Impftermine in Haldensleben Nach Absage aus Magdeburg: Sachsen-Anhalt bietet Zweitimpfung für 900 "Impftouristen" an

Die Stadt Magdeburg hat die zweiten Impftermine von 900 Personen aus anderen Bundesländern abgesagt, die in der Landeshauptstadt eine Corona-Erstimpfung erhalten haben. Nach Beschwerden darüber bietet das Land Sachsen-Anhalt den Betroffenen nun Zweitimpfungen im Bördekreis an.

Zwei Flaschen mit dem Impfstoff Astra-Zeneca
900 Menschen aus anderen Bundesländern hatten im April in Magdeburg eine Erstimpfung mit Astrazeneca gegen das Coronavirus erhalten. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Sachsen-Anhalt will 900 Menschen aus anderen Bundesländern, die in Magdeburg ihre Corona-Erstimpfung bekommen haben, die nötige Zweitimpfung ermöglichen. Die Betroffenen erhalten die zweite Dosis allerdings nicht in Magdeburg. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wird das Land Sachsen-Anhalt den auswärtigen Erstgeimpften ab dem 28. Juni Termine in Haldensleben im Landkreis Börde anbieten. Den benötigten Impfstoff stellt demnach das Land.

Die 900 Menschen aus dem Nachbarland Niedersachsen und anderen Bundesländern hatten zwischen dem 6. und 9. April ein Angebot der Stadt Magdeburg für über 60-Jährige wahrgenommen, sich mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen zu lassen. Magdeburg hatte dabei statt dem zentralen Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung ein eigenes System zur Terminvergabe genutzt. Daraufhin soll sich unter anderem in Whatsapp-Gruppen rumgesprochen haben, dass es in Magdeburg auch für Auswärtige besonders unkompliziert sein soll, einen Impftermin zu ergattern.

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Magdeburgs OB Trümper sagte Zweitimpfung der "Impftouristen" ab

Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatte sich dann über den sogenannten Impftourismus geärgert. Daraufhin hat er die Zweittermine für alle, die nicht aus Sachsen-Anhalt kommen, schriftlich abgesagt. Mit Briefen hätten sich mehrere Betroffene beim Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalts darüber beschwert, teilte das Ministerium mit.

Gesundheitsministerin: Impfabsage problematisch

Da die Erstgeimpften in ihren Heimatkreisen aber Probleme hätten, ihre nötige zweite Impfung zu bekommen, sieht Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nun deren vollständigen Impfschutz in Gefahr.

Eine begonnene Impfserie muss auch abgeschlossen werden.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne

Auch medizinrechtlich hält die Ministerin die Absagen Trümpers für problematisch. Die Menschen hätten sich nach einer medizinischen Beratung schließlich für eine Impfserie von Erst- und Zweittermin entschieden.

MDR/Maria Hendrischke, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Mai 2021 | 13:00 Uhr

17 Kommentare

Nordharzer vor 4 Wochen

Das verstehe ich nicht, wir, aus dem LK Harz, haben über die 116 117 vor 14 Tagen einen Impftermin mit Biontech für meine Frau (Ü60) bekommen. Wenn man denn will, muss man dranbleiben.

Reuter4774 vor 4 Wochen

Wieso Vordrängler? Die Senioren und Risikogruppen nehmen doch für sich in Anspruch, den unliebsamen Vektorimpfstoff abzulehnen? Andere sind nicht so d... Entschuldigung unklug!

clausi1989 vor 4 Wochen

Ich wollte es heute gar nicht glauben. Seit Wochen zeigt das Impfzentrum Haldensleben nie freie Termine an und nun werden Impfdosen an Niedersachsen vergeben....Da fällt einem nichts mehr dazu ein. Generell sind Bewohner der Landkreise benachteiligt. In MD impft man in einem enormen Tempo.

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