02.03.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Haseloff will Lockerungen unabhängig von Inzidenzen

MDR SACHSEN-ANHALT Autor Reporter Radio Online André Plaul
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Heute im Morgenticker: Nach den Öffnungen ist vor den Öffnungen. Sachsen-Anhalt will heute einen neuen Stufenplan für weitere Lockerungen vorlegen. Außerdem: Innenminister Richter will Polizisten eher impfen lassen.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Lockerungen, abseits von Inzidenzen, werden am Dienstag besprochen. Bildrechte: dpa

Das sind die Top-Themen am Dienstag:

11:05 Uhr | Ausgetickert

Auf unseren Seiten kriegen Sie weitere Nachrichten, Hintergründe und Reportagen zu den Themen aus Sachsen-Anhalt. Ich wäre dann morgen Früh wieder für Sie da. Kommen Sie gut durch den Dienstag.

Ahoj!

10:50 Uhr | Kostenlose Corona-Schnelltests in Weißenfels

Nach Halle und Naumburg werden ab heute auch in Weißenfels kostenlose Corona-Schnelltests angeboten. Die Aktion im Testzelt auf dem Markt läuft bis einschließlich Sonntag – immer von 8 bis 19 Uhr. Im Falle eines positiven Tests schließt sich ein PCR-Test an. Ab kommendem Dienstag folgt dann eine Teststation in Zeitz.

10:42 Uhr | Arbeitslosenzahl nur leicht gestiegen

Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt hat sich trotz Corona-Lockdown auch im Februar relativ stabil gezeigt. Die Landesarbeitsagentur spricht von einem nur geringen Anstieg bei der Arbeitslosenzahl. Danach waren im vergangenen Monat 92.000 Männer und Frauen im Land arbeitslos gemeldet, 800 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Bundesweit stieg die Arbeitslosenzahl leicht auf 2,9 Millionen.

10:27 Uhr | Mehr Impftermine, auch vor Ort

In mehreren Regionen Sachsen-Anhalts werden die Impfmaßnahmen ausgeweitet.

  • So will die Stadt Magdeburg bald auch an den Wochenenden gegen das Coronavirus impfen. Wer berechtigt ist, soll ab kommender Woche einen Termin bekommen können. Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, damit seien dann pro Woche bis zu 4.700 Impfungen möglich. Trümper forderte, dafür auch Hausärzte im ins Boot zu holen. In den Impfzentren allein werde man das nicht schaffen.
  • Beim Wittenberger Kreistag am Abend wurde ein höheres Impftempo angemahnt: Da noch 500 Dosen Astra-Zeneca vorrätig sind, soll das Impfzentrum in Wittenberg länger öffnen. In den größeren Städten des Kreises soll vor Ort geimpft werden.
  • Und im Burgenlandkreis läuft die dezentrale Impfung der über 80-Jährigen bereits. Dort wurde gestern im Vereinsaus von Seidewitz in der Verbandsgemeinde Wethautal ein temporäres Impfzentrum eingerichtet. Nächste Woche ist dann die Verbandsgemeinde Unstruttal dran. Impftermine müssen nicht über die 116 117 ausgemacht werden. Die über 80-Jährigen werden per Post informiert und melden sich so auch zurück.

Kristin Baskanoglu bereitet im Dorf-Vereinshaus Seidewitz hinter der Theke die Impfdosen für die Corona-Schutzimpfung auf.
Spritzen aufziehen am Vereinstresen: Das Dorf Seidewitz hat keine 100 Einwohner und auch keine Kirche (links) mehr, aber mit dem Vereinshaus einen passenden Raum für die Corona-Impfungen. Bildrechte: dpa

10:09 Uhr | IHK Braunschweig kritisiert Öffnungen in Sachsen-Anhalt

Nach der Öffnung von Baumärkten bei uns im Land kommt Kritik von den Nachbarn in Niedersachsen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig bemängelt, Sachsen-Anhalt habe die Bund-Länder-Konferenz morgen "nicht abwarten können". IHK-Präsident Tobias Hoffmann sieht eine "zunehmende Chancenungleichheit", da in Sachsen-Anhalt auch Buchhandel und Fahrradläden geöffnet haben. Der Einkaufstourismus werde zunehmen. Hoffmann forderte ebenso Öffnungsperspektiven.

Es ist den Unternehmen vor Ort nicht länger zu vermitteln, dass Bundesländer und Regionen mit ähnlichem oder sogar höherem Infektionsgeschehen Öffnungen ermöglichen, während in Niedersachsen noch keine konkreten Öffnungsperspektiven vorliegen.

IHK-Präsident Tobias Hoffmann

09:54 Uhr | Corona schlägt aufs Gemüt – und die Hüfte

Mal so unter uns: Passen Ihnen die Klamotten aus der letzten Saison auch nicht mehr? Die Pandemie und ihre Folgen haben bei vielen Frust- und Trost-Kilos hinterlassen. Sie sind damit nicht allein.

Doch es hat nicht nur uns Erwachsene getroffen. Auch ein ordentlicher Teil der Kinder hat im Lockdown zugelegt. Das alles zeigt eine Studie von Münchner Forschern. Hier die Details:

09:40 Uhr | Polizeigewerkschaft fordert "Strg+Z" bei Datenpanne

Nach der Datenpanne beim Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft, die gelöschten Daten so schnell wie möglich wiederherzustellen. Landesvorsitzender Olaf Sendel sagte dem MDR, ansonsten wäre jahrelange Ermittlungsarbeit durch einen falschen Knopfdruck einfach weg. Wegen der Panne seien Kriminellen gerade Tür und Tor geöffnet. Fehlten Daten wie Fingerabdrücke oder Fotos, könne man einen Täter vielleicht nicht überführen.

Beim LKA waren 42.000 sogenannte erkennungsdienstliche Daten über Straftäter versehentlich gelöscht worden. Es besteht eine Möglichkeit, die Daten über eine Datenbanksicherung beim BKA zurückzuholen. Innenminister Michael Richter (CDU) hatte eine schnelle Aufklärung versprochen.

09:21 Uhr | Der Nebel hält sich – wenn auch unterschiedlich

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Oder: nicht viel. In fast ganz Sachsen-Anhalt hält sich heute Morgen die Nebelsuppe. Unsere Kollegen aus den MDR SACHSEN-ANHALT-Studios haben um 9 Uhr einen Schnappschuss aus oder vor ihrem Studio gemacht. Die Lösung finden Sie unter dem Foto.

Verschiedene Stadtansichten im Nebel
Von oben links nach unten rechts: (A) In Magdeburg hüllt sich die Hubbrücke in Nebel. Das andere Elbufer ist nicht zu erkennen. (B) Auf dem Dessauer Marktplatz hingegen ist der Nebel nicht ganz so dicht. (C) Anders in Halle. Beim Blick aus dem Funkhaus in Richtung Hochstraße ist diese kaum zu erahnen. (D) Weniger dichten Nebel gibt es auch in Stendal. Der Blick in die Breite Straße ist nur leicht getrübt. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert, Fabian Brenner, Matthias Schliesing, Susann Meier

09:00 Uhr | Corona-Schnelltests kommen nächste Woche in den Handel

Große Einzelhändler wollen schon in Kürze Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung verkaufen. Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Sebastian Bayer, sagte, er rechne mit einer Verfügbarkeit ab 9. März. Voraussetzung sei allerdings, dass Lieferzusagen eingehalten würden. Man sei im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium und die Tests hätten bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit. Auch die Drogeriemarktkette Rossmann sowie Edeka, Lidl und Rewe haben ähnliche Pläne.

08:43 Uhr | Endlager-Suche: Info-Veranstaltung online

Mit zwei Videokonferenzen will Sachsen-Anhalts Umweltministerium in dieser Woche über den aktuellen Stand der Atommüll-Endlagersuche in Deutschland informieren. Heute soll es dabei auch um mögliche Regionen in Anhalt und Wittenberg gehen.

Im vergangenen Herbst hatte die Bundesgesellschaft für die Endlagerung 90 Gebiete aufgelistet – 23 davon in Sachsen-Anhalt – die geologisch geeignet sind, um strahlenden Atommüll eine Million Jahre sicher zu lagern. Mit der Videokonferenz soll über das Standort-Auswahlverfahren, die Öffentlichkeitsbeteiligung und über die bisher als geeignet geltenden Teilgebiete in Sachsen-Anhalt informiert werden. 150 Bürger haben sich bisher für die Videokonferenz am Abend angemeldet. Möglich ist die Anmeldung über das Umweltministerium noch bis 14 Uhr. Die Landkreise im Norden Sachsen-Anhalts werden am Donnerstag thematisiert.

08:27 Uhr | Mehr Sicherheit bei Waldbrand-Früherkennung

Um Waldbrände in Sachsen-Anhalt frühzeitig zu erkennen, gibt es jetzt eine weitere Sicherheitsstufe. Gestern ist im benachbarten Brandenburg, in Eberswalde, die modernisierte Waldbrandzentrale Nord in Betrieb gegangen. Sie überwacht mit Sensoren, ob Rauch aufsteigt und kann Alarm schlagen. Der Vorteil: Das Brandenburger System ist mit dem von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kompatibel. Sollten also die Systeme der Waldbrandzentralen in Annaburg, Genthin oder Klötze ausfallen, kann Brandenburg die Überwachung übernehmen.

08:08 Uhr | Kein Glück in Güterglück

Der Bahnhof von Güterglück war mal ein wichtiger Knoten zwischen Dessau, Magdeburg und Berlin. Einst hielten hier sogar Interzonenzüge zwischen Köln und Leipzig. Heute fristet der Bahnhof ein trauriges Dasein. Die Strecken nach Barby und Berlin sind gekappt. (Wobei zumindest die Verbindung nach Barby laut Schienenpakt 2030 wieder aufgebaut werden könnte.) Der Personentunnel ist verschüttet, ein provisorischer Übergang zwischen den Gleisen wurde gebaut – ist aber nicht barrierefrei. Auf traurige Stationen wie diese weist der MDR in seiner Wochenserie zu "Gruselbahnhöfen" in Mitteldeutschland hin. Güterglück war der erste Teil.

07:50 Uhr | Mehr Fähren setzen wieder über

Die Elbfähre Breitenhagen und die Saalefähre Groß Rosenburg sind ab heute wieder in Betrieb. Weiter uneingeschränkt setzen auch die Elbfähren Aken und Rogätz über. Hingegen außer Betrieb sind noch immer die Elbfähren Arneburg, Barby und Pretzsch.

Ein Schild in Tochheim zeigt an, dass die Fähre Groß Rosenburg außer Betrieb ist
Das Hinweisschild in Tochheim ist ab heute wieder eingeklappt – über die Elbe nach Breitenhagen gibt es jetzt wieder freie Fahrt. (Archivbild vom Freitag) Bildrechte: MDR/André Plaul

07:33 Uhr | Sachsen-Anhalt-Zeitmaschine: Heute vor ...

  • 5 Jahren: Frisch sanierte Straßen in der Altmark sorgen für Ärger. Dort verteilter Splitt hält stellenweise nicht. Mehrere Autoscheiben werden durch aufgewirbelte Steinchen beschädigt. Die Landesbaubehörde räumt schließlich Fehler ein. Eine Baufirma muss die betroffenen Straßenabschnitte abfegen. Zwischenzeitlich gilt ein Tempolimit.
  • 15 Jahren: Magdeburg startet ins "Jahr der Wissenschaft". Die erste von 200 Veranstaltungen ist eine Wissenschaftsshow in der Johanniskirche, moderiert von Wigald Boning. Dieser bringt eine Glühbirne in der Mikrowelle zum Leuchten, während sich ein Student eine Zahlenreihe mit 45 Ziffern in 90 Sekunden einprägt. Die unterm Strich mehrere hunderttausend Euro teure Jahres-Kampagne wird auch international den Ruf der Stadt stärken. Was bleibt, ist beispielsweise die jährlich stattfindende "Lange Nacht der Wissenschaft".
  • 25 Jahren: Ein Großaufgebot der Polizei verhindert in Barleben in der Börde ein ungenehmigtes Konzert der rechten Szene. Zu dem Konzert in einem früheren Schafstall waren mehr als 1.000 Gäste zwischen 18 und 30 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. 750 Polizei-Beamte aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen riegelten das Gelände ab. "Hätten wir das Konzert gestürmt, hätte es Tote auf beiden Seiten gegeben", erklärt Polizeipräsident Johann Lottmann tags darauf vor der Presse. Die Personalien aller Gäste liefern den Beamten einen bis dahin nicht dagewesenen Katalog organisierter Rechter, heißt es weiter.

07:15 Uhr | Pracht-Bullen erstmals unter virtuellem Hammer

Bei einer großen Online-Auktion werden heute erstmals Zuchtbullen per Internet versteigert. Wie der Zuchtverband RinderAllianz mitteilte, ist wegen der aktuellen Corona-Einschränkungen eine traditionelle Vor-Ort-Versteigerung nicht möglich. Die rund 100 Zuchttiere aus 45 Betrieben, die heute gegen Höchstgebot den Besitzer wechseln sollen, wurden vor der Auktion gefilmt und können so von den Interessenten in Augenschein genommen werden. Die Fleischrindbullenauktion startet um 13 Uhr. Den Katalog und den Zugang zum Mitbieten finden Sie hier.

Die RinderAllianz vertritt Rinderhalter in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und hat eine Geschäftsstelle in Bismark in der Altmark.

Diese Rassen stehen zur Auktion Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Gelbvieh-Fleisch, Limousin, Uckermärker, Fleckvieh-Simmental

Rinderbulle auf einer Weide schaut aufmerksam zum Betrachter.
Wer kann da schon widerstehen? Bildrechte: IMAGO / Frank Sorge

07:02 Uhr | IG Metall startet erste Warnstreiks

In der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt laufen heute erste Warnstreiks. Die Gewerkschaft IG Metall hat unter anderem die Mitarbeiter von Unternehmen in Halberstadt, Schönebeck und Nachterstedt zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern fordert die IG Metall in Sachsen-Anhalt unter anderem vier Prozent mehr Lohn und Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung. Die bisherigen Tarifrunden hatten kein Ergebnis gebracht. Die Arbeitgeber sehen die Branche durch die Digitalisierung und die Corona-Krise belastet.

06:41 Uhr | Innenminister: Polizisten schneller impfen

Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter fordert eine schnellere Impfung der Polizisten im Land. Der CDU-Politiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Impfverordnung könne in diese Richtung geöffnet werden. Das zeigten unter anderem Beispiele aus Brandenburg und Berlin. Dort erhielten tausende Polizeibeamte derzeit den Impfstoff von Astra-Zeneca. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers in großen Teilen ungenutzt bleibt. Innenminister Richter will seinen Vorschlag bei der heutigen Sitzung der Landesregierung einbringen.

Im Landkreis Stendal sollten in der vergangenen Woche 330 Polizisten schon die zweite Corona-Impfung erhalten. Die Beamten hatten Mitte Januar ihre Erstimpfung bekommen, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren.

Aktuell gehören Polizisten laut Impfverordnung des Bundes zur Kategorie 3 ("Erhöhte Priorität"), gemeinsam mit beispielsweise Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind.

06:25 Uhr | Presseschau – der Blick in die Zeitungen

  • Die stellvertretende Vorsitzende der Frauen-Union, Kerstin Rinke, hat ihren Austritt aus der CDU erklärt. Das berichtet die Volksstimme und zitiert aus jener Erklärung. So kritisiere Rinke den "sehr despektierlichen Umgang mit der Frauenquote". Als eigentlichen Austrittsgrund formuliert sie aber, dass sich "die Ausrichtung der CDU Sachsen-Anhalt nach rechts verschoben" habe.
  • Gibt es etwas Neues in der Impfaffäre des Halleschen Oberbürgermeisters Bernd Wiegand? – Nein. Trotzdem: Während einige noch dessen Auftritt bei Markus Lanz verdauen, zeichnet die Mitteldeutsche Zeitung heute auf einer ganzen Seite mit Zitaten von ihm und aus der Politik den Streit-Charakter des OB nach und vergisst auch nicht, an zurückliegende Auseinandersetzungen zu erinnern.
  • Und sonst? – Michail "Gorbi" Gorbatschow wird 90 und die Zeitungen sind voll mit Ehrungen und Rückblicken. Als "Mann der Einsichten" überschreibt die FAZ ihren Beitrag, den "Wegbereiter der Deutschen Einheit" ehrt die Berliner Morgenpost schon per Überschrift, als "Mann mit dem freien Blick" beschreibt ihn die Süddeutsche Zeitung, während das Neue Deutschland einen "verspäteten Reformer" ankündigt und die Zeitungen der Funke-Mediengruppe Gorbatschow als "humorvoll auch im hohen Alter" betiteln. Einen persönlichen Rückblick auf Gorbatschows Schaffen präsentiert die taz, deren Autorin seit 25 Jahren Osteuropa-Expertin ist, unter der Überschrift "Meine Lehr- und Wanderjahre mit Gorbatschow".

Denkmal des früheren sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow am Marktplatz in Dessau-Rosslau
Schmal und mit Wattejacke: So steht das Gorbatschow-Denkmal seit dem Tag der Einheit 2020 am Dessauer Markt. Bildrechte: dpa

06:03 Uhr | Haseloff will Lockerungen unabhängig von Inzidenzen

Der Sachsen-Anhalt-Plan 2021 sieht eine Öffnungsstrategie für nahezu jeden Bereich vor, gestaffelt nach den Inzidenzen 50 und 35 sowie der Dauer, mit der sie gehalten werden können. Wenn es nach Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) geht, sollten jedoch schon vorher weitere Lockerungen möglich sein. Mit Blick auf Motivation und Disziplin der Bevölkerung sagte Haseloff der Funke-Mediengruppe, viele seien nach dem Lockdown erschöpft. "Deshalb sollten wir mehr erlauben – mit strengen Hygienemaßnahmen, Tests und Impfangeboten". Als Beispiele nannte er Training im Sportverein sowie den Besuch von Kleidungsläden oder Museen.

Die Landesregierung berät heute einen Stufenplan für weitere Lockerungen in Sachsen-Anhalt, je nach Infektionslage. Hintergrund sind zahlreiche Anregungen von Verbänden zum bisherigen Sachsen-Anhalt-Plan, die eingeholt wurden. Haseloff will den Plan am Nachmittag vorstellen. Bundesgesundheitsminister Spahn warnte dagegen vor zu raschen Lockerungen.

Allein die Öffnung von Schulen und Kitas führe zu Millionen zusätzlicher Bewegungen jeden Tag. Morgen wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Haseloff rechnet nach eigenen Worten nicht damit, dass sie sich dabei auf einen einheitlichen Stufenplan einigen können. Dafür sei das Infektionsgeschehen zu unterschiedlich.

05:49 Uhr | Andererseits: Wachsender Protest bei denen, die nicht öffnen dürfen

Parallel zu weiteren Öffnungen haben in Sachsen-Anhalt die Bereiche auf sich aufmerksam gemacht, die noch nicht öffnen dürfen. In Halle haben Gastronomen am Mittag mit Kochtöpfen und Kochlöffeln lautstark auf ihre zum Teil prekäre Situation aufmerksam gemacht. Sie kritisierten fehlende oder schleppende Hilfen und forderten für ihren Bereich ebenfalls eine Perspektive.

In Dessau und Magdeburg wurden die großen Einkaufszentren in der Innenstadt rot angeleuchtet. Die Unternehmer des Einzelhandels fürchten um ihre Existenz. Auch sie fordern eine Öffnungsperspektive.

05:36 Uhr | Einerseits: Viele strahlende Augen

Selten hat ein Montag für so viel Freude gesorgt. Die ersten Lockerungen seit über 10 Wochen haben dem Alltag in Sachsen-Anhalt ein Stück Normalität zurückgegeben. Die Baumärkte, Schulen und Frisörläden füllten sich wieder mit Leben – wenn auch auf Abstand.

05:28 Uhr | Das Wetter: Je trüber, desto kühler

Der Morgen startet neblig. Stellenweise kann es auch am Nachmittag noch trüb sein, meist wird es aber tagsüber freundlicher mit Sonnenschein und es bleibt trocken. Die Höchstwerte erreichen mit Sonne 13 Grad, bei länger andauerndem Nebel bleibt es deutlich kühler – etwa bis zu 8 Grad.

05:10 Uhr | Impfung aller Heimbewohner fast erreicht

Bei den Alten- und Pflegeheimbewohnern gehen die Impfungen voran. Wie das Sozialministerium mitteilte, hätten bis Ende Februar 93 Prozent aller Alten- und Pflegeheimbewohner eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 57 Prozent häten auch bereits die zweite Impfung erhalten. Die Landesregierung hatte mehrfach angekündigt, sie wolle die Alten- und Pflegeheime bis Ende Februar "komplett durchimpfen".

05:01 Uhr | Moin, Internet!

Nebulös – so startet der Dienstag. Das liegt einerseits am Wetter (mehr dazu gleich), andererseits am unklaren Ausgang der neu entflammten Lockerungs-Diskussionen. Druck kommt von Handwerk und Handel. Und schon heute will Sachsen-Anhalt einen Stufenplan mit weiteren Lockerungen vorstellen. So oder so: Die Sache wird sich aufklaren. Ich bin André Plaul und ich wünsche einen guten Morgen! Auch heute bekommen Sie von mir bis 11 Uhr die Meldungen dieses Tages auf einen Blick.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über Ihre Meinung, lassen Sie uns gerne einen Kommentar da oder schreiben Sie uns bei Twitter oder Facebook. #tickeriki

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4 Kommentare

Eisrnbahnfan1950 vor 29 Wochen

Leider ist das wieder eingetreten, das Sachsen-Anhalt wieder einen eigenen Weg geht.Naja, wir haben ja auch bald Wahlen.Da muss sich Herr Haselhoff wieder in den Vordergrund rücken.Mit einer Inzidens von über 80 per 100000 Einwohner steht Sachsen-Anhalt immer noch an 2.Stelle der gesamten Bundesländer hinter Thüringen. Andere Bundesländer warten erst den morgigen Tag ab und beschließen dann ihre Öffenungen.Hoffentlich geht der Schuß des Herrn Haselhoff nicht nach Hinten los und wir haben Ostern alles wieder zu.Nur allein mit Testen geht es auch nicht,zumal ja diese Tests noch gar nicht verfügbar sind.

ossi1231 vor 29 Wochen

Haben wir nicht schon die Null in der Diskussion gehabt?

eeee vor 29 Wochen

Die 35 ist unrealistisch

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