Zu wenig Personal Schönebeck: Ameos schließt Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe vorübergehend

Weil viele Hebammen krank sind und Fachkräfte derzeit fehlen, schließt das Ameos-Krankenhaus in Schönebeck die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe vorübergehend. Patientinnen müssen nach Aschersleben ausweichen. Ameos will nun nach Personal suchen, um die Abteilung wieder zu öffnen.

Im Ameos-Krankenhaus in Schönebeck wird die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe vorübergehend geschlossen. Das geht aus einer Mitteilung von Ameos hervor. Danach soll die Klinik ab 8. Dezember vorerst mit der Kinder- und Jugendmedizin in Aschersleben gebündelt werden. Kranke Kinder und Jugendliche sowie Schwangere werden demnach ab Mittwoch stationär in Aschersleben behandelt.

Schon länger personelle Engpässe

Als Grund nannte Ameos einen "akuten Fachkräftemangel" und einen hohen Krankenstand insbesondere bei Hebammen. Auf der Entbindungsstation hat es nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT jedoch auch schon in der Vergangenheit Engpässe gegeben. Die Nachricht von der Verlegung der Kinderklinik hat auch die Kreisverwaltung des Salzlandkreises erreicht. Der Landkreis teilte mit, er erwarte, dass die Versorgungsleistungen an den Krankenhausstandorten langfristig erhalten bleiben.

Wann die Klinik in Schönebeck wieder öffnen kann, ist demnach noch unklar. Ameos betonte, man werde weiter Personal suchen, um die Klinik in Schönebeck wieder öffnen zu können.

Auch Kinderklinik Gardelegen vor Schließung

Ähnliche Probleme gibt es auch andernorts in Sachsen-Anhalt. Geht es nach den Plänen von Landrat Michael Ziche (CDU) im Altmarkkreis Salzwedel, soll die Kinderklinik in Gardelegen schließen. Das Problem auch hier: fehlendes Personal. Sollte sich hier nicht in wenigen Tagen eine Lösung finden, "wird die Kinderklinik nicht arbeiten können", so Ziche.

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MDR (Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Dezember 2021 | 06:30 Uhr

2 Kommentare

SilverAger vor 5 Wochen

Gute und notwendige wenn auch traurige Entscheidung von Ameos. Vom Ameos Klinikum Staßfurt zum Ameos-Klinikum Aschersleben sind es 18,7 km, nach Magdeburg zur z.B. MEDIAN Klinik NRZ sind es 29,5 km – also wesentlich weiter. Vllt. sollte vor Verbreitung unsinniger Kommentare diese geprüft werden.

Wagner vor 5 Wochen

Interessante Entwicklungen-auch in der Corona-Zeit.Das kaputtgesparte Gesundheitssystem implodiert.Die Streichorgien der letzten 20 Jahre sind schuld. Ebenso in Sachsen —siehe Leisnig. Eine Versorgung vor Ort ist so kaum möglich. Und Ameos —warum keine Kooperation nach Magdeburg — das ist doch viel näher als Aschersleben ? In der Krise muss man doch mal über den Konzerntellerrand hinausschauen.

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