Teilweise sechsstellige Schäden Erneut Betrugsfälle beim Onlinebanking

Bei erneuten Computer-Betrugsfällen haben mehrere Geschädigte bis zu 99.999 Euro verloren. In den vergangenen Wochen hatten sich laut Polizei vermehrt Betrugsopfer gemeldet, teils sei der Schaden sechsstellig gewesen. Die Polizei warnt davor, TAN-Nummern und andere persönliche Daten an Dritte weiterzugeben.

Telefonierende Frau mit Kreditkarte in der Hand
In Sachsen-Anhalt gab es erneut Fälle von Computerbetrug beim Onlinebanking. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Erneut ist es am Samstag zu mehreren Fällen von Computerbetrug gekommen. Eine Frau aus Halle verlor mehr als 45.000 Euro. Sie bekam zwei Anrufe von unterschiedlichen Personen, welche sich als angebliche Bankmitarbeiter ausgaben und mehrere TANs von ihr verlangten. Zuvor waren am Samstagmittag 99.000 Euro vom Konto einer anderen Frau aus Halle abgebucht worden, nachdem sie einem angeblichen Mitarbeiter ihrer Bank eine TAN-Nummer mitgeteilt hatte.

Auch bei einer Frau aus dem Saalekreis wurden von Freitag zum Samstag 99.999 Euro abgebucht, wie die Polizei weiter mitteilte. Bei einer weiteren Frau wurde die selbe Masche versucht, um drei große Summen bis zu 99.999 Euro freigeben zu lassen. Sie lehnte aber ab und beendete das Telefonat.

Am Freitag hatte es einen weiteren Fall von Computerbetrug gegeben. Eine Frau aus Kabelsketal war unbemerkt auf eine Fake-Seite geraten. Auch sie bekam einen Anruf von einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin, die persönliche Daten der Frau kannte. Anschließend waren mehr als 50.000 Euro abgebucht.

Teilweise sechsstellige Schäden

Auch in den Tagen zuvor hatten sich laut Polizei schon Betrugsopfer gemeldet, teils sei der Schaden sechsstellig gewesen. Die Polizeiinspektion Halle warnt vor Betrügern, die Nutzer von Online-Banking anrufen, Daten einfordern und dann große Summen erbeuten. Die Masche sei aktuell stark verbreitet. Das Geld sei binnen weniger Minuten transferiert und könne nicht zurückgeholt werden.

Warnhinweis der Polizei

"Bitte geben Sie niemals TAN-Nummern oder andere persönliche Daten an Dritte heraus. Ein Bankmitarbeiter wird sie danach nicht fragen! Mit einiger Wahrscheinlichkeit sind die PCs der Betroffenen mit Schadsoftware (sog. Trojaner) infiziert. Nutzen Sie Anti-Viren Software und achten Sie bei Webseiten auf die https-Verschlüsselung sowie deren korrekte Schreibweise!"

In einem weiteren Fall hatte ein Mann aus Allstedt allein gut 141.000 Euro an Betrüger verloren. Wie die Polizei mitteilt, wurde der 47-Jährige Opfer eines Anlagenbetruges im Zusammenhang mit Kryptowährung. Insgesamt belaufen sich die Schäden durch Anlagebetrug mit Kryptowährungen in Deutschland laut einem Bericht der Tagesschau auf Hunderte Millionen Euro.

Vermehrte Fälle von Betrug hatte es in den vergangenen Wochen auch beim Onlinebanking der Saalesparkasse gegeben. Sie plante, deswegen Annoncen und Anzeigen schalten, um ihre Kunden zu sensibilisieren.

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MDR (Alisa Sonntag),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Juli 2022 | 15:00 Uhr

12 Kommentare

Gerd Mueller vor 4 Wochen

stimmt!
Der Staat muss Handeln und Banken an Urgeschäft gesetzlich verpflichten das anvertraute zu Schützen statt maximale Profite zu erzielen.
Jedem nicht nur P-Konten sollte es möglich sein, Konto gegen Überziehung zu schützen und allen sollten verpflichtet werden den max. Geldbetrag pro Tag, Woche und Monat festzulegen.
Solange mit Kontoüberziehung fette Gewinne gemacht werden ändert sich nichts.

Gerd Mueller vor 4 Wochen

hmm dann fallen teure Überziehungszinsen an - geschützt sind eigentlich nur P-Konten, von denen weder gepfändet wird und auch nicht überzogen werden kann

Gerd Mueller vor 4 Wochen

stimmt NICHT @jackblack, die Deutsche Bank und deren Leipziger Mitarbeiter bei ROBIN rufen oft mit neuen Angeboten an
kommt es zu Vertragsabschlüssen werden diese elektronisch aufgezeichnet und zur Legitimation wird keine TAN verlangt sondern man muss die Telefonbanking PIN am eigenen Telefon eingeben.

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