Zu wenig Nachfolger Immer weniger Handwerksbetriebe im Norden Sachsen-Anhalts

Die Zahl der Handwerksbetriebe im Norden Sachsen-Anhalts ist weiter zurückgegangen. Vor allem das Lebensmittelhandwerk ist von dieser Entwicklung betroffen, die auch eine Folge der demografischen Entwicklung in der Region ist.

Ein Bäcker
Seit 2011 hat fast jede dritte Bäckerei in Sachsen-Anhalt aufgegeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Norden Sachsen-Anhalts gibt es immer weniger Handwerksbetriebe. Zum Jahresende 2021 seien 11.649 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen gewesen, teilte die Handwerkskammer Magdeburg mit. Das seien 226 und damit zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Das sei der niedrigste Stand seit 1996.

Nach der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 habe die Zahl der Handwerksbetriebe im Jahr 2008 mit 14.577 einen Höchststand erreicht. "Seitdem verzeichnen wir einen kontinuierlichen Rückgang“, sagte Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Nach 2004 hatten sich demnach viele Inhaber ohne Meisterqualifikation in Form einer sogenannten Ich-AG zeitweise selbstständig gemacht.

Handwerk fehlt der Nachwuchs

Der starke Rückgang ist den Angaben zufolge auf die demografische Entwicklung und den Rückzug von Unternehmensinhabern zurückzuführen. Hinzu komme, dass die Altersgruppe der potenziellen Gründer - meist zwischen 25 und 35 Jahren - in Sachsen-Anhalt vergleichsweise klein sei, hieß es.

Zudem fehle der qualifizierte Nachwuchs. Die Handwerkskammer Magdeburg hatte bei MDR SACHSEN-ANHALT bereits deutlich gemacht, ein Problem bei der schwierigen Suche seien weite Wege zur Berufsschule. Einer Umfrage der Kammern zufolge muss die Hälfte aller Azubis in Sachsen-Anhalt demnach 30 Kilometer und mehr zur Berufsschule zurücklegen.

Rückgang im Lebensmittelhandwerk

Einen besonders starken Rückgang gab es zum Jahresende den Angaben zufolge etwa in den Lebensmittelhandwerken. Seit 2011 ging die Zahl der Fleischereibetriebe um 28 Prozent und der Bäckereibetriebe um 29 Prozent zurück.

Mit einem Plus von jeweils 14 Prozent verzeichneten bei den Gesundheitshandwerken die Augenoptiker und Hörakustiker einen Zuwachs.

MDR (dpa,Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | Regionalnachrichten Studio Stendal | 26. Januar 2022 | 09:30 Uhr

3 Kommentare

DER Beobachter vor 16 Wochen

Zu jackblack + anni22: Hier in Sachsen wird das Problem genial gelöst: die Backrohlinge etc. werden in Tschechien gefertigt, die Verkäufer sind zunehmend Tschechen etc. Die auslagernden mittelständischen Unternehmer und deren unsere Opfer jammern gemeinsam getrennt auf hohem verquasuliertem Niveau auf gewissen Demos. Fast ähnlich im Pflegebereich. Ich frage mich durchaus, wo die jammernden Kündiger einen Job finden wollen...

Anni22 vor 16 Wochen

Einmal das und arbeiten lohnt sich einfach auch nicht mehr für den einfachen Mitarbeiter. Und Geschäftsführer kann eben nicht jeder werden...

jackblack vor 16 Wochen

Youtuber oder Blogger ist nicht so anstrengend !!

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