Beratung Meldestelle für Antisemitismus jetzt voll arbeitsfähig

Schon 2021 haben zwei Mitarbeitende der Meldestelle Antisemitismus begonnen, antisemitische Vorfälle zu dokumentieren. Jetzt ist die Aufbauphase des vom Land Sachsen-Anhalt unterstützten Beratungsangebots abgeschlossen. Betroffene können ihre Erlebnisse persönlich oder per Online-Formular melden.

Die bisher im Aufbau befindliche Meldestelle Antisemitismus Sachsen-Anhalt ist nun voll arbeitsfähig. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag mit.

Schon seit 2019 wurde das Projekt vorbereitet, das vom Land Sachsen-Anhalt finanziell unterstützt wird. Zwei Mitarbeitende hatten im Frühjahr 2021 bereits begonnen, antisemitische Vorfälle aus der Perspektive von Betroffenen zu dokumentieren.

Schnelle Unterstützung für Betroffene

"Wir wollen Antisemitismus in Sachsen-Anhalt effektiv bekämpfen. Hierzu müssen wir wissen, wo und wie sich dieser zeigt und wer antisemitische Handlungen begeht", erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in einer Mitteilung am Freitag. Betroffene bekämen über die Meldestelle schnell Unterstützung. Träger der Meldestelle ist der Verein OFEK. Dort können ab sofort Meldungen über ein Online-Formular oder persönlich erfolgen.

Die Maßnahme ist Teil des Landesprogramms für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt, das die Landesregierung im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Aufgabe der Meldestelle ist die Dokumentation und Analyse von antisemitischen Vorfällen mit und ohne Straftatbestand.

Landesverband jüdischer Gemeinden: Präventionsmaßnahmen unabdingbar

Der Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt, Max Privorozki, sagte: "Irgendwann – so hoffen wir – benötigt es die Gesellschaft weder über Antisemitismus zu reden noch die Opfer zu betreuen und die Vorfälle zu dokumentieren. Auf diese Zeit warten wir." Bis diese Zeit komme, seien die Präventionsmaßnahmen jedoch unabdingbar.

Bereits zuvor hatte Privorozki gesagt, schwere, international beachtete antisemitische Taten wie der Terroranschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 seien nur die Spitze des Eisbergs. Sie entstünden in einem antisemitischen Gesellschaftsklima, das zahlreiche kleine, aber dennoch verletzende antisemitische Vorfälle hervorbringe.

dpa/MDR (Daniel Salpius)

2 Kommentare

hinter-dem-Regenbogen vor 28 Wochen

# _ "Aufbau befindliche Meldestelle Antisemitismus Sachsen-Anhalt ist . . ."

Zum einen wollen die Menschen alle gleich sein, aber wenn es um die Möglichkeit geht, etwas melden zu können, dann kann man das nur bei einem jüdischen Zusammenhang tun.
Alle anderen Zwischenfälle, wie Beleidigung oder auch Hetze unter den Bürgern bis hin zu körperlichen Angriffen, werden bei der Polizei aufgenommen. Weshalb also diese Extra-Line, die den Antisemitismus bestimmt so nicht bekämpfen wird.
Oder ging es nur darum, zwei weiteren Mitarbeitern eine Stellung zu beschaffen.
Ich frage mich, was die machen, wenn über einen längeren Zeitraum mal keine Meldungen eingehen ?

meine persönliche Meinung:
Eine solche extra Meldestelle schafft Probleme und Spannungen - beinahe würde ich sagen, sie beflügelt sogar noch den Antisemitismus, allein schon aus der Sonderstellung heraus, die die Jüdischen Zuwanderer und Mitbürger in ihrer jetzigen Heimat genießen.

Sind wir Menschen also doch nicht alle gleich ?

Eulenspiegel vor 28 Wochen

Hallo hinter-dem-Regenbogen
Nicht diese Meldestelle schafft Probleme und Spannungen sondern solch Leute wie sie.

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