Pandemie Ende der Corona-Impfstationen: Letzter Pieks in Aschersleben

Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Niedergelassene Ärzte und mobile Teams sollen künftig die Corona-Impfungen in Sachsen-Anhalt übernehmen. Ende September schließen die Impfzentren der Landkreise, so das Sozialministerium. Im Salzlandkreis sind die Außenstellen des Impfzentrums bereits geschlossen, seit Sonntag auch die Station in Aschersleben. MDR SACHSEN-ANHALT hat die letzten Tage des Betriebs dort beobachtet.

In eienr Turnhalle stehen mehrere Kabinen us weißen Wänden
Zuletzt verirrten sich nur noch relativ wenige Menschen in die Impfstation in Aschersleben. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Vor dem Pavillon am Hintereingang des Sport- und Freizeitzentrums Ballhaus in Aschersleben stehen sie kurz vor 11 Uhr am Vormittag in kleinen Grüppchen an: Mütter mit Kindern, Familien, Jugendliche und ihre Eltern. Gründe, sich jetzt impfen zu lassen, gibt es viele.

Ein junge Mutter erzählt, ihre Tochter habe eine Lungenkrankheit. Sie habe Angst vor eventuellen Nebenwirkungen der Impfung und deshalb lange mit sich gerungen. Wieder andere hatten Corona und wollen sich vor dem Ende der Genesungszeit impfen lassen.

Senioren fühlten sich nicht richtig aufgeklärt

Impfstationsleiter Jörg Widder fragt am Eingang nach Namen. Er nennt die Impfstoffe, die angeboten werden. Vor ihm stehen auch Senioren, also Menschen, die schon vor langer Zeit ein Impfangebot bekommen haben. "Manche sagen, sie waren krank, oder dass sie gehadert haben. Manche fühlten sich aber teilweise auch nicht richtig aufgeklärt", so Widder.

70, 80 Menschen ohne Termin standen hier in jüngster Zeit pro Tag vor der Tür. Es hätten aber zehnmal so viele sein können, denn alles ist riesig hier. Die wenigen Menschen wirken auf den ausgeschilderten Laufwegen und zwischen den Kabinen etwas verloren. Trotzdem dürften sie rund 16.000 bis 17.000 Spritzen gesetzt haben, rechnet Jörg Widder vor. Wenn die Impfstofflieferungen immer so gelaufen wären wie jetzt, dann wären sie schnell durch gewesen, stellt er fest.

Im September nur noch zentrale Impfangebote in Staßfurt

Impfungen sollen ab Oktober in Sachsen-Anhalt so weit wie möglich die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Mobile Impfteams sollen dann in Pflegeheimen impfen. Die Vorbereitungen dafür laufen. Die Impfzentren hingegen werden Ende September schließen. Das teilte das Sozialministerium mit.

Impfstationen im Salzlandkreis Neben dem zentralen Impfzentrum in Staßfurt hatte der Salzlandkreis dezentral weitere Impfstationen eingerichtet, unter anderem in Bernburg, Eggersdorf, Gatersleben und Schönebeck. Als letzte wurde nun die Station in Aschersleben geschlossen.

Am Wochenende war die Station in Aschersleben noch einmal geöffnet – wegen des Kultursommers in der Stadt. Vielleicht, so war die Hoffnung der Organisatoren, würden Festbesucher noch einen Abstecher zur Impfstation machen. Doch nur wenige Menschen sind gekommen. Es gab wenig zu tun – bis zum Sonntagnachmittag.

Bald sollen wieder Sportler übers Spielfeld laufen

Jetzt hat die Station geschlossen. Die Laufstrecken, die Kabinen, das alles bleibt im September noch stehen, sagt Jörg Widder: "Im Falle eines Falles, es fällt irgendjemandem ein, dann doch irgendetwas anderes zu machen." Dann sei man vorbereitet.

Bald sollen hier in der Arena aber wieder Sportler übers Spielfeld laufen. Die Stadt Aschersleben richtet Räume in einem anderen Gebäude her, falls es doch noch einmal Bedarf gibt. Im zentralen Impfzentrum in Staßfurt läuft der Betrieb unterdessen weiter.

Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Über den Autor Tom Gräbe arbeitet seit 2014 für MDR SACHSEN-ANHALT als Reporter für den Salzlandkreis und ist daher sehr viel von Aschersleben und Staßfurt über Egeln bis zur Stadt Seeland unterwegs. Er produziert Hörfunkbeiträge, schreibt Texte für die Online-Redaktion und ist ab und zu auch für das Regionalmagazin MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE mit der Kamera unterwegs. Aufgewachsen ist er in Aschersleben. Zum Hörfunk gekommen ist er als Teenager. Nach einem Praktikum bei einem Freien Radio hat er viele Jahre im Vorharz gefunkt. Zu seinen Lieblingsorten in Sachsen-Anhalt gehören die Seen um Plötzky, der Harz und die ruhigen Ecken im Ascherslebener Stadtpark.

MDR/Tom Gräbe, André Plaul

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. August 2021 | 08:10 Uhr

8 Kommentare

ossi1231 vor 8 Wochen

Ach mir ging es um den Dialog bezüglich des Wuhan Virus und anderer gesellschaftlicher Themen, wo man nicht immer 100% Scheuklappen West tragen muss / kann.

ElBuffo vor 8 Wochen

Fällt mir jetzt auch auf, dass vor meiner letzten Tetanusimpfung kein Belastungs-EKG stattfand. Auch Blutwerte wurden nicht abgenommen. Nicht mal MRT oder EEG gab es. Unglaublich, was hier abläuft.

ElBuffo vor 8 Wochen

Endlich wieder ein Stück Normalität. Sportliche Betätigung soll für die Gesundheit ja auch nicht so unwichtig sein. Hört man jedenfalls gelegentlich in Fachkreisen munkeln.

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