Verlust Trauer um letzten weißen Tiger im Zoo Aschersleben

Sie waren das Aushängeschild des Zoos in Aschersleben: die weißen Tiger. Nun ist mit Karim der Letzte seiner Art in Aschersleben gestorben. Eine Ära geht zu Ende. Für weitere Untersuchungen kommt der Tiger nun in die Gerichtsmedizin. Wie der Zoo den Verlust kompensieren will, steht noch nicht fest.

Der Bengaltiger Karim schleicht durch sein Gehege im Zoo von Aschersleben.
Karim, der letzte weiße Tiger des Zoos Aschersleben, ist gestorben. (Archiv) Bildrechte: dpa

Bereits am Dienstagabend ist Karim gestorben. Der letzte weiße Tiger im Zoo Aschersleben ist eingeschläfert worden. Er ist 16 Jahre alt geworden, sagte Zooleiter Alexander Beck im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.

"Am vergangenen Mittwoch lag er in seinem Außengehege und ist nicht mehr aufgestanden. Daraufhin haben wir Karim in Narkose gelegt und ihn in sein Innengehege getragen. Dort haben wir dann mit der Behandlung begonnen. Aber nach einer Woche mussten wir ihn gehen lassen", sagt Zoochef Beck. Für einen Tiger sei er sehr alt geworden.

Karim kam im Juni 2007 nach Aschersleben. Er wurde in einem Safaripark in Nordrhein-Westfalen geboren. Karim bildet mit dem Weibchen Kiara das einzige Paar weißer Tiger in Ostdeutschland. "Heute schaue ich auf die schönen Zeiten zurück, als sie noch eine richtige Familie waren", erzählt Tierpflegerin Marion Schmidt.

Karim war zuletzt altersmilde

Karim hat im Zoo zusammen mit Kiara mehrere Nachkommen bekommen. Er sei ein richtig netter Papa und ein liebevoller Kerl gewesen, so Schmidt. Kiara ist bereits 2019 an einem Nierenleiden gestorben.

Eine Tierpflegerin hält einTigerbaby auf dem Arm.
Tierpflegerin Marion Schmidt hat Nachwuchs von Tiger Karim auf dem Arm. (Archiv) Bildrechte: privat/Marion Schmidt

Da die genauen Vorerkrankungen von Karim noch nicht feststehen, wird sein Körper nun für weitere Untersuchungen in die Gerichtsmedizin gebracht. Der Tod des Tieres hinterlasse eine große Lücke, nicht nur, weil die weißen Tiger ein Alleinstellungsmerkmal des Zoos gewesen seien, sagt Beck.

"Was in Zukunft mit dem Gehege passieren wird, steht noch nicht fest." Erst einmal werde die nun leer stehende Anlage renoviert und umgebaut. "Man muss auch erst einmal schauen, was ist jetzt verfügbar."

Karim war ein Raubtier

Der weiße bengalische Tiger Karim hat 2009 eine Tierpflegerin des Zoos in Aschersleben angegriffen und schwer verletzt. Die 30-Jährige erlitt Biss- und Kratzwunden an Schulter und am Arm und kam mit einem Rettungshubschrauber in die Magdeburger Uniklinik.

Der dreijährige Karim hatte bereits Anfang 2008 zugebissen: Damals tötete er seine sibirische Artgenossin Tanja. Ein Pfleger hatte damals einen falschen Schieber geöffnet. Dadurch gelangten die beiden sibirischen Tiger in das Außengehege ihrer bengalischen Artgenossen. Karim tötete Tanja mit einem Biss in die Kehle.

MDR (Tom Gräbe, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2022 | 15:00 Uhr

3 Kommentare

Basil Disco vor 6 Tagen

Ich sehe das genauso. Ich habe auch nicht verstanden warum der Magdeburger Zoo statt weiter erfolgreich asiatische Löwen zu halten und zu züchten diese abgeschafft hat und statt dessen weiße Löwen haben musste. Ein Zoo ist dem Artenschutz verpflichtet und keine Kuriositätenschau.

Sensor vor 6 Tagen

Das Verwenden dieses umgangssprachlichen Anglizismus in der Schriftsprache birgt die Gefahr der Verwechslung mit der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs.

Harka2 vor 6 Tagen

Natürlich ist jedes tote Lebewesen zu betrauern, nur, so schützenswert die wenigen Tiger dieser Welt auch sind, die weißen Tiger sind eine Züchtung der Menschen auf welche die Welt verzichten kann. In der Natur wären sie nicht überlebensfähig und wir sollten uns zu allererst mal auf die ursprünglichen Tiger bei der Arterhaltung konzentrieren, denn auch von denen gibt es bedauerlicherweise kaum noch welche in freier Natur.

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