg, sitzt während einer Operation an der Bauchspeicheldrüse einer weiblichen Patientin am roboterassistierten Operationssystem "DaVinci Si".
Das Land will kräftig ins Uniklinikum Magdeburg investieren. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Ronny Hartmann

Größtes Bauprojekt Eine Milliarde für Uniklinik: Land gibt grünes Licht

20. Juni 2024, 18:42 Uhr

Der Finanzausschuss des Landtags hat grünes Licht für das neue Zentralgebäude des Uniklinikums Magdeburg gegeben. Eine Milliarde Euro soll es kosten, jedoch auch viele Millionen Euro jährlich sparen. Die Opposition im Landtag übt Kritik an der Finanzierung des Projekts.

Der Finanzausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt hat grünes Licht für das größte Bauprojekt in der Geschichte des Landes gegeben: das neue Zentralgebäude des Universitätsklinikums Magdeburg. Der Neubau soll rund eine Milliarde Euro kosten, teilte der Grünen-Abgeordnete Olaf Meister am Donnerstag auf Anfrage mit. Das Projekt soll noch dieses Jahr starten. Bis 2035 soll der Neubau fertig sein.

Finanzierung sorgt für Kritik

Für Diskussionsstoff habe vor allem die Finanzierung gesorgt, sagte Meister. Wegen der hohen Kosten soll nun die landeseigene Planungsfirma "Immobilien- und Projektmanagementgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH" (IPS) die nötigen Kredite bedienen.

Sachsen-Anhalt würde formal den Kredit aufnehmen, diesen aber an die Planungsfirma weitergeben. Die Rückzahlungen sollen dann über die Mieteinnahmen erfolgen.

Gibt Land Steuerung aus der Hand?

Meister unterstützte das Projekt. Allerdings sei "weder klar, wie hoch die Zahlungen sein müssten, noch ob das leistbar ist". "Problematisch ist, dass mit der Realisierung über die IPS auch gleich die Steuerungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten aus der Hand gegeben wurden", sagte er weiter. Dies sei unverständlich und widerspreche dem bisherigen Verfahren bei Bauvorhaben des Landes. 

Hintereingang zum Universitätsklinikum Magdeburg.
Hohe Kosten durch dezentrale Lage und schlechten Brandschutz: Das Universitätsklinikum in Magdeburg muss dringend saniert werden. Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Grund für das Milliarden-Projekt waren unter anderem der schlechte bauliche Zustand und die hohen Transportkosten auf dem Klinikgelände durch die weit auseinanderliegenden Gebäude. Allein für die campusweiten, innerbetrieblichen Krankentransporte zwischen den einzelnen Gebäuden fallen am Uniklinikum Magdeburg jährlich rund 20 Millionen Euro Kosten an.

Uniklinikum macht Millionen Defizite

Mit dem neuen Zentralklinikum sollen diese entfallen und die wichtigsten Abteilungen zusammengezogen werden. Dadurch sollen künftig Kosten eingespart werden. Perspektivisch könnten dort die OPs und die Intensivstationen untergebracht werden. 

Erst jüngst hatte das Wissenschaftsministerium prognostiziert, dass das Universitätsklinikum das vergangene Jahr mit einem Defizit in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe abschließen wird. Bereits 2021 hatte das Klinikum ein Minus in Höhe von rund 47 Millionen Euro eingefahren, 2022 waren es etwa 46 Millionen Euro.

Für Neubauten am Universitätsklinikum in Halle rechnet die Landesregierung mit Ausgaben von fast noch einmal einer Milliarde Euro. Dazu würden unter anderem der Neubau der Medizinischen Fakultät sowie der Ausbau der ambulanten Medizin gehören.

dpa, MDR (Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Juni 2024 | 18:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt