#MDRklärt Darum sollten Eltern und Lehrer die Serie "Squid Game" als Chance sehen

In der Serie "Squid Game" treten Erwachsene mit hohen Schulden in Kinderspielen gegeneinander an, um viel Geld zu gewinnen – mit dem Haken, dass die Verlierer getötet werden. Das Problem: Kinder spielen die Serie auf dem Schulhof nach – und auch da hat das Verlieren harte Konsequenzen. Lehrer in Sachsen-Anhalt suchen Rat bei der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz. Was tun? Serie indizieren? Nein! #MDRklärt zeigt, warum Eltern und Lehrkräfte die Serie nicht verteufeln sollten.

Medienpädagoge Jörg Kratzsch warnt vor einer allgemeinen Hysterie bei Eltern und Pädagogen: "Nicht jedes Kind, das die Serie sieht, wird automatisch zum Gewalttäter." Psychiater Hans-Henning Flechtner zufolge besteht die Gefahr, dass jemand Aggressionen entwickelt, eher bei denjenigen, die auch im Alltag Frustration und Gewalt erleben.
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Darum sollten Eltern und Lehrer die Serie "Squid Game" als Chance sehen
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"Wenn Kinder Gewalt in einer Serie sehen, sind sie vom Geschehen emotional weit entfernt, weil sie keine Auswirkungen spüren und ihnen das nötige Abstraktionsvermögen fehlt. Diese Distanz nehmen sie mit in die Realität." Professor Hans-Henning Flechtner, Leiter der Magdeburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
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Für Eltern und Lehrer*innen heißt das:  Zu allererst: Die Serie sollte, wie andere nicht jugendfreie Medieninhalte, jüngeren Kindern nicht zugänglich sein. Wichtig ist, dass die Kinder verstehen, wieso die Serie erst ab 16 Jahren freigegeben ist und wieso diese Regelung konsequent umgesetzt wird.
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Dennoch sollte die Serie Schüler*innen gegenüber nicht verteufelt werden. Erwachsene sollten sich interessiert zeigen und fragen, weshalb die Serie so spannend für Kinder ist.
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Denn Verbote können kontraproduktiv sein. Wenn Kinder die Serie unbedingt sehen möchten, finden sie eine heimliche Lösung. Besser wäre es, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern schauen (und ggf. vorzeitig abbrechen), um die Handlung anschließend zu besprechen.
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Bei Jugendlichen, die das Freigabe-Alter von 16 Jahren fast erreicht haben, kann es ebenfalls sinnvoll sein, die Serie gemeinsam zu schauen.
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Erwachsene sollten ein Korrektiv sein und dann eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden. Sie sollten die Kinder danach fragen, wie sie mit dem Thema in Kontakt gekommen sind.
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Falls die Spiele auf dem Schulhof nachgespielt werden, sollten die Kinder ein faires Spiel ohne körperliche Gewalt oder Bestrafung daraus machen. Auch ein themenbezogener Elternabend kann helfen. Dort sollte ein Bewusstsein für das Problem geschaffen werden.
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Insgesamt bietet die Serie Anlass zum Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Ungleichheiten. Die Fragen nach Moral und Ethik können für spannende Diskussionen über Regeln menschlichen Zusammenlebens sein.
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Medienpädagoge Jörg Kratzsch warnt vor einer allgemeinen Hysterie bei Eltern und Pädagogen: "Nicht jedes Kind, das die Serie sieht, wird automatisch zum Gewalttäter." Psychiater Hans-Henning Flechtner zufolge besteht die Gefahr, dass jemand Aggressionen entwickelt, eher bei denjenigen, die auch im Alltag Frustration und Gewalt erleben.
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MDR/Maximilian Fürstenberg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir am 3. November 2021 | 06:30 Uhr
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