Analyse der Barmer Pflegebedarf in Sachsen-Anhalt ist höher als angenommen

Nach Berechnungen der Krankenkasse Barmer wird der Bedarf an Pflegeplätzen in Sachsen-Anhalt in einigen Jahren größer sein als bisher angenommen. Auch das Pflegepersonal fehlt. Die Kasse spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem brisanten "Pflegenotstand" im Land.

Eine Pflegerin spricht mit der Bewohnerin eines Pflegeheimes.
Offenbar wurde der Bedarf an Pflegeplätzen bislang falsch eingeschätzt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Nach Berechnungen der Barmer Krankenkasse ist der Pflegebedarf in Sachsen-Anhalt für die kommenden Jahre bislang unterschätzt worden. Sowohl die Zahl der Pflegebedürftigen als auch der Pflegepersonalbedarf steigt künftig noch stärker als angenommen, wie aus dem Barmer-Pflegereport für Sachsen-Anhalt hervorgeht. Die Kasse fasst ihre Untersuchung so zusammen: "Der Pflegenotstand in Sachsen-Anhalt wird nach den Hochrechnungen noch brisanter als angenommen."

Barmer verweist auf Demografie als eine Ursache

Das habe verschiedene Gründe, darunter demografische Entwicklungen, sagte Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann bei der Vorstellung des Reports am Donnerstag in Magdeburg.

Nicht zuletzt fehlen uns junge Menschen, aus denen sich ein Berufsnachwuchs generieren ließe. Das wirkt sich seit Jahren auch auf die Altenpflege aus.

Axel Wiedemann Landesgeschäftsführer Barmer

Konkret wird die Zahl der Pflegebedürftigen laut der Analyse mit rund 174.000 bis zum Jahr 2030 etwa um 30.000 Betroffene höher liegen, als frühere Berechnungen angenommen hatten. Daraus ergibt sich entsprechend auch ein Mehrbedarf von landesweit rund 1.000 Pflegekräften. 2030 werden demnach 39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege benötigt.

Pflegeberufe müssen laut Experten attraktiver werden

Wiedemann warb daher dafür, das Berufsbild attraktiver zu machen. "Das zentrale Anliegen muss weiterhin sein, Berufsnachwuchs zu gewinnen", so der Barmer-Landesgeschäftsführer.

Aus Sicht von Christina Heinze vom Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Magdeburg gehören zur Attraktivität des Berufs neben der Bezahlung auch ausreichend Zeit für die Patientinnen und Patienten sowie die Möglichkeit für Fort- und Weiterbildung.

Mehr zum Thema: Pflege in Sachsen-Anhalt

dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Februar 2022 | 14:30 Uhr

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