05.03.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Vogelgrippe-Fall in der Börde

MDR SACHSEN-ANHALT Autor Reporter Radio Online André Plaul
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Heute im Morgenticker: In der Börde ist bei einer toten Wildgans die Geflügelpest festgestellt worden. Außerdem: Der Landkreis Stendal plant nach Ostern eine große Impfaktion für Senioren. Und: Selbstfahrender Bus in Stolberg.

Geflügelpest Sperrbezirk (Tierseuchenwarnschild )
Nach dem Geflügelpest-Befund wurden im Landkreis Börde ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / penofoto

Das sind die Top-Themen am Freitag:

11:05 Uhr | Ausgetickert

Und das war's auch schon wieder. Ich verabschiede mich mit einem Foto, das ich in dieser Woche in meiner Heimat gemacht habe. Falls Sie mal in der südlichen Altmark sind: Genießen Sie den Ausblick auf die Elblandschaft, zum Beispiel in Sandfurth.

Ihnen ein schönes Wochenende. Am Montag übernimmt Luca Deutschländer den Morgenticker.

Ahoj!

Blick auf Elbe und Elblandschaft bei Sandfurth
Besonders schön im Sonnenuntergang – die Elblandschaft bei Sandfurth am Elberadweg. Bildrechte: MDR/André Plaul

10:53 Uhr | (Noch nicht) aus die Maus

Vergessen Sie nicht den Geburtstag der ältesten Maus der Welt: Am Sonntag vor 50 Jahren wurde die erste "Sendung mit der Maus" ausgestrahlt. Seitdem ist die Maus nicht sichtbar gealtert – wohl aber schlauer geworden. Das Erste wird am Sonntag ab 6:20 Uhr einen fast vierstündigen Maus-Marathon zeigen – quer durch die Jahrzehnte, mit einer Geburtstagssendung am Ende. Übrigens: Für die Maus singen müssen Sie nicht. Das macht schon Mark Forster.

10:40 Uhr | Halle: Hilfs-Auktion für Kinos beendet

Auch die kleinen Programmkinos haben in der Pandemie mächtig zu knabbern. Zwei Mitarbeiter der Oper Halle starteten deshalb Anfang Februar die Auktion "Kunst fürs Kino" . Über 40 Künstlerinnen und Künstler aus Halle und Umgebung hatten ihre Werke kostenlos zur Versteigerung angeboten. Die ging Mitternacht zu Ende. Ergebnis: 20.000 Euro kamen zusammen.

10:29 Uhr | Magdeburg: Kultur geht durch den Magen

Das Projekt "Esskultur" bringt in Magdeburg zwei pandemiegeschädigte Bereiche zusammen: Gastronomie trifft Theater. Künstlerinnen und Künstler bringen bestelltes Essen vor die Tür und garnieren es mit einer Darbietung. Eine Gage für die Künstler gibt es nicht. Dafür können Spenden gegeben werden. Tatsächlich: 767 Essen wurden an den ersten beiden Wochenenden ausgeliefert und knapp 2.500 Euro für teilnehmende Kulturakteure eingenommen.

10:11 Uhr | Streaming-Tipps zum Wochenende

Beine hoch, rote Taste drücken – und ab. Ich habe für Ihr Couch-Wochenende wieder ein paar persönliche Streaming-Tipps. Alles, wie immer, "made in Sachsen-Anhalt". Viel Spaß!

Ein Pärchen auf der Couch, verschreckt und ängstlich
Vertrauen Sie mir – diese Tipps haben es in sich. Bildrechte: Colourbox.de

  • Köstlich: In Liederstädt bei Querfurt im Saalekreis wird mit Hand und Herz produziert – vom Bio-Rind bis zum Likör. Holen Sie sich Appetit in der aktuellen Folge der MDR-Reihe "Unser Dorf hat Wochenende".
  • Kriminell: In der Rübeländer Baumannshöhle werden 60.000 Mark Diebesgut versteckt. So lief es 1981 im "Polizeiruf 110 – Auftrag per Post". Andere Szenen entstanden unter anderem in Quedlinburg und Stolberg.
  • Kultig: Arendsee hatte 1995 noch einen Bahnanschluss und sogar einen Fahrkartenschalter. Die MDR-Doku "Im Zug der Zeit" zeigt eine zum Teil verschwundene Eisenbahnwelt zwischen Schmalspur und Schnellzug.

09:59 Uhr | Innenausschuss will Antworten zur Lösch-Panne beim LKA

Die Daten-Löschpanne im Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt beschäftigt seit einer knappen Stunde den Landtag. In einer Online-Sondersitzung des Innenausschusses soll Innenminister Michael Richter (CDU) über den aktuellen Stand Auskunft geben. SPD-Innenexperte Rüdiger Erben sagte, der Minister müsse erklären, welcher Schaden für die Verbrechensbekämpfung entstanden sei. Die Linke-Innenexpertin Henriette Quade kritisierte, dass der Vorgang einen Missstand beim Umgang mit geltenden Datenschutzregeln zeige. Beim LKA waren versehentlich 42.000 Datensätze mit Fingerabdrücken und Fotos von Straftätern gelöscht worden. Es hieß, fachliche Fehler hätten zur Panne geführt.

09:43 Uhr | Spitzenküche: Heute wird nach den Sternen gegriffen

Für Spitzengastronomen ist heute ein besonderer Tag. Denn trotz Pandemie waren auch im vergangenen Jahr die Tester des Restaurantführers Guide Michelin unterwegs. Um 11 Uhr werden die diesjährigen Stern-Preisträger bekannt gegeben – per Online-Stream. Außerdem gibt es in diesem Jahr erstmals einen "Grünen Stern", der Restaurants für besondere Nachhaltigkeit auszeichnet.

In Sachsen-Anhalt gibt es aktuell zwei Restaurants mit je einem Michelin-Stern: Es sind die Häuser "Pietsch" und "Zeitwerk" von Robin Pietsch aus Wernigerode. Robin Pietsch kocht auch für MDR SACHSEN-ANHALT.

09:24 Uhr | Zeit der Weltzeituhr Arendsee ist abgelaufen

Die Weltzeituhr ist seit gut zehn Jahren ein Blickfang in Arendsee. Doch die erdkugelrunde Uhr hat ihre beste Zeit längst hinter sich. Das Uhrwerk wurde in den vergangenen Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen. Demnächst soll die Uhr abgebaut werden.

09:05 Uhr | Vogelgrippe-Fall in der Börde

Im Landkreis Börde ist bei einer toten Wildgans das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden. Einen Kilometer rund um die Fundstelle im Raum Bahnhof Dreileben-Drackenstedt hat der Landkreis einen Sperrbezirk errichtet. Ein weiterer Drei-Kilometer-Radius gelte als Beobachtungsgebiet. Allerdings: Dem Kreis zufolge gibt es derzeit keine Belege für ein Seuchengeschehen. In bestimmten Risikogebieten des Bördekreises gilt zudem weiter eine Stallpflicht für Geflügel. Der Landkreis hatte sie schon Mitte Dezember aus Sorge vor einer Tierseuche angeordnet.

Experten vermuten, dass es Wildvögel-Züge sind, die das Virus verbreiten. Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger ist in Deutschland bislang nicht bekannt geworden. Es wird trotzdem empfohlen, tot aufgefundene Wildvögel nicht zu berühren. Wenn mehrere Vögel an einem Fundort verendet sind, sollte das Veterinäramt informiert werden.

08:47 Uhr | Die Corona-Lage: Stabil eingependelt

Kurzer Blick auf die aktuellen Infektionszahlen, die das Robert Koch-Institut heute Morgen in seinem Dashboard veröffentlicht hat.

  • Demnach ist die 7-Tages-Inzidenz für ganz Sachsen-Anhalt im Vergleich zu gestern wieder leicht gestiegen, von 85 auf 87.
  • In sieben Landkreisen und kreisfreien Städten sind die Inzidenzen zurückgegangen oder stabil geblieben. So ist der Wert im Burgenlandkreis von gestern 154 auf heute 146 gesunken, im Landkreis Wittenberg von 108 auf 98.
  • In den anderen sieben Landkreisen und kreisfreien Städten sind die Inzidenzen gestiegen. Den größten Zuwachs im Vergleich zu gestern verzeichnet dabei der Landkreis Stendal – mit einem Wert von 86, vorher 66. In Magdeburg stieg die Inzidenz von 50 auf 62.
  • Somit sind – Stand heute – nur noch der Burgenlandkreis und die Stadt Halle jene Regionen, in denen wegen Inzidenzen von über 100 zunächst keine Lockerungen abzusehen sind.
  • Zum Vergleich: Auch bundesweit bleibt die Inzidenz stabil – von gestern 64,7 entwickelte sich der Wert auf 65,4.

08:30 Uhr | Altmark kommt für Atom-Endlager in Frage

Bei einer Informationsveranstaltung zur Atomendlagersuche für den Norden des Landes kamen am Abend bei einer Videokonferenz rund 160 Menschen zusammen. In Vorträgen wurde über den Stand der Lagerstättensuche informiert. Demnach ist die Altmark als ehemaliges Erdgasförderungsgebiet eine von 90 Regionen in ganz Deutschland, die als Standort infrage kommt. Bereits am Dienstag war über mögliche Lagerstätten im Süden Sachsen-Anhalts informiert worden. Dabei hatten sich 140 Menschen zugeschaltet.

08:13 Uhr | Werden Sie Weinkönigin!

Das Saale-Unstrut Weinanbaugebiet sucht eine neue Weinkönigin. Bevor Sie jetzt alle "hier" schreien, beachten Sie bitte folgende Bedingungen: Bewerben können sich alle Frauen, die in der Weinbranche arbeiten. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt und unverheiratet sein. Außerdem sollten die Bewerberinnen über gute Englisch-Kenntnisse verfügen, da sie das Weinanbaugebiet auch international vertreten sollen. Heißt: Ich bin schon mal raus – und Ihre Chancen steigen!

Die Bewerbungsfrist endet am 14. April. Bevor die neue Weinkönigin beim Winzerfest im Herbst gekrönt wird, wird ihr Wissen noch von einer Fachjury getestet. Zuletzt hat Annemarie Triebe aus Würchwitz als 50. Gebietsweinkönigin das Amt rund um den Wein vertreten – pandemiebedingt zwei Jahre lang.

Weinkönigin Susanne Rothe (21) Winzertochter aus Bucha und Azubi Weinküfer in der Rötkäppchen - Mumm Sektkellerei zeigt uns ihr Reich auf dem Familien-Weinberg im Dorndorfer Rappental Krone und Kette
Setzen Sie dem Genuss die Krone auf! (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

07:54 Uhr | Schlagabtausch im Landtag über Corona-Fahrplan

In einer Sondersitzung wurde gestern im Landtag von Sachsen-Anhalt über die neuen Corona-Pläne diskutiert. Während Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) um Verständnis warb, sparten Opposition und auch die mitregierenden Grünen nicht mit Kritik. So hat MDR SACHSEN-ANHALT-Politikreporter Jochen Müller die Sitzung erlebt:

07:40 Uhr | Sachsen-Anhalt-Zeitmaschine: Heute vor ...

  • 10 Jahren: Im Tangermünder Industriegebiet bricht am Morgen ein Großbrand aus. Sechs miteinander verbundene Lagerhallen, größtenteils von den Milchwerken genutzt, brennen fast völlig aus. Die hölzernen Dachkonstruktionen, darüber Solaranlagen, und einzelne gemauerte Seitenwände der Hallen stürzen ein. Der Schaden geht in die Millionen. Löschwasser, das bis in den Hafen gelangt, sorgt dort Berichten zufolge für ein Fischsterben.

Ein mit Rasen bepflanzter Weg ist jeweils rechts und links von hohen Holzzäunen flankiert
Das Sonnenobservatorium Goseck wurde auf Kiesschotter errichtet: Vor 15 Jahren hatten die Archäologen einen Aha-Effekt. Bildrechte: MDR/Heike Opitz

  • 15 Jahren: Aufwändige Bohruntersuchungen am Sonnenobservatorium Goseck offenbaren ein natürliches Entwässerungssystem. Die Kreisanlage wurde demnach auf einer seltenen Scholle Schotter aus der Elster-Zeit (etwa 350.000 Jahre v. Chr.) errichtet. Offenbar hatten die Steinzeitmenschen erkannt, dass das Areal auf dem Kiesschotter immer begehbar bleiben würde, weil Regen- und Schmelzwasser schnell abfließen. Zudem sollen die Palisaden im Schotterbett einen wesentlich besseren Halt gehabt haben, so die Experten.
  • 20 Jahren: Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium diskutiert mit der Deutschen Bahn über den Erhalt von Interregio-Verbindungen. Die Gespräche scheitern. Die Bahn koppelt Sachsen-Anhalt Ende 2002 vom Interregio-Verkehr ab – so wie die meisten Regionen Deutschlands. Magdeburg trifft der Kahlschlag schon eher: Der Zweistundentakt nach Berlin wird bereits Mitte 2002 eingestellt. Hier hatten die Züge laut Bahn nur je 60 Reisende, mindestens 300 wären nötig gewesen. Die parallel fahrenden Regionalzüge verdoppelten hingegen ihre Auslastung.

07:21 Uhr | Landkreis Stendal plant Groß-Impfaktion nach Ostern

Im Landkreis Stendal sollen nach Ostern in einer großen Impfaktion alle über 80-Jährigen im Landkreis geimpft werden. Damit soll die Prioritätengruppe 1 abgeschlossen werden, erklärte Dezernent Sebastian Stoll (CDU).

Mit der Impfaktion sollen alle rund 8.700 über 80-Jährigen, die nicht in einem Seniorenheim leben, erfasst werden. Für die Aktion werden in den neun Einheits- und Verbandsgemeinden jeweils Turnhallen verwendet. So können pro Tag 900 Senioren versorgt werden. Es werde im 5-Minuten-Takt an sechs Impfstrecken geimpft, so Stoll. Beginn der Impfaktion wird am 6. April in Tangermünde sein. Innerhalb von drei Wochen soll an zwölf Terminen die Erstimpfung erfolgt sein.

Mit Groß-Impfaktionen hat der Landkreis bereits Erfahrung. Stoll war auch dafür verantwortlich, dass Mitte Januar 330 Polizisten im Landkreis vorzeitig geimpft wurden.

07:07 Uhr | Sachsen-Anhalts Erstgeimpfte ist wohlauf

Edith Kwoizalla – Sie erinnern sich: Die 101-Jährige aus Halberstadt war am 26. Dezember die erste Deutsche, die eine Corona-Schutzimpfung erhalten hat. Längst hat sie auch ihre zweite Dosis bekommen. MDR SACHSEN-ANHALT hat sie in dieser Woche besucht. Fazit: Frau Kwoizalla ist wohlauf. Doch trotz Impfung gibt es für die Heimbewohner noch lange keine Normalität – aber erste Schritte dorthin.

Nach so vielen Jahren wird man auch noch bekannt. Quatsch!

Edith Kwoizalla

06:51 Uhr | Stolberg: So ein Bus kommt von allein

In Stolberg hat das Zeitalter der Elektromobilität begonnen. Dort ist jetzt ein autonom fahrender Kleinbus unterwegs. In der Fachwerk-, Müntzer- und Europastadt wird getestet, welche Chancen solche Fortbewegungsmittel für den öffentlichen Personennahverkehr bieten. Immerhin ist Stolberg auch ein Luftkurort. Parallel zu dem E-Bus-Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Uni Magdeburg wird aktuell auch die Bahnstrecke in den Südharz wiederhergestellt, um mehr Güterverkehr auf die Schiene bringen zu können.

06:38 Uhr | Erneut Warnstreik in Metall- und Elektroindustrie

Die Warnstreiks im Tarifstreit der Metall- und Elektrobranche gehen heute in Sachsen-Anhalt in eine neue Runde. IG Metall-Gewerkschafterin Almut Kapper-Leibe sagte MDR SACHSEN-ANHALT, am Vormittag seien die Beschäftigten der KME Mansfeld GmbH in Hettstedt aufgerufen die Arbeit niederzulegen. KME hat rund 1.000 Mitarbeiter und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Bereits am Dienstag hatte es in mehreren Firmen in Sachsen-Anhalt Warnstreiks gegeben. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn, eine Zukunfts- und Beschäftigungssicherung und die Angleichung der Ost-Tarife an das Westniveau. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen mit Verweis auf die Belastungen durch die Corona-Pandemie ab.

06:24 Uhr | Warnung vor Zecken in Anhalt

Erstmals gehört auch eine Region in Sachsen-Anhalt zu den Risikogebieten für die meist von Zecken übertragene Hirnentzündung FSME. Das Epidemiologische Bulletin des Robert Koch-Instituts nennt jetzt die Stadt Dessau-Roßlau.

06:05 Uhr | Handel, Handwerk, Gaststätten und Tourismus sehen Corona-Pläne skeptisch

Ab Montag dürfen die Geschäfte in Sachsen-Anhalt wieder öffnen, ihre Waren jedoch nur nach Voranmeldung verkaufen. Für die Tourismusbranche gibt es, bis auf die vage Aussage, dass Osterurlaub im eigenen Land vielleicht möglich sein könnte, noch keine Perspektive. Und auch die Kultur ist von einer Öffnung noch weit entfernt. Für Restaurants und Cafés gibt es frühestens Ende März die Möglichkeit zur Öffnung – allerdings vorerst nur im Außenbereich. Das alles sorgt für breite Skepsis darüber, was die Lockerungspläne wirklich bringen. Der Überblick:

  • Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, sagte zu den Plänen, die Möglichkeit für Außen-Gastronomie nütze zu dieser Jahreszeit nichts. So viele Heizstrahler könne man gar nicht aufstellen. Der aktuelle Beschluss sei vor allem bürokratisches Wirrwarr.
  • Der Geschäftsführer des Handelverbands Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, nannte die Ergebnisse des jüngsten Corona-Gipfels bei MDR SACHSEN-ANHALT eine "Katastrophe". Der Lockdown werde faktisch trotz aller theoretischen Perspektiven für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert. Die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannte, stabile Inzidenz von unter 50 sei auf absehbare Zeit nicht flächendeckend zu erreichen. Und auch die Möglichkeit für den Einkauf mit Terminvergabe sei für die allermeisten Geschäfte kein wirtschaftlicher Rettungsanker.

Es gibt keine vernünftigen Argumente, den Einzelhandel jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach weiterhin geschlossen zu halten.

Knut Bernsen, Handelsverband Sachsen-Anhalt

Hier die weitere Argumentation des Handelsverbands:

Bei "Click & Meet" seien die Personal- und Betriebskosten in der Regel höher als die Umsätze, so Bernsen. Durch die Verlängerung des Lockdowns bis 28. März hätten viele Händler dann seit mehr als 100 Tagen geschlossen, so Bernsen. Das sei nicht mehr zu verkraften. Die Politik nehme ihre Verantwortung für die zwangsgeschlossenen Händler nicht wahr. Gleichzeitig kämen die staatlichen Hilfszahlungen nur schleppend und spärlich an.

Bernsen zufolge sollten sich die Corona-Maßnahmen nicht an symbolträchtigen Branchen wie dem Handel abarbeiten, sondern sich an der jeweiligen Infektionsgefahr orientieren. In diesem Zusammenhang verweise man auf die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, wonach die Infektionsgefahr beim Einkauf unter Beachtung von Hygienemaßnahmen niedrig sei. Auch eine Studie der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) sowie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeige, dass für die Beschäftigten im Handel kein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Dennoch orientiere sich der neuerliche Beschluss weiter ausschließlich an Inzidenzwerten. Dieses Vorgehen erscheine zunehmend fragwürdig.

Bernsen kündigte an, dass sich der Handelsverband auch weiterhin für eine zeitnahe und komplette Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln einsetzen werde.

  • Skepsis gegenüber dem Lockerungs-Stufenplan hat auch die Handwerkskammer Halle. Hauptgeschäftsführer Dirk Neumann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, zunächst begrüße man die Öffnung weiterer Bereiche, deren Schließung kaum noch zu erklären gewesen sei. Allerdings erkenne man noch nicht, dass der Staat sich ausreichend bemühe, die veranlassten Eindämmungen ohne weitere Schäden für die Unternehmen zu beenden. Noch immer fixiere sich der Plan auf statistische Zahlenkonstrukte. Viele Unternehmen kritisierten die Maßnahmen außerdem als nicht praktikabel.

Hier die weitere Argumentation der Handwerkskammer:

Einige Regelungen seien offenbar am "grünen Tisch" entstanden, so die Sicht der Handwerker. Insbesondere die Click- und Collectregeln seien in vielen Gewerken nicht sinnvoll, Kosten und Aufwand seien zu hoch. Außerdem erhöhe die Rückfallregel die Gefahr, dass Investitionen in die Wiedereröffnung in den Sand gesetzt würden. Positiv ist Neumann zufolge, dass die Landesregierung für ihren "Sachsen-Anhalt-Plan" zuvor die Meinung der betroffenen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche eingeholt hat.

  • Auch der Tourismusverband Sachsen-Anhalt sieht die Beschlüsse des Corona-Gipfels überwiegend skeptisch. Geschäftsführer Martin Schulze sagte MDR SACHSEN-ANHALT, positiv seien die höheren Inzidenzwerte von 50 bis 100. Eine Inzidenz von 35 wäre in nächster Zeit sehr unrealistisch gewesen und würde in einer sehr langen Fortführung des Lockdowns resultieren. Ebenfalls positiv sei die zeitnahe Öffnung erster Kultureinrichtungen. Kritisiert werden müsse, dass sich die Erwartung einer verlässlichen Perspektive für den Tourismus nicht erfüllt habe. Und das, obwohl auch das Robert-Koch-Institut der Meinung gewesen sei, dass von den meisten touristischen Bereichen eine äußerst niedrige Gefahr ausgehe.

Das Unternehmenssterben hat begonnen und wird sich auch nach der Öffnung fortsetzen.

Martin Schulze, Tourismusverband Sachsen-Anhalt

Hier die weitere Argumentation des Tourismusverbands:

Schulze sagte weiter, man verstehe nicht, dass Bereiche mit höherem Ansteckungspotenzial öffnen dürften, über den Tourismus aber erst in drei Wochen gesprochen werden solle. Immerhin seien in Sachsen-Anhalt primär rund 77.000 Menschen vom Tourismus abhängig. Nehme man Teilzeit- und Saisonkräfte dazu, liege die Zahl noch höher. So viele Menschen unkommentiert auf den nächsten Termin zu verschieben, sei nicht nachvollziehbar, erhöhe die Verunsicherung weiter und zerstreue die letzten Hoffnungen auf eine zeitnahe Öffnung.

Man fordere die Politik auf, sich an das Papier des RKI zur Stufenöffnung zu halten und umgehend Beherbergungsbetriebe, insbesondere autarke Einrichtungen wie Campingplätze und Ferienwohnungen/-häuser, zu öffnen. Gleiches gelte für gastronomische Einrichtungen. Darüber hinaus müssten die finanziellen Hilfen für die Branche optimiert werden. So seien Ferienwohnungs- und -hausbesitzer derzeit größtenteils von der Förderung ausgeschlossen. Und genau dort breche ein wesentlicher Bestandteil der Tourismuslandschaft Schritt für Schritt weg.

05:44 Uhr | Kritik am Lockerungs-Plan – nicht nur von der Opposition

Über die Umsetzung der geplanten Corona-Lockerungen ist gestern formal noch im Landtag diskutiert worden. Dabei warb Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) noch einmal für die von der Landesregierung beschlossene 10. Corona-Verordnung, die am Montag in Kraft treten wird. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner forderte ein Ende des Lockdowns. Die Linke mahnte mehr Tempo bei Impfungen und Hilfen an. Und auch die mitregierenden Grünen forderten mehr Impfungen und eine flächendeckende Versorgung mit Schnelltests.

05:31 Uhr | Das Wetter: Altmärker müsste man sein

Es bleibt frisch. Erwartet wird ein Sonne-Wolken-Mix, dazu Nieselregen und einzelne Flocken. Lediglich die Altmark kann sich laut MDR-Wetterstudio über einen Sonnentag freuen. Maximal sieben Grad sind drin. Das Wochenende: Sonnabend grau, Sonntag besser.

05:22 Uhr | Letztes Wochenende im "alten" Lockdown

Wenn uns die Infektionszahlen keinen Strich durch die Rechnung machen, kehrt ab Montag wieder etwas Normalität in den Alltag ein. Weitere Dienstleister und Läden dürfen öffnen. Auch Museen und Gedenkstätten können wieder besucht werden. Allerdings gelten für alle Bereiche strenge Regeln. So sind Voranmeldungen nötig. Hier noch einmal die komplexen Pläne in der Übersicht:

05:11 Uhr | Umfrage: Mehrheit unzufrieden mit Bundesregierung

Eine Mehrheit der Deutschen sieht das Handeln der Bundesregierung in der Pandemie zunehmend kritisch. Beim jüngsten ARD-Deutschlandtrend waren drei Viertel der Befragten mit der Impfstoff-Beschaffung und der Organisation der Impfungen weniger oder gar nicht zufrieden. Sieben von zehn äußerten ihr Unbehagen über die Organisation des Schulbetriebs und der Kita-Betreuung im Lockdown sowie die Hilfen für Wirtschaft und Selbständige. Aktuell sind nur noch 50 Prozent der Befragten zufrieden mit der Bundesregierung. Das ist der schlechteste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Zur Einordnung: Die Umfrage wurde vor den jüngsten Beschlüssen durchgeführt.

05:00 Uhr | Moin, Internet!

Meine Kollegen hatten in dieser Woche viel zu tun, um Sie vor meinen Tippfehlern zu bewahren. Dafür möchte ich mich bei allen entschuldigen. Heute wird das besser laufen, denn: Meine Tastatur hat neue Batterien. Ich wünsche Ihnen für den Start ins Wochenende genau so viel frische Energie. Ich bin André Plaul und versorge Sie bis 11 Uhr wieder mit den Neuigkeiten dieses Morgens.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über Ihre Meinung, lassen Sie uns gerne einen Kommentar da oder schreiben Sie uns bei Twitter oder Facebook. #tickeriki

Über Themen aus dem Morgenticker berichtet MDR SACHSEN-ANHALT auch im... Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 5:00 Uhr
Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
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