Anti-Virus-Software schlug an Nach Server-Abschaltung: Kein Hacker-Angriff auf Verwaltung in Bernburg

In der Stadtverwaltung von Bernburg ist es doch nicht zu einem Hacker-Angriff gekommen. Die Virus-Software hatte angeschlagen, die Server waren abgeschaltet worden. Die Systeme sollen zeitnah wieder starten. Grund für den Fehlalarm war das zu sensibel eingestellte Viren-Programm. Das LKA lobt dennoch das umsichtige Handeln der Verwaltung.

Blick auf das Rathaus in Bernburg, Salzlandkreis.
Im Rathaus von Bernburg gab es doch keinen Trojaner-Angriff. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

In Bernburg ist es nicht, wie zuerst vermutet, zu einem Trojaner-Angriff gekommen. Am Donnerstag waren in der Stadtverwaltung verdächtige Aktivitäten durch die Anti-Virus-Software gemeldet worden. Es handele sich dabei um einen Fehlalarm, erklärte Michael Klocke, Sprecher des Landeskriminalamts, am Dienstagmorgen MDR SACHSEN-ANHALT.

Zu diesem Ergebnis seien Experten der Anti-Virus-Firma in Zusammenarbeit mit Experten des Landeskriminalamts am Montag gekommen. Die Antivirus-Software sei nach den Angriffen auf die Verwaltung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld vor drei Wochen feiner eingestellt worden. Dies habe dazu geführt, dass etwas angezeigt wurde, was gar nicht da gewesen sei.

Server-Abschaltung trotzdem richtig

Die sensibilisierten Mitarbeiter der Bernburger Stadtverwaltung hätten richtig gehandelt, so der LKA-Sprecher. Oberbürgermeister Henry Schütze (parteilos) hatte zudem entschieden, die Server herunterzufahren. Das Eingreifen sei aufgrund des Fehlalarms zwingend notwendig gewesen, meinte Klocke. Hätte es sich nicht um einen Fehlalarm gehandelt, hätte ein Zögern gravierende Folgen haben können.

Die Stadtverwaltung in Bernburg will möglicherweise schon am Dienstag wieder ihre Computersysteme hochfahren. Das teilte der Sprecher der Stadt, Wolfgang Knopf, MDR SACHSEN-ANHALT mit. Aktuell werden die Systeme durch Experten der Stadt geprüft, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Am Dienstagvormittag war die Stadt weiterhin nur telefonisch erreichbar.

Illustration - Hackerangriff - Finger tippen auf einer beleuchteten Tastatur 66 min
Bildrechte: dpa

Der Hackerangriff auf die Kreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld hat noch immer weitreichende Folgen. Im Podcast wird thematisiert, warum es fast jede Behörde hätte treffen können und wie die Lage vor Ort ist.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 16.07.2021 13:50Uhr 65:43 min

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Hackerangriff in Anhalt-Bitterfeld wirkt immernoch nach

Vor knapp drei Wochen hatte bereits ein Hackerangriff die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt. Noch immer sind dort zahlreiche Dienstleistungen eingeschränkt, darunter die Kfz-Zulassung, die Auszahlung des Elterngeldes und Baugenehmigungen. Mittlerweile wurden auch Spezialisten der Bundeswehr angefordert.

MDR/Kevin Poweska, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Juli 2021 | 09:00 Uhr

2 Kommentare

DanielSBK vor 8 Wochen

Es müsste wohl heißen "Anti-Virus-Software war angeschlagen" und "das zu sensibel eingestellte ANTI-Viren-Programm."

Anti...

Alles andere macht keinen Sinn.

SZ Rentner vor 8 Wochen

Steht aber vielleicht so im Framingmanual .

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