Gericht in Magdeburg bestätigt Verkürzter Genesenenstatus nach Corona-Infektion rechtswidrig

Wer eine Corona-Infektion durchgemacht hat, galt zunächst sechs Monate lang als genesen – und konnte damit einen 2G-Status nachweisen. Dann legte das RKI fest, dass Ungeimpfte nur noch drei Monate als genesen gelten sollten. Eine Frau klagte dagegen. Ein Gericht in Magdeburg gab ihr Recht.

Geimpft! Genesen! steht in einem Schaukasten an einer Bar
Geimpft oder genesen – vielerorts ist der Status noch Zugangsvoraussetzung. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Auch das Verwaltungsgericht Magdeburg hat einem Eilantrag stattgegeben und bestätigt, dass die Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate rechtswidrig ist. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht in Halle einer Frau mit einem ähnlichen Antrag Recht gegeben.

Zweifel, ob RKI zu dieser Entscheidung ermächtigt ist

Die Richter begründeten ihre Entscheidung: Es gebe insbesondere verfassungsrechtliche Bedenken darüber, ob das Robert-Koch-Institut (RKI) ermächtigt ist, die Geltungsdauer des Genesenen-Nachweises eigenständig zu bestimmen. Der Beschluss wurde am Dienstag gefasst.

Eine Frau, die im Dezember 2021 positiv auf Corona getestet worden war und nicht geimpft ist, hatte einen Eilantrag gestellt. Ihre Bescheinigung über die überstandene Infektion vom Gesundheitsamt war für einen Zeitraum von sechs Monaten ausgestellt worden.

RKI darf Genesenenstatus nicht mehr festlegen

Auch in anderen deutschen Städten hatten Gerichte ähnlich entschieden. Bund und Länder haben sich in der Zwischenzeit bereits darauf geeinigt, dass das RKI den Genesenen-Status nicht mehr allein festlegen darf. Das RKI hatte im Januar auf seiner Homepage einen Hinweis zur Verkürzung des Genesenen-Status veröffentlicht und später präzisiert, dass diese nur für Ungeimpfte gelte.

dpa, MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 24. Februar 2022 | 07:00 Uhr

5 Kommentare

kleiner.klaus77 vor 18 Wochen

Welchem Stand der Wissenschaft soll man denn im Falle des Genesenen-Status folgen?
Der STIKO und internationalen Studien, die nahelegen, dass er recht lange hält, sodass sich die EU auf 6 Monate geeinigt hat? Oder der Panik vom RKI und Karl Lauterbach, der in Deutsch arroganter Manier die EU von 90 Tagen überzeugen will?
Es ist nicht immer einfach mit der Wissenschaft.

ule vor 18 Wochen

3G Alarm ?
> Geimpft - Genesen und doch nicht Gesund <

Unglaublich, jetzt muß ein Gericht darüber entscheiden, wann ein Mensch gesund ist. Früher hat das der Arzt entschieden.

Kein Wunder, dass die Menschen auf die Strasse gehen und diesen Wahnsinn anprangern bzw. diesen infrage stellen.

vbecland vor 18 Wochen

Was ist denn das für eine Argumentation. Kopfschütteln. Das RKI kann nicht einfach nach Gutdünken den Status verkürzen. Entgegen der europäischen Beschlüsse und medizinisch wissenschaftlicher Erkenntnisse. Jedes Gericht sollte die Verkürzung des Genesenenstatus für rechtswidrig erklären. Besser noch das Bundesverfassungsgericht.

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