Pandemie-Folgen Pflegekräfte am häufigsten wegen Corona krankgeschrieben

Den Pflegekräften in Sachsen-Anhalt wird während der Corona-Pandemie viel abverlangt. Doch die langen Arbeitszeiten und die anspruchsvolle Tätigkeit gehen nicht spurlos an den Pflegerinnen und Pflegern vorbei. Im vergangenen Jahr sind sie die Berufsgruppe mit den meisten Krankschreibungen wegen Covid-19 gewesen.

Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.
In Sachsen-Anhalt sind Pflegekräfte im vergangenen Jahr die Berufsgruppe mit den meisten Krankschreibungen gewesen. Bildrechte: dpa

Beschäftigte in der Pflege in Sachsen-Anhalt waren überdurchschnittlich oft wegen Covid-19 arbeitsunfähig. Das geht aus Zahlen der AOK hervor, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegen. Demnach waren von März bis Dezember in der Pflege mehr als 2,6 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen des Virus krank gemeldet. Damit liegt der Wert dieser Berufsgruppe mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert aller Berufsgruppen im Land.

Auch Beschäftigte in Sozial- und Gesundheitsberufen waren überdurchschnittlich oft wegen Covid-19 arbeitsunfähig gemeldet. Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich mit je rund 0,5 Prozent bei Berufen in der Gastronomie sowie bei Fahrzeugführer/innen im Straßenverkehr.

Insgesamt erhielten im genannten Zeitraum von den rund 296.000 AOK-versicherten Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt 3.656 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose.

Süden Sachsen-Anhalts stärker betroffen

Insgesamt am stärksten betroffen von Krankschreibungen in Verbindung mit Covid-19 war der Krankenkasse zufolge der Süden Sachsen-Anhalts. Im Burgenlandkreis zählte man mit 1.750 Erkrankten je 100.0000 Beschäftigten den landesweiten Spitzenwert, dicht gefolgt vom Saalekreis (1.648 Erkrankte/100.0000 Beschäftigte).

Die wenigsten Krankschreibungen wurden in Dessau-Roßlau (656 Erkrankte/100.000 Beschäftigte) gezählt.

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Deutschland verliert Tausende Pflegekräfte

Allerdings hat die Pflege nicht nur mit vielen Krankschreibungen zu kämpfen. Denn offenbar hat Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie auch Tausende Pflegekräfte verloren. So ging die Zahl der Pflegebeschäftigten zwischen Ende März und Ende Juli 2020 bundesweit um mehr als 9.000 zurück, wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Dies sei ein Rückgang um 0,5 Prozent. Vor der Pandemie waren die Beschäftigtenzahlen in der Pflegebranche dagegen leicht gestiegen.

Besonders hart trifft es die Krankenpflege in den Kliniken. Hier sei der Rückgang des Personals in Bremen mit 1,7 Prozent am stärksten, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt. Von dem Personalrückgang sind der Bundesagentur zufolge aber alle 16 Bundesländer betroffen.

Mehr Mitarbeiter in der Altenpflege

In der Altenpflege sei zumindest in Sachsen-Anhalt aber ein anderer Trend zu erkennen. Hier konnte den Angaben nach ein Beschäftigungszuwachs von 3,7 Prozent verzeichnet werden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gab es leichte Beschäftigungszuwächse. Von einem Beschäftigungsrückgang seien den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge vor allem die Bundesländer in Westdeutschland betroffen.

MDR/epd/afp/Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. März 2021 | 10:00 Uhr

3 Kommentare

AlexLeipzig vor 38 Wochen

Sie sollten sich nicht so abfällig über "diese", die sich nur "unterdurchschnittlich impfen lassen" äußern. In dem genannten Zeitraum März bis Dezember 2020 gab es noch keine Corona-Impfung!! "Diese" haben täglich ihren Kopf hingehalten, während andere jammerten, daß sie nicht ins Kino gehen können!

Gernot vor 38 Wochen

Erst einmal mal meine ungeteilte Hochachtung, was diese Menschen Tag täglich leisten...... für einen jämmerlichen Lohn.
Was wurde ihnen während des 1. Lockdown, Anfang 2020, nicht alles von der Politik versprochen ...... in Sachen Arbeitsbedingungen und Entlohnung. Nur heiße Luft ist bei ihnen angekommen. Kein Wunder, das sich viele dieser Branche verar......und belogen vorkommen.
Dieser Umgang, mit denen , welche sich überdurchschnittlich in Pademiezeiten einbringen, ist für mich skandalös

Kritische vor 38 Wochen

Na super. Und diese wollen sich immer noch unterdurchschnittlich oft impfen lassen. Wir wissen heute immer noch nicht, ob die Kinder Montag zur Schule dürfen und starren wie die Kaninchen auf die Zahlen. Unsere Kinder können nichts dafür, wenn so viele Ansteckungen in den Heimen vorkommen und Berührungspunkte gibt es auch keine. Außer einer hat Eltern, die im Pflegeheim arbeiten. Hier hilft wirklich nur Impfen. Die Lehrer und Erzieher haben sich doch auch in sehr großer Zahl, wie man hört über 90 % impfen lassen. Hier muss mehr Druck ausgeübt werden, da der Rest der Gesellschaft dafür büßen muss.

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