Prozess Tod eines Hoteliers in Osterweddingen: Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Zwei Männer sollen im Oktober vergangenen Jahres einen 58-Jährigen auf einem Hotelparkplatz verprügelt haben. Das Opfer starb später im Krankenhaus. Am Dienstag wurde am Landgericht in Magdeburg das Urteil im Prozess gegen die beiden jungen Männer gesprochen.

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Die beiden Angeklagten sind am Dienstag am Landgericht Magdeburg verurteilt worden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Prozess um den Tod eines Hoteliers aus Osterweddingen sind die beiden Angeklagten am Dienstag wegen Totschlags verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg verhängte gegen den 21-Jährigen eine Jugendstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Der 22 Jahre alte Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Gericht ordnete zudem an, dass beide in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.

Richterin Anne-Marie Seydell sagte in ihrer Urteilsbegründung: "Die Tat dauerte nur wenige Minuten, aber für das Leben der Hoteliersfamilie und den Betrieb des Hotels war von heute auf morgen alles anders." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Hotelier in Osterweddingen totgeprügelt

Die beiden Männer haben laut Gericht im Oktober vergangenen Jahres auf dem Parkplatz des Hotels in Osterweddingen, einem Ortsteil von Sülzetal in der Börde, randaliert. Dabei sollen sie auch stark alkoholisiert gewesen sein. Als der Hotelier das Duo zur Rede stellte, sollen sie den 58-Jährigen verprügelt haben. Er wurde dabei so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb.

Bei beiden Angeklagten wurde ein hoher Blutalkoholspiegel festgestellt, worin das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit sah. Bei der Tat hätten beide nicht vorsätzlich gehandelt, dennoch billigend in Kauf genommen, dass ihr Opfer zu Tode kommt, so die Richterin.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den beiden Angeklagten Mord aus niedrigen Beweggründen und Vertuschung einer Straftat vorgeworfen. Nach der Beweisaufnahme rückte sie aber davon ab und forderte letztlich eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Totschlags.

MDR/Cornelia Winkler, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. September 2021 | 11:00 Uhr

8 Kommentare

Wenzel vor 1 Wochen

Saufen wie die Großen, dann Auto klauen wollen und dabei Mensch totschlagen und dafür dann diese Pillepalle-Strafe ...
Dieses Urteil ist ein weiterer Schlag ins Gesicht des am Boden liegenden, schon totgeprügelten Opfers.
Gerechtigkeit geht anders! Einfach nur zum Schämen!

Magdeburger Jung vor 1 Wochen

Genau! Viel zu milde!!!!!! Geht garnicht!!!! Solche Typen sollten auf lange Zeit weg gesperrt werden!!!! Und mit 21 ist man in meinen Augen kein Jugendlicher mehr!!!
…. aber wenn ich einer Politesse nen‘ Vogel zeige, bin ich der schlimmste Zeitgenosse, den es überhaupt gibt…….

Soldaten Norbert vor 1 Wochen

Das Urteil ist doch ein Witz. Da verteidigt ein Mann sein Eigentum und wird auf widerlichste Art und Weise zu Tode geprügelt und dann wird so ein Urteil gesprochen ? Wo leben wir eigentlich ? In wenigen Jahren, nach guter Führung sind die Kriminellen wieder draussen, leben ihr Leben. Der fleissige Mann und Steuerzahler, ist für immer Tod ! Nee, dass ist nicht mehr mein Land. Diese Kuschel-Justiz hat sich von " Im Namen des Volkes" total entfremdet.

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