Deiche und Polder Neues Hochwasserkonzept für Sachsen-Anhalt – Bauern üben Kritik

Umweltministerin Claudia Dalbert (Die Grünen) hat am Donnerstag das neue Hochwasserkonzept für Sachsen-Anhalt vorgestellt. An 33 Standorten im Land sollen Maßnahmen umgesetzt werden. Es handelt sich insbesondere um Deichrückverlegungen und das Einrichten von Polderflächen. Doch es gibt Kritik von Bauern.

Sachsen-Anhalt hat ein neues Hochwasserkonzept. Umweltministerin Claudia Dalbert (Die Grünen) hat die Maßnahmen am Donnerstag in Sandau im Landkreis Stendal vorgestellt. Die Flüsse im Land sollen wieder mehr Raum bekommen. Dafür sollen Deiche zurück ins Land verlegt werden und es sollen sogenannte Polder entstehen. Polder sind Flächen, auf denen sich Wasser ausbreiten kann.

Bauernverband: Auch auf die Menschen schauen

Der Bauernverband Börde hatte bereits vor der offiziellen Vorstellung der Pläne kritisch reagiert. In einer Mitteilung des Bauernverbands Börde heißt es, der Fokus werde beim neuen Konzept zu sehr auf die Natur gelegt. Es werde nicht auf die Menschen geschaut, die in den betroffenen Gebieten lebten und arbeiteten. Die Bauern befürchten, viel Ackerland nicht mehr nutzen zu dürfen. Sie fordern daher, nur Flächen für den Hochwasserschutz zu nutzen, wenn dadurch tatsächlich der Pegel wirksam abgesenkt werden kann.

Die Umweltministerin sagte in Sandau, man habe als einziges Bundesland 2016 von der Bodenverwertungs- und Verwaltungsgemeinschaft Land gekauft, auf denen entweder direkt Deiche gekauft werden könnten oder, mit denen sie dann tauschen könnten, wenn ein Landwirt seinen Acker nicht mehr vor dem Deich haben wolle.

33 Maßnahmen entlang Elbe, Saale und weiteren Flüssen

Das neue Hochwasserschutzkonzept sieht vor, dass an insgesamt 33 Standorten die Deiche rückverlegt oder Flutungspolder angelegt werden, in die Wasser kontrolliert ein- und abgeleitet werden kann. 600 Millionen Euro sollen über viele Jahre hinweg investiert werden.

Von Wahrenberg im Norden des Landkreises Stendal bis Raba an der weißen Elster im Süden und Arnsnesta-Frauenhorst am Ostzipfel des Landes: Die Standorte, an denen Deiche rückverlegt und Polderflächen entstehen sollen, sind entlang der Elbe und Saale verteilt, aber auch an Mulde und Havel.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. August 2020 | 20:00 Uhr

2 Kommentare

Eulenspiegel vor 47 Wochen

Ich denke durch den Klimawandel ist ein neues Hochwasserkonzept dringend geboten. Das sollten auch die Bauern wissen. Denn damit soll ja unter Anderem auch ihre Felder und ihr Eigentum vor den Folgen der immer häufiger und stärker auftretenden Extremwetterlagen geschützt werden.
Was der Bauernverband fordert ist doch „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“.

Horst Schlaemmer vor 48 Wochen

Es gibt Kritik von den Bauern. Das überrascht ja nun kaum. Sagt doch schon das Sprichwort: Bauern und Schweine haben immer etwas zu grunzen.

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