In zehn Jahren Pacht für Agrarflächen in Sachsen-Anhalt um mehr als die Hälfte gestiegen

Wer in Sachsen-Anhalt landwirtschaftliche Flächen pachten will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Von 2010 bis 2020 stiegen die Preise um mehr als 55 Prozent. Regional gibt es dabei starke Schwankungen, da sich die Marktwerte vor allem nach der Bodenqualität richten.

Blick von oben auf einen Mähdrescher auf einem Weizenfeld.
Es wird immer teurer, in Sachsen-Anhalt landwirtschaftliche Flächen zu pachten. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt ist der Hektarpreis von landwirtschaftlichen Pachtflächen zwischen 2010 und 2020 um mehr als 55 Prozent gestiegen. Das geht aus der aktuellen Landwirtschaftszählung hervor, die das Statistische Landesamt am Dienstag veröffentlichte. Demnach zahlten Landwirte im vergangenen Jahr durchschnittlich 308 Euro. Im Jahr 2010 waren es dagegen durchschnittlich nur 198 Euro pro Hektar.

Starke regionale Schwankungen bei Preisen

Die Pachtpreise richten sich nach Angaben des Statistischen Landesamts vor allem nach der Bodenqualität. So biete etwa der Landkreis Börde einen besonders ertragreichen Boden, was sich im vergangenen Jahr in einem Pachtpreis von 426 Euro niederschlug. Für Boden im Landkreis Wittenberg waren hingegen nur 166 Euro fällig.

Unterdessen nahm in der ausgewerteten Zehnjahresspanne die Zahl der genutzten Pachtflächen ab. Im vergangenen Jahr befanden sich in Sachsen-Anhalt rund 1.163.000 Hektar in landwirtschaftlicher Nutzung, davon waren rund 828.000 Hektar und damit 71,2 Prozent gepachtet. 2010 betrug dieser Anteil 77 Prozent.

Erstmals werteten die Statistiker zudem aus, wer die wirtschaftliche Kontrolle über die Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen-Anhalt hat. Von 4.344 Firmen – davon 4.201 mit landwirtschaftlich genutzten Flächen – gehörten 390 einer Unternehmensgruppe an, die 23 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nutzten. 143 dieser Unternehmensgruppen hatten ihren Sitz in Sachsen-Anhalt, davon hatten 102 ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt außerhalb der Landwirtschaft.

MDR/Gero Hirschelmann, epd

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