Pandemie Corona-Infizierte im Salzlandkreis müssen Kontaktpersonen selbst informieren

Der Salzlandkreis verlangt angesichts der hohen Fallzahlen die Mitwirkung von Corona-Infizierten. Sie müssen seit Dienstag Kontaktpersonen selbst über ihr positives Testergebnis informieren und dem Fachdienst Gesundheit eine vollständige Liste der Kontaktpersonen vorlegen. Die Maßnahme gilt voraussichtlich bis Ende Januar.

Die Anzeige der Corona-Warn-App auf einem Telefon zeigt einen positiven PCR-Test und den Nachweis auf das SARS-CoV-2 Virus.
Im Salzlandkreis müssen Corona-Erkrankte nun selbst ihre Kontaktpersonen über eine Infektion informieren. Bildrechte: dpa

Corona-Infizierte im Salzlandkreis müssen seit Dienstag Kontaktpersonen selbst über ihr positives PCR-Testergebnis in Kenntnis setzen. Außerdem müssen sie dem Fachdienst Gesundheit eine vollständige Liste ihrer Kontaktpersonen senden. Mit einer entsprechenden Allgemeinverfügung reagiert der Landkreis nach eigenen Angaben auf das anhaltend hohe Infektionsgeschehen.

Demnach kann die Behörde trotz zusätzlichen Personals eine umfassende und schnelle Nachverfolgung zur Unterbrechung möglicher Infektionsketten innerhalb von 24 Stunden nicht mehr leisten. Die Eindämmung des Virus sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Landrat Markus Bauer. Jeder und jede sei ausdrücklich in der Pflicht, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Maßnahme gilt voraussichtlich bis Ende Januar

Mit dieser Maßnahme solle der Fachdienst Gesundheit wieder in die Lage versetzt werden, "gemeldete Kontaktpersonen innerhalb kurzer Zeit zu kontaktieren, die in jedem Fall notwendigen Quarantäne-Schreiben schneller herauszuschicken und auch Fragen im Vorfeld zu beantworten, die ansonsten jeden Tag vielfach an der Corona-Hotline gestellt werden". Die Verfügung gilt voraussichtlich bis Ende Januar.

Auch andere Landkreise und kreisfreie Städte hatten bereits entsprechende Verfügungen erlassen. Verstöße können nach den Vorgaben des Bundesinfektionsschutzgesetzes mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

dpa, MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Dezember 2021 | 22:00 Uhr

6 Kommentare

Thommi Tulpe vor 6 Wochen

Nur blöd, dass viele "Spaziergänger" nicht blöd sind und die Staatsmacht damit damit in Gewissenskonflikte bringen, dass sie einen Kinderwagen vor sich herschieben oder/ und ihre Kinder an der Hand bei sich führen.

Altlehrer vor 6 Wochen

Mittlerweile gibt es Landkreise, die auf solche Meldungen vollständig verzichten. Da gibt es schon lange keine Quarantäne-Schreiben oder Kontaktlisten mehr. Wenn überhaupt, gibt es noch eine telefonische Mitteilung über eine 14tägige Quarantäne für den Infizierten. Den Rest erledigt eine Allgemeinverfügung.

MikeS vor 6 Wochen

Ich habe das erwartet und meine das nicht negativ. Bei einer deratig eskalierenden Infektionslage ist die Nachverfolgung nicht mehr möglich. Und wenn man dann diese Vollpfosten auf Ihren "Spaziergängen" sieht, dann habe ich schon ein gewisses Verständnis für den Polizeistaat. Bei den meisten dort muss man nicht mehr reden, da muss man handeln- und zwar SPÜRBAR!

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