Waschmaschine im Wald – 700 Euro Gegen illegal abgekippten Müll: Sachsen-Anhalt bekommt neuen Bußgeldkatalog

Das Land Sachsen-Anhalt will schärfer gegen das illegale Entsorgen von Abfällen vorgehen. Ein neuer Bußgeldkatalog liegt bereit. Damit soll wildes Müllentsorgen im Wald, in der Natur und am Straßenrand eingedämmt werden.

In Sachsen-Anhalt gibt es einen neuen Bußgeldkatalog gegen illegale Müllentsorgung. Wie das Umweltministerium mitteilte, sollen damit einheitliche und nachvollziehbare Regeln aufgestellt werden.

Bisher ist es so, dass die Höhe des Bußgeldes den Kommunen und Städten überlassen bleibt. Das soll sich mit der neuen Verordnung ändern: mit einem Rahmen für die zu verhängende Strafzahlung.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern will Sachsen-Anhalt mit den neuen Bußgeldern hart durchgreifen. Ein weggeworfener Zigarettenstummel soll laut der Verordnung ein Bußgeld zwischen 20 bis 40 Euro nach sich ziehen. Im benachbarten Thüringen kostet das gleiche Vergehen nach Landesrecht zwischen 10 und 30 Euro. Wer Hausmüllsäcke einfach irgendwo ablädt, kann mit bis zu 400 Euro Bußgeld rechnen. Aber auch so etwas, wie eine abgeladene Waschmaschine im Wald, kann richtig teuer werden: mit einer Strafe von bis zu 700 Euro.

Illegal abgekippter Müll kostet Allgemeinheit jährlich rund eine Million Euro

Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) betonte in einer Mitteilung, illegale Abfallentsorgung sei "kein Kavaliersdelikt". Die illegale Beseitigung von Abfällen verursache neben Umwelt- und Gesundheitsschäden auch zusätzliche Kosten. Diese kämen letztlich auf die Allgemeinheit zu – durch höhere Abfallgebühren. Rund eine Million Euro jährlich müssten Städte und Gemeinden aufwenden, um damit zurecht zu kommen, wie es hieß.

Apps gegen illegal entsorgten Müll

Tatsächlich zeigt sich immer wieder, dass einige Kommunen mit der Entsorgung von unerlaubt in die Natur gekippten Müllsäcken oder von Sperrmüll kaum hinterherkommen. Vielfach wurden in den vergangenen Jahren zum Beispiel Services entwickelt, bei denen Müll in Natur und am Straßenrand per App gemeldet werden kann. So zum Beispiel gerade erst in dieser Woche im Landkreis Stendal: Dort hat die Abfallentsorgungsgesellschaft des Kreises, ALS, eine App namens "Müllmelder" aufgesetzt. Bislang konnten wilde Abfälle auf Wald und Flur nur per Telefon gemeldet werden.

Hausmüllsäcke in der Natur: 80 bis 400 Euro – die Waschmaschine im Wald: bis zu 700 Euro

Mit Veröffentlichung der Verordnung im Ministerialblatt tritt der neue Katalog in Kraft. Aber: Der genaue Zeitpunkt sei noch nicht vorherzusehen, sagte die Sprecher. Info-Flyer hat das Ministerium schon in der Schublade.

Einige der angedachten Rahmensätze ließ das Ministerium bereits wissen:

  • Zigarettenkippe/ Zigarettenfilter: 20 bis 40 Euro
  • Hausmüllsäcke: 80 bis 400 Euro
  • Waschmaschine: 250 bis 700 Euro
  • Auto: 800 bis 3.500 Euro
  • Asbesthaltige Bauabfälle: 1.500 bis 15.000 Euro

MDR/dpa, Mandy Ganske-Zapf

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Mai 2021 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

Frank 1 vor 19 Wochen

Was nutzt ein neuer Bußgeldkatalog wenn das Personal zur Kontrolle fehlt? Nur Kosmetik die das eigentliche Problem nicht löst. und so wurschteln wir weiter, wie in anderen Problembereichen auch.

hansfriederleistner vor 19 Wochen

Auch das zählt zum Klimaschutz und Klimawandel. Es fängt bei der achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe an über Pappbecher, Tempotaschentuch etc geht es weiter bis zum Müll im Gelände. Wo kommt das Zeug nur her? Es handeln doch alle Bürger umweltschonend.

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